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Hochsaison Karneval

Fünfte Jahreszeit beschert Hochburgen Milliarden-Umsätze

60 Tonnen Abfall

Auch für Düsseldorf wird mit 250 Millionen Euro von einer stattlichen Umsatzsumme durch die ulkigen Tage ausgegangen. Zwischen dem 11. November 2006 und Aschermittwoch am 21. Februar 2007 finden mehr als 300 Karnevalssitzungen und Kostümbälle statt. Zum Rosenmontagszug feiern bis zu einer Million Zuschauer in den Straßen. Und wenn der sechs Kilometer lange Zug mit mehr als 70 Wagen vorbei ist, räumt die städtische Straßenreinigung schließlich bis zu 60 Tonnen Abfall beiseite.

Im rheinland-pfälzischen Mainz spielt die Fastnacht mehr als 40 Millionen Euro in die Kassen von Gewerblern und Gauklern. „Die Mainzer Fastnacht stellt einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Faktor für uns dar”, sagt Ralf Peterhanwahr von der Stadt Mainz. Dort besuchen insgesamt rund 1 Millionen Menschen 120 Veranstaltungen „im Saal un uff de Gass”.

Konzentrierter Konsum im Gastgewerbe und bei Getränken

„Karneval stellt schon einen Absatz-Peak dar”, heißt es beim Bundesverband des Deutschen Getränkefachhandels. Aber: „Das gilt nicht flächendeckend in Deutschland.” Und Absatzspitzen würden in der Jahresbilanz schnell dahin schmelzen, wenn zum Beispiel das Wetter nicht mitspiele.

Auch für Hotels und Gaststätten konzentriert sich karnevalesker Konsum auf die Hochburgen. „Der Karneval als Umsatzbringer existiert flächendeckend nicht”, urteilt Thorsten Hellwig vom Branchenverband DEHOGA in NRW. „Selbst innerhalb von Städten wie Düsseldorf oder Köln gibt es erhebliche Unterschiede.” So würden Wirte in jecken Zentren dreimal mehr einnehmen als zu normalen Zeiten. Dagegen litten Betriebe am Stadtrand oft unter deutlichen Umsatzeinbußen.

Zudem wachse die Anzahl der Übernachtungen nicht signifikant. Hellwig: „Zwar reist der ein oder andere Auswärtige an, aber vom Grundsatz ist der Karneval eine regionale Großveranstaltung.” Gerade an der Rheinschiene blieben Geschäftsgäste aus, weil ihnen der Trubel zu groß ist. Gleiche Lage in Süddeutschland. „In den Hochburgen ist das Faschingsgeschäft wesentlich bedeutender als das Weihnachtsgeschäft”, meldet Michael Schwägerl vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband BHG. Annähernd ein Drittel des Jahresumsatzes oder auch mehr erzielten dort Mitgliedsunternehmen zur Faschingszeit. Doch in der Summe werden die tollen Tage nicht als umsatzsteigernd angesehen. Denn: „Gefeiert wird ganz überwiegend in der Vereinsgastronomie”. Heißt: Die Umsätze landen in den Vereinskassen.

Einzelne ländliche Regionen melden gar ein gesunkenes Interesse am Kulturgut Karneval. In Schwaben erzählen Gastwirte, dass sie früher bis zu 15 Veranstaltungen hatten, heute seien es noch zwei. Heinrich Kohlhuber vom BHG in Pfaffenhofen kennt einen Grund: „Früher hatte man sich auf die Bälle gefreut. Heute kann die Jugend jedes Wochenende feiern – im Winter in den nahen Skigebieten, im Sommer mit Billigflügen auf Mittelmeerinseln.”
Die tollen Tage in Zahlen

Europa: 10.000 Vereine – 8 Mio. Mitglieder Deutschland: 4.800 Vereine – 2,5 Mio. Mitglieder Umsatz Deutschland: zwischen 3 und 5 Mrd. Euro Jobs: bis zu 50.000 (feste und Aushilfen) Spielwaren: 3 Mio. Kostüme, 900.000 Perücken, 500.000 Masken, zwei Mio. Hüte, sechs Mio. Schminksets, vier Mio. sonstige Dekorationsgegenstände Eintrittskarte Sitzung: 12 bis 14 Euro (Land); 25 bis 40 Euro (Stadt).

Mit freundlicher Genehmigung & Unterstützung der Dresdner Bank AG.

(Redaktion)


 


 

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