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Isenburg

Gastronomisches Schmuckstück der "Schäl Sick"





Die „Isenburg“ in Holweide überrascht mit ausgesuchter Gastlichkeit. Die beste kulinarische Adresse Kölns zwischen dem „Vendôme“ im Schloss Bensberg und der „Graugans“ im Hyatt-Hotel liegt etwas versteckt hinter dem Strunderbach im Vorort Holweide. In dem alten Rittergut wird der Gast mit exzellenter Küche, perfektem Service und opulentem Interieur überrascht.

Viele schöne Geschichten aus alter Zeit beginnen mit „Es war einmal......“. Also: es waren einmal zwei (Raub-)Ritter, die im Rechtsrheinischen hausten. Die überfielen um 1397 Kölner Bauern, raubten 41 Ochsen. Die Rindviecher wurden nach Düsseldorf getrieben und dort bei einem Gelage mit Rittern des bergischen Landtags verspeist.

Die Raubritter-Anekdote erzählt Günter Blindert auch heute noch gerne seinen Gästen. Doch es gibt keine gestohlenen Ochsen mehr in dem eleganten Restaurant in Holweide, es finden auch keine wilden Gelage mehr statt. Das Restaurant Isenburg ist seit nunmehr 22 Jahren die gastronomische Ausnahme in der nördlichen Hälfte der „Schäl Sick“. Gastwirt Blindert, der gelegentlich treffend als „Gentleman-Gastronom“ gelobt wird, versteht sein Handwerk. Er machte gleich drei Ausbildungen als Konditor, Koch und Kellner, kochte später für die Bundesmarine. Von 1974 bis 1985 arbeitete er im renommierten „Altenberger Hof“, zuletzt als Geschäftsführer.

Gastronomisches Schmuckstück im alten Kuhstall

Als er dann 1985 sein eigenes Restaurant in der alten Isenburg gründen wollte, rieten ihm alle Fachleute ab. Banker, IHK-Experten, Existenzgründungsberater – keiner glaubte an die Zukunft eines Restaurants für gehobene Ansprüche in der rechtsrheinischen „Pampa“. Doch Günter Blindert setzte sich durch. Aus dem ehemaligen Kuhstall der Wasserburg, machte er mit seinem Architekten ein gastronomisches Schmuckstück. Nur neun festlich eingedeckte Tische findet man im Gastraum, im ersten Stock gibt es noch ein gemütliches Separee für kleine Familienfeiern und ähnliche Events. Dazu an schönen Sommertagen Tische und Stühle auf der Terrasse unter Kastanienbäumen im Burggraben.

Auf die Teller kommen sommers wie winters ausgesuchte Extras wie „Kaninchen-Terrine mit Perigordtrüffel und Schwarzwurzelsalat“, „Nordsee-Steinbutt mit Entenstopfleber“ oder „Rehrücken mit Cranberrysauce, gebratenem Rosenkohl und Pfifferlingen“. Quitten-Linsengemüse ist sicher einen Versuch wert, Hummer-Ravioli mit grünem Spargel klingen verlockend, Terrine von der Valrhona-Schokolade mit gewürzten Orangen könnten das perfekte Mahl krönen. Oder doch lieber die Crème brûlée von Ziegenfrischkäse? Der kreative Küchenchef Günter Rönner wurde u.. a. mit 15 Punkten im Gault Millau und 3 Hauben im Bertelsmann Guide bewertet. Mit im Küchen-Team auch Rene Petzold, der früher im berühmten „Goldenen Pflug“ gearbeitet hat.

Preislich ist die „Isenburg“ eher „auf dem bürgerlichen Boden geblieben“: das fünfgängige Menu steht mit 49 Euro auf der Rechnung. Es werden gleich die zu den einzelnen Gerichten passenden Weine empfohlen (0,1 l meist ca. 5 Euro). Mittags gibt es Lunch mit drei Gängen für 29 Euro. Beispiele für „a la carte“: Geschmorte Entenkeule in Orangen-Pfeffersauce mit Rotkohlstrudel 16,50 €, Gebratener Loup de Mer auf Safran-Flußkrebs-Risotto 23 €, Sechs Felsenaustern „fine de Claire“ auf zweierlei Art“ 16 €.


 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Restaurant Isenburg in Köln


 

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1 Kommentar

von sperberling
24.01.10 12:58 Uhr
unverhofft

für mich unverhofft wurde ich - nur 100 m von meinem getreuen Facharzt entfernt - von Freunden in die " Isenburg " geführt : herrliches essen, über nur eine doppelseite ausgebreitet, also auch für den vergeßlichen Gast, ebenso bei den Weinen, alles von hinreissend engagiertem Wirt zelebriert : das war der tip der woche !!!