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Irwin warnt vor politischem Streit zwischen Deutschland und USA

(ddp-nrw). Der Verhandlungspoker um den angeschlagenen Autohersteller Opel hat eine Debatte über Belastungen für das deutsch-amerikanische Verhältnis ausgelöst. Der Vorsitzende des Opel-Treuhand-Beirates, Fred Irwin, sagte der «Bild»-Zeitung (Montagausgabe), für eine «gute Lösung brauchen wir keinen transatlantischen Streit zwischen Deutschland und Amerika, sondern mehr Flexibilität aller Beteiligten». Derweil drängten Arbeitnehmervertreter erneut auf eine schnelle Lösung zugunsten des Konsortiums um den österreichischen Magna-Konzern.

Fred Irwin, der auch Chef der amerikanischen Handelskammer in Deutschland ist, äußerte sich skeptisch zu Versuchen unter anderem der Bundesregierung, den Druck auf die US-Regierung zu erhöhen, die 60 Prozent an der Opel-Mutter General Motors (GM) hält. Es habe keinen Sinn, weiteren politischen Druck auf die US-Administration auszuüben, weil die GM-Führung völlig unabhängig entscheiden werde, sagte er.

Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz forderte vor dem Hintergrund möglicher Konflikte eine schnelle Lösung in der Opel-Frage. Polenz sagte der Zeitung, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass nationale Interessen «gegeneinander ausgespielt werden und es so zu Spannungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis kommt».

Die thüringische Landesregierung wirft GM derweil vor, die Entscheidung über die Zukunft Opels bis nach der Bundestagswahl zu verzögern. Offenbar rechne man sich in Detroit aus, dass der belgische Finanzinvestor RHJ International leichter durchzusetzen sei, wenn es nach dem 27. September eine neue politische Konstellation gebe, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) der «Berliner Zeitung» (Montagausgabe).

Unterdessen hat Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz bis Ende der Woche eine Lösung gefordert. «Unsere Geduld ist absolut am Ende», sagte er am Montag im Deutschlandfunk und kündigte «spektakuläre Aktionen» an. Dies müssten nicht unbedingt Streiks sein. Das Verhalten von GM zeige, dass das Management «intern in ziemlichen Turbulenzen» steckt. Die Manager hätten gemerkt, dass «GM ohne Opel nichts wert» sei. Beispielsweise sei Opel für die sogenannte «Grüne Technologie» erforderlich, sagte Franz.

Nach Ansicht von IG-Metall-Bezirksleiter und Opel- Aufsichtsrat Armin Schild ist im GM-Management ein Machtkampf um die Eigenständigkeit Opels entbrannt. Viele GM-Manager sehen ihre Karrieren bei einer Eigenständigkeit Opels gefährdet, sagte er im ZDF-»Morgenmagazin«. Es sei nun Aufgabe der Politik, Opel vor »Einzelinteressen von General Motors zu schützen«. Ein Verbleib Opels bei GM, für den Fall, dass sich der US-Konzern auf keinen Investor festlegen werde, nannte er die zweitschlechteste Lösung nach der Insolvenz. Die vergangenen Jahre hätten die Marke Opel als »domestizierte Abteilung" von GM ramponiert.

Kritik äußerte Franz auch am Verhalten der Bundesregierung. Zwar habe der Autohersteller «fantastische Verbündete» in der Politik, doch seien im Bundeswirtschaftsministerium «zu viele Schleifen» gedreht worden. Dazu zählte er anfängliche Ideen einer Planinsolvenz sowie die Beschäftigung mit Fiat als möglichem Investor. Dies müsse nun auf der Zielgeraden wieder aufgeholt werden.

Ende vergangener Woche hatte der GM-Verwaltungsrat die Entscheidung über den Verkauf von Opel vertagt. Der US-Autohersteller teilte mit, dass Informationen fehlten, um sich für das von Bund und Ländern bevorzugte Konsortium um den österreichischen Magna-Konzern oder RHJ zu entscheiden. Die Bundesregierung sowie Vertreter der Länder hatten darauf mit Unverständnis reagiert.

Opel beschäftigt in Deutschland im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum, im thüringischen Eisenach und im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern 25 000 Mitarbeiter, 5000 davon in Bochum.

Von Jürgen Wutschke

(Redaktion)


 


 

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