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Gabriele Heider

Künstlerin aus innerer Kraft

Ihr bisheriges Leben hatte Höhen und Tiefen. Aber der Rückblick bringt viel Positives ans Licht und die Gewissheit, dass sie und ihr künstlerisches Schaffen erfolgreich waren und sein werden. Gabriele Heider denkt und lebt seit dreißig Jahren als bildende Künstlerin. Ihre Bilder sprechen für sich.

Gabriele Heider, geborene Becker, wächst auf Gut Friedrichstein in einem ländlichen Stadtteil von St. Augustin auf. Der Gutshof liegt inmitten einer großzügig angelegten Parkanlage. Von der Hauptstraße führt ein schmaler Weg zum stattlichen Herrenhaus mit angrenzenden Wirtschaftsgebäuden. Der Hof wurde 1923 von ihrem Großvater Fritz Becker, Architekt und Ziegeleibesitzer, erbaut. Der Großvater, so Heider, war ein sehr kreativer Mensch, der auch gern malte. Die Ziegelei wird nach dem zweiten Weltkrieg vom Vater Fritz Becker weitergeführt. Für die Baustoffe aus Ton und Lehm bestand damals großer Bedarf im Zuge des Wiederaufbaus. U.a. wurden damit auch Kriegsschäden am Kölner Dom ausgebessert. Anfang der Siebziger wird die Ziegelei dicht gemacht und die Familie baut einen Landwirtschaftsbetrieb mit Kühen, Rindern und Ackerbau auf. Diese ländliche Idylle prägt sich bei Gabriele Heider ein und wird später ein eigenwilliges, aber viel beachtetes Oeuvre der Künstlerin beeinflussen.

Studium bei Daniel Spoerri

Nach dem Abitur beginnt Gabriele Heider zunächst ein Studium der Germanistik und Philosophie an der Uni Bonn. Gegen den Willen ihrer Eltern entschließt sie sich schon ein Jahr später, an die damals noch so genannte Werkkunstschule in Köln zu gehen, um freie Kunst bei Daniel Spoerri und Bühnenbild bei Rolf Glittenberg zu studieren. Es ist ein wichtiger Schritt, der das manifestieren sollte, wozu sie sich seit ihrem sechsten Lebensjahr berufen fühlt, das heißt zur Künstlerin. Die Entscheidung hat allerdings auch Schattenseiten. Die ablehnende Haltung der Eltern führt dazu, dass sie auf eigene Initiative Gut Friedrichstein erst einmal verlässt. Für den Unterhalt des Studiums kommt sie mehr oder weniger selbst auf. Das nötige Geld verdient sie sich als Bühnenbildnerin an den Bühnen der Stadt Köln, mit Zeichenunterricht und mit Stipendien. An der Werkkunstschule lernt sie von der Zeichnung bis zum Akquarell alles, was zum Kunst-Handwerk gehört. Damit ist man natürlich noch keine Künstlerin, erzählt Gabriele Heider. "Dazu gehört die eigene Sprache, ein eigenes Thema."

Atelier auf dem Heuboden

1983, mit einem 1,0-Abschluss in der Tasche, heiratet sie den Kunststudenten Helmut Heider und bringt ein Jahr später Tochter Sarah zur Welt. Um dem Kind ein sicheres Zuhause zu geben, kehrt Gabriele Heider zurück nach Gut Friedrichstein. Im Wirtschaftsgebäude schafft sie sich ein eigenes Heim und ein ausgefallenes, aber beeindruckendes Atelier auf dem ehemaligen Heuboden. Der Showroom, wie sie es nennt, wird 1986 eingeweiht. In den Folgejahren organiert sie zahlreiche Ausstellungen im Atelier und im Kuhstall, lädt dazu internationale Künstler ein, wie beispielsweise zur "Survival Aesthetics". Die Ehe mit Helmut hält nicht sehr lange an. Das heißt, sie ist überwiegend allein verantwortlich für die Erziehung ihrer Tochter. Sie beklagt sich nicht. Im Gegenteil. Sie ist sehr stolz darauf, dass sie es neben ihren Herausforderungen als bildende Künstlerin, Managerin und Ausstellerin in guten und schlechteren Zeiten geschafft hat, Schulzeit und Studium der Tochter aus eigener Kraft zu ermöglichen. Inzwischen studiert Tochter Sarah "Neuere Deutsche Literatur und Kunstgeschichte" an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Vor dem Studium hat sie eine kaufmännische Ausbildung im Taschen-Verlag in Köln absolviert.


 


 

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1 Kommentar

von ludwig
25.01.09 14:12 Uhr
sprachloses empfinden

hallo gabriele....
zufällig bin ich beim herumschauen auf deine seiten gestoßen, und bin begeistert! mag sein, dass dir schon viele menschen das gesagt haben. es mag auch sein, dass du es gar nicht mehr ertragen und hören kannst. aber deine werke sind absolute klasse! das bild, welches unter "http://koeln-bonn.business-on.de/dateien/bilder/acryll_mischtechnik_auf_kuhmist_und_leinwand.jpg" von dir zu sehen ist, hat mich besonders stimuliert. ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es auf mich einen sehr beeindruckenden "kleeblatt"-rhytmus darstellt (das hatte ich bisher noch nie empfunden und gesehen!) wegen der gigantischen und sehr schönen farbenauswahl lässt es in der tat ettliche interpretation zu, und regt damit zum nachdenken an. (zuminest mich!) ebenso bin ich auch von "http://koeln-bonn.business-on.de/dateien/bilder/spontane_raum__und_formentstehung_2.jpg" überzeugt. da wenige künstler(Innen) eine ehrliche und interessante, als auch spontane reflektion und rückmeldung bekommen, dachte ich, dass es gut ist, dir zeilen zukommen zu lassen. ich gratuliere dir! .... und ich wünsche dir weiterhin erfolg bei deinem wirken. nur mit selbstbewußtsein ist das zu schaffen, was du zeigst.

 

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