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Ganz Köln eine Oper! Interview mit Andre Zalbertus

24 Stunden total lokal, emotional und ab sofort noch kuscheliger. Wo? Im Kölner „Heimatfernsehen“ center.tv. Was es mit Veedel-Reportern, Sabine Christiansen, Wikipedia, digitaler Revolution und der Fernsehfabrik auf sich hat, fragte Business-On.de den Gründer, Investor und Chef von center.tv, Andre Zalbertus.

business-on.de: Vor einem Jahr startete Ihr Lokalsender center.tv. Er kann seitdem zeitgleich über Kabel und Internet empfangen werden. Schon das eine kleine Revolution! Trotzdem gab oder gibt es viele Skeptiker aus den Reihen der etablierten Medienmacher. Was können Sie den Ungläubigen heute nach einem Jahr sagen?

Andre Zalbertus: An uns kommt keiner mehr vorbei. Sehen Sie, jeder verkabelte Fernsehzuschauer, der von Sendekanal 1 bis 30 zappt - und das tut er erfahrungsgemäß täglich -, hat mindestens einmal center.tv auf dem Fernsehschirm. Wir müssen nur dafür sorgen, dass er bei uns hängen bleibt. Zur Erläuterung: Die ersten 30 Plätze zählen zu den begehrtesten unter den TV-Sendern. Vergleichbar mit den besten Werbeplätzen auf einer Litfaßsäule. Außerdem lief das erste Jahr besser für center.tv als von uns prognostiziert. Das Konzept greift, wie auch das kürzlich gestartete Düsseldorfer center.tv beweist. Immerhin sind die Rheinische Post und Almond Media dort mit rund 51% beteiligt. Weitere Sendegebiete haben wir bereits im Visier.

business-on.de: Was unterscheidet center.tv eigentlich von den öffentlich-rechtlichen Lokalanbietern wie dem WDR? Ist es die 24-Stunden-Rundumversorgung mit Kölschem Leben oder ist es der von Ihnen forcierte Videojournalismus, der den Unterschied ausmacht?

Andre Zalbertus: Sicherlich ist unser Verständnis von lokalen Inhalten ein anderes als das des WDR. Unser Fernsehen ist emotional. Aber Sie haben Recht, es gibt noch einen anderen gravierenden Unterschied. Während das Kamerateam vom WDR mit vielen Lastwagen anrollt, brauchen wir gerade mal einen Jeep und einen Smart. Unsere Mitarbeiter arbeiten mit kleinen, professionellen DV-Kameras vor Ort. In unseren Studios sitzt kein Cutter, weil unsere Journalisten selbst in der Lage sind, ihren Film mit einfach zu bedienender Software zu schneiden. Sie sind von uns zum Videojournalisten ausgebildet worden. Unterm Strich heißt das, dass wir erheblich kostengünstiger produzieren als der WDR. Mit Stolz kann ich behaupten, dass wir als erste in Europa die digitale Revolution umgesetzt haben.

business-on.de: Wir werden auf die digitale Revolution noch zu sprechen kommen. Zunächst aber: Welche Ziele haben Sie sich für das zweite Jahr mit dem Kölner Heimatsender gesetzt? Kommt etwa Sabine Christiansen in Ihr Studio?

Andre Zalbertus: Nicht wirklich, aber uns schwebt ein Polittalk vor à la Christiansen für Köln. Unser vorrangiges Ziel im zweiten Jahr wird sein, das Programm von center.tv um mindestens sieben Stunden auszubauen. Auf der Agenda stehen neue Formate im Bereich Kunst, Kultur, Politik und Genuss. Neue Sendeplätze haben wir beispielsweise für den Abend von 22 bis 24 Uhr geplant - eine Zeit, in der es sich der Zuschauer gern kuschelig macht und sich vielleicht mit heimischer Kost ganz entspannt in den Schlaf wiegen lässt. Zwischen 6 und 9 Uhr ist eine total alternative Morningshow vorgesehen. Sie könnten beispielsweise die Glückwünsche zum Geburtstag Ihres Mannes auf Video festhalten und uns als Datei schicken, damit wir diese ausstrahlen. Im Anschluß an das Morgenprogramm wollen wir den Fokus auf Gesundheit & Wellness richten nach dem Motto, wo lebt man besser in Köln? Kochen gehört dazu, weniger im Kochstudio und schon gar nicht so hektisch wie beispielsweise bei Johannes B. Kerner. Wir werden Gäste in den von uns so genannten „Salon“ einladen und unter anderem über persönliche Rezepte und Gaumenkitzel reden.

Veedels-Reporter

business-on.de: Was wird es noch Neues geben? Etwa in Verbindung mit dem auf Neudeutsch genannten „User Generated Content“?

Andre Zalbertus: Gut, dass Sie das ansprechen. User Generated Content ist ein Wachstumsmarkt, auf den wir uns bereits eingestellt haben und den wir weiter ausbauen werden. Bereits zur Fußball-WM haben wir von Zuschauern Videos mit Geschichten, die das Leben schreibt, produzieren lassen. In der Karnevalssession werden wir hundert Veedels-Reporter losschicken. Wissen Sie, heute ist jeder in der Lage, ein Video zu produzieren. Die digitalen Kameras, die auf dem Markt angeboten werden, sind handlich und einfach zu bedienen. Sehen Sie hier beispielsweise das neueste Handy von Nokia. Es ist das erste Handy, das mit einer Videokamera ausgestattet ist. Wir haben sie getestet, die Filmqualität ist vollkommen ausreichend. Um Sensationsjournalismus zu verhindern, kontrollieren wir natürlich, was auf Sendung gehen kann, Zusätzlich bieten wir begleitende Workshops in unseren Studios an.


 


 

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