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„FLV-Update 2008“

Fondsgebundene Versicherungsprodukte mit Garantien trotzen der Finanzmarktkrise

Die Finanzmarktkrise hat ihre Spuren auch beim Neugeschäft mit fondsgebundenen Versicherungsprodukten hinterlassen. Mit einem Neuvertragsvolumen in Höhe von 1,8 Mrd. EUR auf APE-Basis (Annual Premium Equivalent = Laufende Beiträge + 10% Einmalbeiträge) verzeichnete die Branche 2008 im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang. Da der Gesamtmarkt der Lebensversicherung gleichzeitig stärker nachgab, erhöhte sich infolgedessen der Anteil fondsgebundener Versicherungen am Gesamtmarkt Leben geringfügig auf 31,8 Prozent (Vorjahr: 31,4 Prozent).

Zu diesem Ergebnis kommt das „FLV-Update 2008“ der Unternehmensberatung Towers Perrin. Bereits zum 15. Mal untersucht Towers Perrin die Gesamtentwicklung fondsgebundener Rentenversicherungen inklusive Riester- und Basisrenten-Produkte sowie fondsgebundener Lebensversicherungen auf dem deutschen Markt.

Viertes Quartal 2008 als Stimmungsbarometer

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Markt für fondsgebundene Lebensversicherungen waren im Jahr 2008 demnach eher moderat. Allerdings zeigt sich allein im vierten Quartal ein Rückgang fondsgebundener Produkte gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 29,5 Prozent. „Angesichts der Ergebnisse des vierten Quartals 2008 und der derzeitigen Verunsicherung der Versicherungsnehmer gegenüber dem Aktienmarkt erwarten wir, dass das ganze Ausmaß der Finanzkrise im Markt der fondsgebundenen Versicherungsprodukte erst 2009 sichtbar wird. Nichtsdestotrotz zeigt der erneut gestiegene Anteil fondsgebundener Produkte am Gesamtmarkt Leben sowie die Entwicklung fondsgebundener Versicherungen mit Garantien, dass diese auch in Zeiten der Finanzmarktkrise hoch im Kurs langfristig orientierter Anleger stehen“, schätzt Marcel Schmitz, Principal bei Towers Perrin, die Ergebnisse ein.

Fondsgebundene Produkte entwickeln sich besser als der Gesamtmarkt

Das Gesamtgeschäft im Bereich Lebensversicherungen nahm gegenüber 2007 um 4,5 Prozent ab. Auch das Neugeschäftsvolumen der fondsgebundenen Produkte war im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, allerdings mit 3,1 Prozent in geringerem Maße. Während das fondsgebundene Geschäft gegen Einmalbeitrag dabei deutlich auf 1,5 Mrd. EUR zurückging (2007: 2,1 Mrd. EUR), blieben die Einnahmen aus laufenden Beiträgen mit knapp 1,7 Mrd. EUR stabil.

Gewinner und Verlierer im Markt fondsgebundener Versicherungsprodukte

Bedingt durch die allgemein schlechte Stimmung auf den Finanzmärkten im zweiten Halbjahr 2008 überraschen die nahezu stabilen Zahlen im fondsgebundenen Versicherungsgeschäft zunächst. Bei einer näheren Betrachtung der angebotenen Produktpalette im fondsgebundenen Versicherungsmarkt ergibt sich jedoch ein differenzierteres Bild: Während das Volumen der staatlich geförderten fondsgebundenen Basisrenten um 13,9 Prozent zurückging, wuchs der Umsatz von fondsgebundenen Riesterrenten weiter um 11,1 Prozent. Gleichzeitig verloren fondsgebundene Rentenversicherungen in der privaten Vorsorge gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,1 Prozent.

Produkte mit Garantien trotzen der Krise

Gemäß den Analysen von Towers Perrin erfreuten sich fondsgebundenen Renten- und Versicherungsprodukte mit Garantien gegen laufenden Beitrag großer Beliebtheit. Ihr Anteil an sämtlichen fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen wuchs im letzten Jahr von 21,3 Prozent auf 39,3 Prozent. Der Anteil von fondsgebundenen Basisprodukten mit Garantien gegen laufenden Beitrag an allen fondsgebundenen Basisprodukten stieg von 24,8 Prozent auf 34,0 Prozent.

„Die Unternehmen verzeichnen momentan eine hohe Nachfrage an Fondsprodukten mit Garantien. Im Zuge dessen sind auf der Angebotsseite weiterhin verstärkte Aktivitäten zur Einführung neuer Garantiekonzepte zu beobachten“, so Marcel Schmitz. 

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von René Marquardt
12.05.09 11:31 Uhr
Versicherungslösungen meist zu teuer...

Die Fondsgebundenen Versicherungsprodukte sind meistens zu teuer, so dass die integrierten Kostenstrukturen von teilweise bis zu 25% die Renditen der Investmentfonds kompensieren, auch wenn diese durchschnittlich bei 8-10% liegen können, auch die Garantie wird meistens teuer erkauft, indem dann bei fallenden Aktienmärkten vermehrt in Rentenpapiere umgeschichtet wird, was dann aber verhindert, dass bei den steigenden Kursen wieder günstig eingekauft wird.

Es gibt hier wesentlich interessantere gemanagte Vermögenssparpläne, schon ab 50 Euro monatlich, die auch gewährleisten, dass kein Kapital verloren gehen kann, abgesehen davon ist empirisch erwiesen, dass bei einer Laufzeit von mindestens 10 Jahren und einer regelmässigen monatlichen Spareinlage, in der Vergangenheit bei einem breit gestreuten Fonds keine Verluste erzielt worden sind. Aber bei einer Rendite von nur 4% wird auf die Dauer bestenfalls nach Abzug der Inflation das Kapital erhalten, so dass es für eine angemessene Altersvorsorge unzureichend ist.

Mit besten Grüßen

René Marquardt

(www.renditekonzept.de)
(www.marquardtconsulting.de)

 

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