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Gesellschaftsrecht und Unternehmenssteuern im Wandel

Der Slogan „Steuerrecht geht, Unternehmensrecht besteht“ gilt nicht mehr. Die Unsicherheiten über fortlaufende Steuerreformen gehören zum daily business; mittlerweile erlebt auch das Gesellschaftsrecht gravierende Veränderungen. Zu aktuellen Themen wird nachfolgend ein Kurzüberblick gegeben.

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Die GmbH hat infolge der europäischen Niederlassungsfreiheit Konkurrenz vor allem durch die Limited erhalten. Kein Mindesteigenkapital, geringe Gründungskosten, wenig Bürokratie reizen trotz Risiken. Das MoMiG (Entwurf vom 29.05.2006, Inkrafttreten 2007) will die GmbH modernisieren. Zur Gründung reicht ein Stammkapital von 10.000 Euro, das auch bei der Einmann-GmbH zur Hälfte ohne zusätzliche Sicherheitsleistung aufzubringen ist, und die beantragte und erteilbare Gewerbeerlaubnis. Geschäftsanteile von 1 Euro werden möglich und einfacher übertragbar. Nur in der Insolvenz der GmbH haftet der Gesellschafter für die insolvenznahe Rückführung seiner kapitalersetzender Leistung. Das Cash-Pooling wird kodifiziert und die Verlegung des Verwaltungssitzes ins Ausland zugelassen. Parallel wurden als neue Rechtsformen mit Haftungsbeschränkung für „kleinere Unternehmen“ die „Basisge-sellschaft mbH“, der „ Kaufmann mbH“ und die „Unternehmensgründergesellschaft“ vorgeschlagen. Zudem wird in 2006 das elektronische Handelsregister eingeführt.

Die ertragsteuerliche „Gleichstellung“ von Kapital- und Personengesellschaften ist nach 2008 verschoben. Es bleibt bei den bekannten Entscheidungskriterien; im Grundsatz ist die Personengesellschaft bei Gewinnausschüttung, die Kapitalgesellschaft bei Gewinnthesaurierung und im mehrstufigen Kapitalgesellschaftsverbund tendenziell günstiger; Optimierungen sind mit hybriden Gestaltungen erreichbar. Unsicher ist, ob die 95%-Steuerfreistellung von Gewinnausschüttungen der Tochter- an die Mutterkapitalgesellschaft bzw. des Anteilsverkaufs erhalten bleibt. Andererseits werden Gewinneinkünfte von der ab 2007 geltenden „Reichensteuer“ (erhöhter Steuersatz von 45% bei Einkommen über 250TEuro bzw. 500 TEuro bei Zusammenveranlagung) befristet ausgenommen.


 


 

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