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Flughafen Köln/Bonn

IHK Bonn/Rhein-Sieg sorgt sich um Zukunft des Flughafens Köln/Bonn

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg sieht die derzeitigen Überlegungen der NRW-Landesregierung zur Privatisierung des Flughafens Köln/Bonn mit Sorge. „Eine mehrheitliche Beteiligung Privater, möglicherweise auch Mitbewerber am Flughafen, würde den Airport selbst, aber auch deren unmittelbare Nutzer, nämlich Flug- und Frachtgesellschaften in ihrer Planungssicherheit deutlich beeinträchtigen. Auch würde das Land selbst seine Steuerungsmöglichkeiten hinsichtlich der Luftverkehrspolitik nach unserer Einschätzung deutlich einschränken“, heißt es in einem Schreiben von IHK-Präsident Dr. Ernst Franceschini und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Swoboda an NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers.

Die Privatisierungsüberlegungen des Landes laufen nach IHK-Einschätzung der bisherigen Entwicklung des Flughafens entgegen. „Privat vor Staat“ werde von den Industrie- und Handelskammern stets mit Überzeugung unterschrieben. Der Grundsatz finde seine Grenze aber dort, wo Daseinsvorsorge eine öffentliche Trägerschaft voraussetzt. Im Brief der IHK heißt es deshalb weiter: „Nach unserer Einschätzung gilt dies insbesondere für den Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Private Interessen, so sehr diese auch grundsätzlich Marktkräfte freisetzen, sind auch in diesen Bereichen natürlicherweise eher gewinnorientiert, als dem Gemeinwohl verpflichtet.“

Die Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg profitiert - so die IHK-Verantwortlichen - insbesondere seit der Einführung des Low-cost-Drehkreuzes in großem Maße von der Entwicklung des Airports: „Der Flughafen hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Region nach dem Regierungsumzug neu aufzustellen. Regelmäßige Unternehmensbefragungen bestätigen uns, dass der Flughafen sowohl als Frachtumschlagplatz wie auch als Flughafen für Geschäftsreiseverkehr die geschäftlichen Aktivitäten unserer Unternehmen unterstützt.“ Auch für den weiteren Ausbau der Region Bonn/Rhein-Sieg zum Internationalen Kongressstandort sei der Flughafen Köln/Bonn eine unabdingbare Voraussetzung. Dazu gehört nicht zuletzt der geplante Ausbau der Stadt Bonn zur Beethovenstadt, mit der internationales Publikum angezogen werden soll.

Die IHK appelliert deshalb an Rüttgers, die Gebietskörperschaften – insbesondere die Stadt Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis - in die laufenden Gespräche über die Neugestaltung der Gesellschaftsstruktur mit einzubeziehen. „Eine Beteiligung Privater kann für den Flughafen sicherlich von Nutzen sein. Mehrheitsgesellschafter sollte indes die Öffentliche Hand bleiben“, so die IHK-Position.

Icon/Foto: © fred goldstein - Fotolia.com

(IHK Bonn/Rhein-Sieg)


 


 

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