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Kleine GmbHs

Geschäftsführer-Vergütung: Steuerliche Probleme bei mehreren Geschäftsführern in kleinen GmbHs

A und B sind beide Gesellschafter und Geschäftsführer der AB-GmbH. Die GmbH machte einen Jahresumsatz von 1 Mio. € und hatte weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigt. Aus den bekannten Gehaltsstruktur-Studien ergibt sich, dass ein angemessenes Gehalt für einen Geschäftsführer bei ca. 80.000 € liegt.

Was ist das angemessene Gehalt für beide Geschäftsführer? Nach der Rechtsprechung sind bei mehreren Geschäftsführern einer kleinen GmbH im Regelfall Gehaltsabschläge angebracht, um auf ein angemessenes Gehalt pro Kopf zu kommen. Pauschalen Kürzungen (zum Beispiel ein Gehalt von 40.000 € pro Geschäftsführer) oder Gehaltsabschlägen (30% pro Person) wird jedoch eine klare Absage erteilt. Wie immer, hängt das angemessene Gehalt von den Gesamtumständen ab, d.h. davon, wie sich die Geschäftsführer die Arbeit (zeitlich und qualitativ) und die Verantwortung teilen.

Eine Gehaltskürzung wird von der Rechtsprechung auch deshalb für gerechtfertigt angesehen, wenn die beiden Geschäftsführer auch Arbeiten mit übernehmen, die üblicherweise von Mitarbeitern ohne Geschäftsführungsstatus übernommen werden.

Es gibt Umstände, die nach der Rechtsprechung Vergütungszuschläge rechtfertigen. Solche einen Gehaltszuschlag rechtfertigenden Umstände sind z.B.:

  1. Durch die Arbeitsverteilung auf mehrere Geschäftsführer kommen zusätzliche, sich ideal ergänzende Qualifikationen und Erfahrungen zum Vorteil des Unternehmens zum Tragen.
  2. Die Gesellschafter-Geschäftsführer übernehmen zusätzlich (!) zu ihren eigentlichen Aufgaben die Arbeiten anderer Mitarbeiter.

Die Mitübernahme der Arbeiten anderer Mitarbeiter kann jedoch ebenso negativ ins Gewicht fallen und einen Abschlag nach sich ziehen. Dies ist dann der Fall, wenn die Geschäftsführertätigkeit etwa auf 35 Wochenstunden begrenzt ist und die übrige Zeit für normale Arbeitnehmertätigkeit zur Verfügung steht oder diese die Geschäftsführertätigkeit in den Hintergrund drängt.

Faustregel: Je umfangreicher, qualifizierter und betriebswichtiger (spezialisierter) die von einem der Geschäftsführer übernommenen Aufgaben sind, desto höher darf sein Gehalt ausfallen – desto niedriger aber auch das Gehalt seines weniger „qualifizierten“ Kollegen.

Liegt eine Teil-Geschäftsführertätigkeit oder eine Teilzeit-Geschäftsführertätigkeit vor, so sind Gehaltsabschläge geboten.

(VSRW-Verlag)


 


 

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