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Mangelhafte Liquiditätsbasis

Krisenjahr 2009: Jede fünfte Firmeninsolvenz ist unnötig

(ots) - 35.000 Firmeninsolvenzen werden für 2009 in Deutschland erwartet - ein Plus von knapp 18 Prozent im Vergleich zu 2008. Jede fünfte Insolvenz ließe sich jedoch verhindern, wenn Unternehmen ihre kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung verbessern würden, so die Einschätzung der PUTZ & PARTNER Unternehmensberatung AG. Eine schlechte Liquiditätsbasis in den Unternehmen ist auch in diesem Jahr hauptverantwortlich für den erstmaligen Anstieg der Insolvenzen seit 2003. Ein aktives Sanierungsmanagement kann davor schützen: Bis zu 100.000 Arbeitsplätze müssten somit in diesem Jahr in Deutschland nicht durch eine Insolvenz gefährdet werden.

Eine unzureichende Liquiditätsplanung führt häufig dazu, dass Unternehmen von Zahlungsengpässen überrascht werden. Anstatt in dieser Situation schnell zu reagieren, wird der Ernst der Lage jedoch oftmals verdrängt. Kommt es zu einer finanziellen Schieflage und das Unternehmen erkennt dies nicht rechtzeitig, so droht die Überführung in die "Special-Risk-Abteilung" der Haus-Bank. Diese wird dann zügig eine Liquiditätsrechnung für die nächsten Monate vom betroffenen Unternehmen verlangen, um sich ein eigenes Bild von den internen Vorgängen zu machen. Statt aktiven Handelns bleibt dann nur noch das übereilte Reagieren, das die Beziehung zur Haus-Bank auf eine unnötige Belastungsprobe stellt.

Unternehmen, die keine frühzeitigen Gegenmaßnahmen ergreifen, finden sich zudem schnell in einer Abwärtsspirale wieder. Der Grund: Kommt es zu Zahlungsengpässen werden meist die wichtigsten Forderungen zuerst bedient. Diese Verzögerungstaktik schließt mit ein, dass Vermögenswerte unterhalb ihres Marktpreises veräußert werden, der Kreditrahmen überdehnt wird oder Skontomöglichkeiten (Definition Skonto)ungenutzt bleiben. Weil dadurch höhere Kosten anfallen, verschlimmert dieses Vorgehen die Situation noch weiter. Bis zur völligen Zahlungsunfähigkeit ist es dann nicht mehr weit. "In den rund 20 Sanierungsprojekten, die wir jedes Jahr durchführen, bestätigt sich immer wieder die Erfahrung, dass durch frühzeitiges Handeln eine Insolvenz noch abzuwenden ist", erklärt Andreas Schneider-Frisse, Vorstand von PUTZ & PARTNER. "Um die Illiquidität zu vermeiden, sollte jedes Unternehmen in der Lage sein, bereits im Voraus zu erkennen, wann und wo Engpässe auftreten könnten".

Szenarien, die beispielsweise den Worst-Case darstellen, geben einen Handlungsrahmen vor und zeigen der Geschäftsführung, wann Sie zu reagieren haben. Unternehmen, die aktiv und präventiv handeln, verbessern zudem ihre Vertrauensposition bei ihrer Hausbank. "In der Wirtschaftskrise, die ja im Grunde auch eine Vertrauenskrise ist, ist vorausschauendes Handeln noch gefragter denn je. Dazu gehört auch, dass ein Notfall-Plan vorliegt, der beispielsweise über staatliche Fördermaßnahmen und deren Bedingungen Auskunft gibt", so Schneider-Frisse.

(ots / Björn Godenrath )


 


 

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