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„Gesundheitssystem verschwendet mindestens zwei Milliarden Euro“

Das Gros von Erkrankungen ließe sich kostengünstig durch eine emotional herbeigeführte Bewusstseinsveränderung vermeiden. Die bisherigen präventiven Maßnahmen greifen nicht, und ihre weitere Durchführung bedeutet die Verschwendung von Geld, kritisieren Sven-David Müller-Nothmann vom Zentrum für Ernährungskommunikation und -beratung (ZEK) sowie Entspannungspädagogin Almut Carlitscheck in Köln.

Mindestens ein Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen wandern in die Prävention, doch was passiert mit diesem mehr als zwei Milliarden Euro und warum greifen die Maßnahmen nicht, stellen die Präventionsexperten das bisherige Konzept der Gesundheitsförderung in Frage. Sie bezichtigen das Gesundheitswesen der Verschwendung von vielen hundert Millionen Euro. Scheinbar kommen die Botschaften in teuren Fernsehspots, Anzeigen und auf Plakatwänden nicht an, und die Informationen in Broschüren und Büchern führen nicht zum Ziel. Präventive Maßnahmen in Deutschland sind insbesondere auf Information ausgerichtet, greifen also Themen kognitiv auf. Sie führen daher nicht zur notwendigen Bewusstseinsveränderung.

Wer sich selbst und seinem Körper nicht mit Wertschätzung und Respekt begegnet, kann Prävention nicht ernst nehmen. Natürlich ist jedem Raucher bewusst, dass Rauchen ungesund ist, jeder Gestresste weiß um die Effektivität von Entspannung und allen Übergewichtigen oder Fehlernährten ist klar, dass Äpfel weniger Kalorien enthalten und gesundheitsförderlicher sind als Kartoffel-Chips. Aber die reine Informationsvermittlung, die gerade im Ernährungsbereich bei Institutionen und Experten beliebt ist, führt zu fast nichts.

„Wir leben also nicht in einer Präventionswüste, sondern die Durchführung der Prävention ist wüst“, mokieren sich Müller-Nothmann und Carlitscheck. Prävention ist nur sinnvoll, stellen sie fest, wenn sie Emotio und Ratio gleichermaßen anspricht und durch gezielte Maßnahmen zur Bewusstseinsveränderung und zu neuen Lebenskonzepten führt. Welche Kampagne macht beispielsweise deutlich, dass Lebensmittel Mittel zum Leben sind? Die Umstellung von Gewohnheiten ohne nachvollziehbaren Nutzen und Lustgewinn greift zu kurz, bekräftigt Almut Carlitscheck ihre Systemkritik.

Die Prävention muss nach Müller-Nothmann ganzheitliche Ansätze haben. „Effektiv kann sie nur sein, wenn sie Bewegung, Entspannung und Ernährung einschließt. Dabei ist es so angenehm, gesundheitsbewusst zu leben und Körper, Geist und Seele zu pflegen. Wir fordern und glauben an ganzheitliche Prävention, die Abschaffung von eindimensionalen Konzepten und die universitäre interdisziplinäre Ausbildung von Präventionsfachleuten und genau das planen wir in einem großen Team.“ Die ganzheitliche Prävention spare Millionen ein, gestalte die wüste Prävention zur ordentlichen Prävention und mache wenigstens jede zweite Erkrankung vermeidbar. „Die eindimensionale Fokussierung auf Ernährung, Bewegung oder Entspannung ist aus psychogenetischer Sicht abzulehnen“, betont die diplomierte Pädagogin Almut Carlitscheck abschließend nachdrücklich.

Kostenlose ärztliche Gesundheitsberatung unter www.qualimedic.de.

(Redaktion)


 


 

Gesundheit
Ernährung
Sven-David Müller-Nothmann

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2 Kommentare

von Pusteblume
07.12.06 18:38 Uhr
dummes Konzept

Wie eine solche interdisziplinäre Ausbildung aussehen soll, ist mir unklar. Haben doch weder Ökotrophologen noch Pädagogen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Dann wird wohl auch ein Präventionsfachmann Taxi fahren müssen und seine Weisheiten dort Kund tun...

von S.-D.Müller-Nothmann
08.12.06 10:02 Uhr
Prävention ist die Zukunft

Die Arbeitsplatz-Chancen für gut ausgebildete Fachkräfte, die beweglich sind, ist in allen Berufsgruppen gut. Selbstverständlich können auch Ernährungswissenschaftler Stellen finden. Die Prävention ist die Zukunft im Gesundheitsmarkt. Die Bereitschaft der Bevölkerung dafür Geld auszugeben wächst ständig und das Gesundheitssystem investiert Milliardenbeträge. Damit lassen sich viele tausend Stellen schaffen. Aber neue Präventionskonzepte müssen den Markt bereichern.

 

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