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Köhler: Finanzkrise kann Wendepunkt markieren

(ddp). Bundespräsident Horst Köhler hat angesichts der Finanzkrise zu einem Umdenken aufgerufen. «Ich warne davor, sich auf die ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung zu verlassen», sagte Köhler laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript bei der Eröffnung eines neuen Halbleiterwerks des Automobilzulieferers Bosch am Donnerstag in Reutlingen.

«Jetzt müssen die Weichen richtig gestellt werden, damit sich so eine Krise nicht wiederholen kann.» Nur dies schaffe Vertrauen. Diese sei «die Basis unserer Wirtschaftsordnung, die Seele der Sozialen Marktwirtschaft».

Die Finanzkrise könne einen Wendepunkt markieren. «Den Wendepunkt zur Wiederentdeckung der notwendigen Balance zwischen Kapital und Arbeit», sagte Köhler. «Nicht Geld, sondern Menschen sind die eigentliche Quelle von Kreativität.» Die Finanzkrise zeige, dass es nicht reiche, nur an das «Jetzt» und den eigenen kurzfristigen Vorteil zu denken. «Möglichst schnell möglichst viel Geld machen, das war die Devise.» Die langfristigen Risiken seien außer Acht gelassen worden. «An den Folgen tragen wir immer noch schwer.» Die westlichen Gesellschaften haben nach Ansicht des Bundespräsidenten über ihre Verhältnisse gelebt.

In der neuen Fabrik werden laut Bosch Halbleiter und mikromechanische Chips etwa für die Auto- und Verbrauchsgüterindustrie gefertigt. 800 Mitarbeiter sollen dort beschäftigt werden. Das Unternehmen hat insgesamt 600 Millionen Euro investiert. Es handelt sich nach Unternehmensangaben um die größte Einzelinvestition der Bosch Gruppe.

(ddp)


 


 

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