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Forum Netzwerk Mittelstand

Professionelles Management statt bauchgesteuerte Unternehmensführung

Das Netzwerk Mittelstand, ein Forum der IHK Köln, hatte zum Neujahrsempfang 2008 geladen. Rund 100 Vertreter aus der mittelständischen Wirtschaft waren der Einladung in die IHK-Zentrale Unter Sachsenhausen gefolgt. Die Vorsitzende des Netzwerks, Prof. Dr. Birgit Felden, und der Präsident "Die Familienunternehmer - ASU e.V.", Dr. Patrick Adenauer, betonten, wie wichtig es im Mittelstand ist, dass es Netzwerke als Plattform für Kreativität, Innovation und Nachhaltigkeit gibt.

Das Netzwerk Mittelstand entstand vor vier Jahren aus einer Initiative der IHK Köln. Das Forum hat sich zum Ziel gesetzt, kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) eine Diskussions- und Informationsplattform zu bieten. Außerdem versteht sich das Netzwerk als Sprachrohr gegenüber der regionalen und überregionalen Politik. Die Voraussetzung dazu ist durch die Einbindung in ein bundesweites Netzwerk unter dem Dach des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) geschaffen. Das Kölner Forum hat 50 Mitglieder aus den unterschiedlichsten Branchen. Die Vorsitzende des Forums, Birgit Felden, ist in ihrem eigentlichen Beruf Vorstandssprecherin der TMS Unternehmensberatung AG sowie Professorin an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin. Die TMS berät "bundesweit und branchenübergreifend mittelständische Unternehmen in Wachstums- und Krisenphasen sowie bei der Unternehmensnachfolge und der Vorbereitung auf Finanzierungsgespräche".

Mehr Zusammenarbeit zwischen mittelständischer Wirtschaft und Wissenschaft

Birgit Felden begrüßte die Gäste auf dem Neujahrsempfang mit der Frage, welche Stellschrauben bewegt werden können, um weiteres Wachstum in den Unternehmen und in der Region zu generieren. Als wichtige Erfolgs- und Wachstumsfaktoren des Mittelstands nannte sie drei Punkte:

1. eine anpassungsfähige und leistungsorientierte Unternehmenskultur

2. wirtschaftlichen Erfolg durch Nischenstrategie

3. Entwicklung zu einem systematischen Management, d.h. weniger bauchgesteuerte Unternehmensführung

In diesem Zusammenhang beklagte sie, dass die Betriebswirtschaftslehre sich bisher nur mit Konzernen und deren Managementtrends befasst hat. Da für KMUs andere Voraussetzungen gelten als für Global Player, fordert sie mehr und bessere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Balance zwischen Tradition und Innovation

Nachhaltigkeit sei ein wichtiges Schlagwort, um Wachstum langfristig zu steuern und zu gestalten. Dazu eigne sich nicht die Bauchstrategie sondern eher der Geschäftsplan. Zweitens müsse man die Risikofaktoren kennen und wissen, wie man mit ihnen umgeht. "Und schließlich: Sie sollten ein passgenaues, systematisches Planungs- und Steuerungsinstrumentarium implementieren, mit dem die Strategie gleichzeitg umgesetzt und die Risiken überwacht werden können", so Birgit Felden. Und: Unternehmerfamilien, die den überwiegenden Teil der KMUs ausmachen, werden es sich in Zukunft nicht leisten können, das Know how bei beiden Elternteilen brach liegen zu lassen. Dagegen spreche schon der zunehmende Fachkräftemangel. "Die richtige Balance zwischen Tradition und Innovation, zwischen einem gesunden Selbstbewusstsein und der Neugier auf Veränderung macht den Charme und den Erfolg des Mittelstands aus", empfiehlt Birgit Felden.

Entwicklung in Richtung "DDR-light"

Dr. Patrick Adenauer, zusammen mit seinem Bruder Paul Bauwens-Adenauer Geschäftsführer der Bauwens Real Estate Group, nutzte seine Neujahrsansprache zu "launigen Betrachtungen". Er empfiehlt, das neue Jahr als Motor à la Henry Ford zu nutzen. Aber es werde schwerer durch schleichenden Sozialismus und Entmündigung. Der Begriff "DDR-light" nehme zunehmend Konturen an. Seine Beispiele: Die Unternehmenssteuerreform 2008 bringt Steuersenkungen, aber gleichzeitig 200 neue Vorschriften. Die Erbschaftssteuerreform ist ein Drama und das genaue Gegenteil einer Erleichterung beim Generationenübergang in Familienunternehmen. Bei der Krankenversicherung wurde die Sozialisierung der Privaten nur knapp abgewendet. Beim Mindestlohn knickt die bürgerliche Volkspartei ein. Diskutierte Maximaleinkommen bei Managementgehältern, Antidiskriminierungsgesetz und die derzeitige Familienpolitik sind weitere Beispiel für Entmündigung. "Mich wundert manchmal, dass wir in unserem Bevormundungsstaat noch die Ehegattenwahlfreiheit haben", so Adenauer hämisch.

Familienunternehmen als Garant der Sozialen Marktwirtschaft

Gegen diese Entwicklung müssen Familienunternehmen massiv Front machen, fordert Adenauer. Denn sie seien die letzten, die noch den Begriff von Eigenverantwortlichkeit kennen und deren Horizont weiter reicht als der eines Politikers, dessen Sicht sich maximal auf den nächsten Wahltermin beschränkt. Es seien die Familienunternehmen, die zur Wiederherstellung der Sozialen Marktwirtschaft einen Beitrag leisten können. Was wir brauchen, so Adenauer, ist "eine Erneuerung im Sinne Erhards: Rückgabe von Eigentum und Verantwortung an die Bürger, wohlhabende Eigentumsbürgerschaft, statt der komfortablen Stallfütterung des vorsorgenden Staates!" Diese Verantwortung müsse stärker in der Öffentlichkeit kommuniziert werden, um wahrgenommen zu werden. Immerhin seien 80 Prozent aller Betriebe mit mehr als einer Million Euro Umsatz Familienunternehmen, bzw. 51 Prozent der 250 größten an der Frankfurter Börse notierten Firmen. Es komme ihm nicht darauf an, gegenüber der Politik Sonderinteressen, Privilegien oder Subventionen durchzusetzen, sondern darum, dass das, was die deutsche Wirtschaft groß gemacht hat, erhalten bleibt: "Eigentum, Freiheit, Selbstverantwortung, Familienunternehmertum."

(Karin Bäck)


 


 

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Dr. Patrick Adenauer
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Neujahrsempfang 2008
Prof. Dr. Birgit Felde

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