Weitere Artikel
Teil 1

Abgeltungsteuer: Wie hoch sind Gewinnausschüttungen der GmbH belastet?

Wenn der Jahresabschluss für das Vorjahr fertig ist und die Vorschläge zur Gewinnverwendung in den Köpfen gereift sind, werden Nägel mit Köpfe gemacht, d.h. die Gewinnausschüttungen beschlossen. Im Anschluss daran sind die Zahlungen anzuweisen – hier trägt der Geschäftsführer eine besondere Verantwortung für die Beachtung aller steuerlichen Vorschriften, insbesondere jener über die Abgeltungsteuer. Sie muss einbehalten, angemeldet und abgeführt werden.

Seit 2009 sind sämtliche Gewinnausschüttungen einer
GmbH an ihre Kapitalgeber abzugsteuerpflichtig. (§ 43 bs. 4 EStG). Es spielt für die Abzugspflicht der GmbH keine Rolle, ob es sich beim Empfänger dabei um betriebliche oder private Einkünfte handeln wird – das weiß der GmbH- Geschäftsführer zuweilen auch gar nicht. Der Unterschied zeigt sich allein auf Gesellschafterebene: Der Steuerabzug entfaltet nur für private Kapitalerträge (Kapitalertrag - Was ist das eigentlich?) Abgeltungswirkung. Sind die Erträge als betrieblich anzusehen, kann der Steuerabzug lediglich bei der (durchzuführenden) Veranlagung des Zahlungsempfängers angerechnet werden, abgeltend ist er gerade nicht.

Die „ Kapitalertrag steuer mit Abgeltungswirkung bei Kapitalanlagen im Privatvermögen“ (so die korrekte Bezeichnung der Abgeltungsteuer), die nach dem Gesetz 25% beträgt, erhöht sich um den Solidaritätszuschlag (SolZ), der 5,5% der Abgeltungsteuer beträgt. Zudem kann bei Konfessionsmitgliedern noch Kirchensteuer hinzukommen, aber nur dann, wenn die Mitgliedschaft der GmbH angezeigt worden ist.

Daher ergibt sich folgende Steuerbelastung Prozentsatz
Abgeltungsteuer25.000%
zzgl. SoIZ; Abzugssatz insgesamt also in jedem Fall26,375%
zzgl. Kirchensteuer in Bayern und Badem-Würtenberg, insgesamt27.819%
zzgl. Kirchensteuer in den anderen Bundesländern Deutschlands, insgesamt27,996%

Die Unterschiede liegen darin begründet, dass die Kirchensteuer Ländersache ist. Dadurch haben die Bundesländer unterschiedliche Kirchensteuersätze. Darüber hinaus senkt die Kirchensteuer wiederum die „Flatrate“ von 25% mit komplizierter Formel, die sich in § 32d Abs. 1 Satz 3 und 4 EStG findet.

Der SolZ steht derzeit auf dem höchstrichterlichen Prüfstand. Deshalb ergehen alle Einkommensteuerbescheide mit einem entsprechenden Vorläufigkeitsvermerk. Diese Vorläufigkeit gilt nicht für Kapitalertragsteueranmeldungen der GmbH. Muss der SolZ im Anschluss an die Entschei- dung des Bundesverfassungsgerichts an GmbH-Gesellschafter (allgemein: Kapitalanleger) erstattet werden, wird auf deren Antrag auch der SolZ erstattet, der auf die von der GmbH einbehaltene Kapitalertragsteuer entfiel. So hat es das Bundesfinanzministerium mit Schreiben vom 23.4.2010 geregelt. Eine Wahlveranlagung zur Einkommensteuer unter Einbezug der Kapitalerträge (§ 32 Abs. 4 EStG) ist insoweit nicht erforderlich.

(VSRW-Verlag)


 


 

Gewinnausschüttung
Kirchensteuer
Kapitalertragsteuer
EStG
SolZ

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Abgeltungsteuer" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: