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Gesetzliche Krankenkassen

Finanzpolster der Krankenkassen wächst

Gesetzliche Krankenkassen haben einen Rekordwert an finanziellen Reserven erreicht. Das Gesundheitsministerium in Berlin bestätigte, dass die Kassen derzeit einen Überschuss von fast 22 Milliarden Euro aufweisen.

An die Versicherten soll dieser finanzielle Überschuss vorerst nicht weitergegeben werden. Die Reserven der gesetzlichen Krankenkassen belaufen sich genau auf 21,8 Milliarden Euro. Davon sind 12,8 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres als Polster angespart worden. Die anderen 9 Milliarden finden sich bei der Geldsammelstelle der Krankenkassen wieder, auch als Gesundheitsfonds bekannt. Eine Pflichtreserve besteht bei allen Kassen. Jedoch nur ein Teil des Überschusses ist an diese Reserve gebunden.

Krankenkasse oder Sparkasse

Die Krankenkassen konnten in den ersten sechs Monaten Einnahmen von 94,8 Milliarden Euro vorweisen. Damit liegt der Überschuss bei 2,7 Milliarden Euro. Gestiegene Löhne und Renten ließen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3,1 Milliarden Euro ansteigen. Das finanzielle Polster haben sich die Krankenkassen durch zusätzliche Einsparungen erwirtschaftet. Die Ausgaben sanken im Vergleich zu 2011 um 2,8 Milliarden Euro.

Der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert die Krankenkassen derzeit auf, ein Teil des Geldes an die Versicherten umzuleiten. Dies könnte durch Verbesserungen der Kassenleistung oder durch die Ausschüttung von Prämien erfolgen. In seiner Aufforderung zieht Bahr den Vergleich von der Krankenkasse zur Sparkasse. Die zulässige Obergrenze für die Reserven gesetzlicher Krankenkassen liegt bei 1,5 Monatsausgaben. Weitere finanzielle Reserven sind an die Versicherten abzugeben oder entsprechend einzusetzen. Bisher profitieren jedoch nur 700.000 Versicherte von dem Überschuss. Über 70 Millionen Menschen gehören in Deutschland der gesetzlichen Krankenversicherung an. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet jedoch in der zweiten Jahreshälfte mit einem deutlich geringeren Überschuss bei den Krankenkassen.

(Florian Weis)


 


 

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