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Kapitalmarktausblick 2015 – Interview mit Maik Bolsmann und Meinolf Köper von B&K Vermögen

Europa steht zwischen Deflation und Inflation. Guthabenzinsen sind auf ein Minimum zusammengeschmolzen. Die ersten Banken verlangen eine „Guthabengebühr“, die Schweizer Nationalbank hat den Einlagenzins auf -0,75% festgelegt. Wer sich mit professionellen Geldmanagern unterhält erfährt, dass es auch in der aktuellen Zeit möglich ist, bei moderatem Risiko eine ansprechende Rendite zu erzielen. Die Geschäftsführer Der Kölner Vermögensverwaltung B&K Vermögen, Maik Bolsmann und Meinolf Köper, standen uns für einen Kapitalmarktausblick 2015 zur Verfügung:

Business-on.de: Sehr geehrter Herr Bolsmann, sehr geehrter Herr Köper, dürfen wir Sie um ein kurzes Fazit für 2014 bitten?

Maik Bolsmann : 2014 war ein ereignisreiches und auch schwieriges Börsenjahr. Es hat sich vor Allem in der zweiten Jahreshälfte ausgezahlt, die Ruhe zu bewahren und in den verschiedenen Korrekturphasen nicht in Verkaufspanik zu verfallen. Wer die Nerven behalten hat konnte im Aktiensegment zweistellige Jahresrenditen einfahren.

Business-on.de: Geben Sie uns einen Ausblick der wirtschaftlichen Lage für 2015?

Meinolf Köper: Die Weltwirtschaft wird auch in 2015 ein positives Wachstum aufweisen, jedoch nicht einheitlich. Zwischen den großen Regionen USA, Europa und Asien wird es zu deutlichen Diskrepanzen in der Wachstumsdynamik kommen.

Business-on.de: Insbesondere die Entwicklung des USD zum Euro wird von den Anlegern in Deutschland sehr genau beobachtet, wie schätzen Sie die Situation bei den beiden Leitwährungen ein?

Maik Bolsmann: Die Erwartung einer größer werdenden Zinsdifferenz zwischen Europa und den USA lässt den USD zum Euro und zum Yen weiter steigen, diese Situation wird die europäischen und japanischen Unternehmen im Export unterstützen.
Gibt es weitere Impulse für die Weltwirtschaft?

Meinolf Köper: Ja, der niedrige Ölpreis wirkt wie ein groß angelegtes globales Konjunkturprogramm und sollte in den nächsten Quartalen auf der Verbraucherseite den Konsum stützen, während er auf der Unternehmensseite zu Kosteneinsparungen führt.

Business-on.de: Sie erwarten also für 2015 einen weiter fallenden Ölpreis?

Maik Bolsmann: Wir halten diese Situation beim Öl für ein Politikum, um sich der Konkurrenz durch die neuen und teureren Produktionsverfahren zu erwehren. Im Laufe des Jahres sollte sich diese Situation wieder entspannen. Ein Blick auf Aktien aus dem Öl-Sektor wird dann wieder lohnenswert. Bei der antizyklischen Auswahl von Unternehmen aus der Branche sollten Förderkosten und Produktionsgebiete berücksichtigt werden.

Business-on.de: Lohnt 2015 ein Blick auf die Emerging Markets?

Meinolf Köper: Schwellenländer-Aktien sind für uns kurzfristig noch kein Thema, sollten aber im Laufe des Jahres an Bedeutung gewinnen, da hier die Wachstumsraten im globalen Vergleich weiter hoch bleiben. Die Suche nach Anlagealternativen im verzinslichen Bereich bleibt schwierig und stützt höchstwahrscheinlich den Bondbereich der Schwellenländer.
Gibt es aus Ihrer Sicht Anlageklassen, die der Anleger 2015 genauer beobachten sollte?

Maik Bolsmann: Die Anlageklasse der offenen Immobilienfonds wird eine zusehends wichtigere Rolle bei der Assetaufteilung einnehmen, denn auch in 2015 wird die Niedrigzinsphase speziell in Europa für Anlagedruck sorgen. Die ersten Anbieter haben ihre Hausaufgaben gemacht und können mit adäquaten Produkten aufwarten. Es könnte sich lohnen, vor dem breiten Markt dabei zu sein.

Business-on.de: Wie steht es mit Gold?

Maik Bolsmann: Sie meinen Gold als Krisenwährung? Die bekannten geopolitischen Risiken in Russland bzw. der Ukraine sowie im Nahen Osten sollten sich im Laufe des 2. Halbjahres abschwächen. Inflationsgefahren sehen wir vorerst ebenfalls keine. Sollten keine neuen Brandherde oder Krisen in diesem Jahr aufkommen, dann bleibt Gold als sicherer Hafen von untergeordneter Bedeutung. Rein technisch könnte es aber zunächst zu einer Gegenbewegung kommen.
Was ist nun die zusammenfassende Empfehlung für die Anleger?

Meinolf Köper: Es wird sicherlich wieder ein herausforderndes und spannendes Börsenjahr, welches Chancen für den disziplinierten Anleger bietet. Die Asset-Klasse Aktien sollte den Investoren auch im kommenden Jahr wieder Profite bescheren, wenn auch unter ähnlich starken Schwankungen wie im abgelaufenen Jahr. Entsprechend sollten die Aktienquoten bis auf weiteres nicht reduziert werden. Ein aktives, professionelles Management mit Blick auf alle Anlageklassen ist aber obligatorisch.

(Redaktion)


 


 

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