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Guttenberg sieht General-Motors-Insolvenz als Ausgangspunkt für Neuanfang

(ddp-nrw). Bei der Rettung des angeschlagenen Autoherstellers Opel scheint eine baldige Lösung nicht in Sicht. Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) könnte auch «eine geordnete Insolvenz» der US-Konzernmutter General Motors (GM) der «Ausgangspunkt für einen erfolgreichen Neuanfang für das Unternehmen Opel und seine Mitarbeiter sein». Derweil verständigten sich die europäischen Händler auf einen bis zu 500 Millionen Euro schweren Beteiligungsfonds. Unterdessen spielt der GM bereits mehrere Insolvenzszenarien durch.

Vize-Regierungssprecher Thomas Steg verwies darauf, dass die Gespräche der Bundesregierung und der US-Regierung unter Einbeziehung des vorgeschlagenen Treuhändermodells «fortgesetzt und möglicherweise in den kommenden Tagen weiter intensiviert» würden. Laut Guttenberg wird es «das nichtstaatlich geführte Treuhandmodell mit Bürgschaft» allerdings nur geben, «wenn sich die ausstehenden Konzepte der Interessenten als tragfähig erweisen». 

Mit der Treuhandlösung soll die Zeit zwischen der zunehmend wahrscheinlichen Insolvenz von GM und einem Opel-Verkauf an einen neuen Eigentümer überbrückt werden. Die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Werken unterstützen eine Treuhand -treuhand-die-uebertragung-von-rechten-an-dritte-_id43347.html'>Treuhand -Lösung, wie die «Süddeutschen Zeitung» (Freitagausgabe) berichtet. 

Aus dem Umfeld des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) verlautete jedoch, dass sein Bundesland bei der Finanzierung nur bereit sei, «im Geleitzug mitzufahren». An der Spitze müsse der Bund stehen. Hessens Regierungschef Roland Koch (CDU) kündigte im RBB-Inforadio an, dass sich die hessische Landesbank an den zu erwartenden Kosten von etwa 1,2 Milliarden Euro beteiligen werde. Zuvor müsse aber die Suche nach einem Investor so schnell wie möglich abgeschlossen werden. 

Unterdessen einigten sich in Wien Vertreter der rund 4000 europäischen Opel- und Vauxhall-Händler auf ihrer Frühjahrstagung auf ein Beteiligungsmodell. Demnach wollen sie in den kommenden drei Jahren pro verkauftem Fahrzeug 150 Euro in einen Fonds einzahlen und so bis zu 500 Millionen Euro aufbringen. Mit dem Fonds wolle sich der Verband an einer europäischen Opel- und Vauxhall-Gesellschaft beteiligen. Die konkrete Umsetzung des Modells sei noch in der Diskussion und werde zudem von der Entscheidung eines zukünftigen Investors abhängig gemacht. Der Verband soll der Bundesregierung sowie GM nun ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten.

Laut dem Düsseldorfer Opel-Großhändler Peter Dahlmann strebt der Verband neben einer 20-Prozent-Beteiligung an Opel auch einen Sitz im Aufsichtsrat an. «Damit können wir die Produktentwicklung künftig stärker durch Händlererfahrungen beeinflussen», sagte er der «Rheinischen Post» (Samstagausgabe) vor dem Treffen.

Derweil bereitet sich GM offenbar auf eine mögliche Insolvenz vor und prüft mehrere Lösungswege. Eine der möglichen Optionen sei ein sogenannter «Verkauf nach 363», eine juristische Besonderheit im US-Insolvenzrecht, teilte der Konzern der US-Börsenaufsicht SEC mit. Dieser Weg werde vom Konzern aktuell als wahrscheinlichster eingestuft wird. Dieser könnten demnach die belasteten Vermögenswerte ausgliedern und die weiterzuführenden Geschäftsbereiche als «New GM» bündeln. GM hat bis Ende Mai Zeit, einen verbesserten Sanierungsplan vorzulegen. Andernfalls droht die Insolvenz.

Opel beschäftigt in Deutschland im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum, Eisenach (Thüringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) 25 000 Mitarbeiter.

Von Jürgen Wutschke

(ddp)


 


 

Karl-Theodor zu Guttenberg
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