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Le Moissonnier

Fünfzehn delikate Variationen

Vor 20 Jahren wagten es Liliane und Vincent Moissonnier, in der Kölner Nordstadt ein kleines Bistro zu eröffnen. Heute gehört ihr Restaurant zu den besten Kölns und sein guter Ruf geht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Zum Jubiläum überraschen die Ausnahme-Gastronomen die Gourmets mit einem ungewöhnlichen Menu.

Leisten Sie sich ein grandioses Erlebnis in einem außergewöhnlichen Restaurant, im „Le Moissonnier“. In der Krefelder Straße in der etwas schäbigen Kölner Nordstadt. Im Schatten des Hansa-Hochhauses (Saturn), zwischen kleinen türkischen Reisebüros und Döner-Kneipen, werden Sie kulinarisch überrascht und mit ausgesuchter Gastlichkeit verwöhnt: Sechs Gänge mit 15 wohl abgestimmten Gaumen-Schmeichlern.

„Délices – Variations“ nennen Vincent und Liliane Moissonnier ihr Menu aus vielen kleinen Portionen mit Riesengeschmack. Damit feiern sie den 20. Geburtstag ihres Restaurants, das im Stil eines schönen alten Bistros mit einem Touch Wiener Kaffeehaus und ausgesuchtem Jugendstil-Dekor von vielen Gourmets geliebt wird. Das perfekte Duo von Madame et Monsieur Moissonnier wird harmonisch komplettiert durch Eric Menchon, den souveränen Chef in der Küche, dessen kreative Kompositionen die Tester des „Michelins“ seit Jahren mit einem Stern dekorieren. Auch in den anderen maßgeblichen Ratgebern für Feinschmecker findet man „Le Moissonnier“ stets in der Spitzengruppe der Rankings. Köln hat übrigens insgesamt sechs Sterne-Restaurants – sowie die Triple- Stars in den Schlössern zu Bergisch Gladbach und Bensberg vor den Toren der Stadt.

Burger vom Wildschwein

Genug Vorspiel und Aperitif: gebratene Jakobsmuscheln auf Pilz-Duxelle mit Guiness-Jurancon-Sauce und hausgemachter Satay, Meeresfrüchte-Marinière mit pikanter Sauce und Sellerie-Mousse mit eingelegter Zitrone bilden als Dreiklang die Ouvertüre. Danach folgen Kreationen wie Wildschwein-Burger, Provenzialische Angelfisch-Bourride, Foie-Gras im Weckglas und Lammfilet in Heubutter pochiert. Alle Gänge aufzuführen, würde den Rahmen dieses Berichts sprengen aber von den Desserts muss noch das Gefüllte Ei mit Zitronengrascreme und warmer Schokoladenmousse besonders gewürdigt werden.

Einschließlich Aperitif, Wasser und Café/Espresso steht das Erlebnis-Menu mit 85 Euro auf der Rechnung, drei begleitende Weine (je 0,1 l) kosten zusätzlich 20 Euro. Gerichte von der normalen Karte müssen mit etwa 20 Euro bei den Vor- und über 30 Euro bei den Hauptspeisen kalkuliert werden. Mittags gibt es ein preiswertes Gericht für 15 Euro inkl. einem Glas Wein oder Wasser.

Viele Weine werden abends auch glasweise angeboten. „Wir schnüffeln nach Wein wie das Schwein nach Trüffeln“ lautet das Motto der Wirte. Nicht die großen Namen „uniformierter Massenweine“ werden gepflegt, sondern rare Tropfen von kleineren Winzern, die ihre Produkte ohne aufwändige Technik ausbauen. Zum Menu schenkt „Le Moissonnier“ einen Sauvignon VdP des Côtes de Gascogne, eine Cuvee aus Vermentino und Grenache blanc aus dem Languedoc und einen Cabernet Franc aus dem Anjou aus – alle drei sehr harmonische Begleiter zu den teils ungewöhnlichen Tapas-Häppchen. Im Internet kann der Interessent weitere spannende Winzer-Weine finden und bestellen.

Egalité und Liberté

„Als Franzosen schwören wir zwar bekanntlich auf die Egalité. Aber in unserer Küche halten wir uns ausschließlich an die Liberté. Deshalb stecken wir all unsere Creativität in Rezepte gegen die Langeweile“ schreiben die außergewöhnlichen Restaurateure im Vorwort zu ihrem Jubiläumsmenu. Das wird (leider) nur noch bis Ende Juni serviert, danach gibt’s wieder Genüsse a la carte. Aber das ist logisch, denn der Aufwand für die „Délices – Variations“ ist sehr groß. Sowohl in der Küche wie im Service, der ebenso kompetent arbeitet wie die Köche. Eine Nebensache – aber 15 Tapas-Häppchen erfordern auf Moissonnier-Niveau auch 15 einzeln sorgfältig dekorierte Tellerchen, Schüsselchen, Schälchen, Tässchen – und das mal 40 Plätze, über die das Lokal verfügt.

Auch im Sternenglanz hat das Restaurant seinen Bistro-Charakter nicht verloren. Liliane und Vincent Moissonnier leiten selbst den Service mit Charme und Kompetenz. Dabei werden sie von einem eingespielten Team unterstützt. Das Publikum ist bunt gemischt: smarte Business People, Künstler, Media-Worker ebenso wie Leute aus dem Veedel, Jung und Alt mit einer Leidenschaft für Spitzen-Gastronomie. Bei unserem letzten Besuch tafelte fröhlich „Ober-Huhn“ Janus Fröhlich im Kreise seiner Tanten und Freunde an einem langen Tisch. Ein paar Schritte weiter entdeckten wir den Vorstandsvorsitzenden eines multinationalen Dax-Konzerns mit VIPs im Dreiteiler. „Er gehört seit langem zu unseren Stammgästen,“ sagt Vincent Moissonnier.

Le Moissonnier
Krefelder Str. 25 50670 Köln (Nordstadt) Tel.: 0221/729479 www. lemoissonnier.de
Ruhetage: Sonntag + Montag

(Ulrich Gross)


 


 

Le Moissonnier
Restaurant
Köln

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