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Creditreform erwartet 2009 mehr Firmenpleiten

(ddp-nrw). Die Wirtschaftskrise wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr nach Einschätzung von Experten deutlich nach oben treiben. Die Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet mit 33 000 bis 35 000 Firmenpleiten. Das wären 10 bis 15 Prozent mehr als 2008, wie die Creditreform am Dienstag in Düsseldorf prognostizierte. Damit würde die Zahl der zahlungsunfähigen Betriebe aber immer noch unter dem bisherigen Spitzenwert von 39 000 im Jahr 2003 liegen.

Entsprechend dem Anstieg der Firmenpleiten bei den Mittelständlern rechnet die Creditreform in diesem Jahr auch mit einem Zuwachs bei den Forderungsausfällen. Sie dürften der Prognose zufolge ebenfalls um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 40 Milliarden Euro zulegen. Hauptgründe dafür seien Liquiditätsprobleme und Finanzierungsengpässe. Mit der verspäteten Zahlung von Rechnungen wälzten Firmen ihre wachsenden Probleme bei der Kreditbeschaffung auf andere Betriebe ab.

Creditreform-Geschäftsführer Carsten Uthoff warnte vor einem Teufelskreis: «Werden Rechnungen nicht bezahlt, fehlt den betroffenen Unternehmen Geld, um bestehende Aufträge vorzufinanzieren, die damit verloren gehen. Zudem wird die finanzielle Substanz angegriffen. Selbst leistungsfähige Unternehmen können dann in Existenznot geraten.»

Den Angaben zufolge hat sich das Zahlungsverhalten in der Wirtschaft im ersten Quartal bereits leicht verschlechtert. Mit durchschnittlich 13,4 Tagen muss ein Gläubiger einen halben Tag länger auf die Bezahlung einer schon überfälligen Rechnung warten als vor einem Jahr. Zugleich klagten 35 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent) der Betriebe über einen schlechteren Zugang zu Bankkrediten. 

Signale für eine steigende Insolvenzanfälligkeit sind laut Creditreform in allen Wirtschaftszweigen zu erkennen, vor allem aber in den Branchen Verkehr, Logistik und Bau. Insgesamt seien aktuell je 10 000 Firmen 226 insolvenzgefährdet gegenüber 209 vor einem Jahr. 

Die vor 130 Jahren gegründete Creditreform konnte in dem turbulenten konjunkturellen Umfeld ihr Geschäft weiter ausbauen. Der Deutschland-Umsatz der Unternehmensgruppe, die nach eigenen Angaben Marktführer bei Wirtschaftsauskünften und darüber hinaus vor allem im Forderungsmanagement tätig ist, legte 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf 472 Millionen Euro zu. Für das laufende Jahr wird ein weiteres leichtes Wachstum erwartet. Zugleich konnte die Creditreform 2008 ihre Position als eines der größten deutschen Inkasso -Unternehmen mit 1,5 Millionen neuen Fällen festigen.

Das geschärfte Risikobewusstsein der Betriebe vor dem Hintergrund der Krise spürte die Creditreform 2008 durch einen Anstieg der Wirtschaftsauskünfte auf 14,9 Millionen (2007: 14,5 Millionen). Basis dafür ist die Creditreform Datenbank mit Datensätzen über bundesweit 3,9 Millionen Unternehmen und europaweit 24 Millionen Firmen. 

Von Frank Bretschneider

(Redaktion)


 


 

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