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Lohnende Umrüstung

Startschuss für einen grünen Globalismus

Seit der Klimakonferenz auf Bali weiß es jeder – der Klimawandel ist menschgemacht. Spätestens mit dem Einlenken George Bushs und der Akzeptanz, dass der Menschheit Katastrophen drohen, wenn sie nicht der globalen Erwärmung entgegen arbeitet, ist das öffentliche Interesse an Umweltthematiken groß. Selbst Privatsender, die sonst nur mit großen Explosionen und knappen Bikinis um die Zuschauer werben, beginnen sich und ihr Publikum für die Umweltproblematiken zu interessieren.

Doch oft verfügen diese Alltags-Aktivisten nur über halbgares Wissen. Die Schuld für die immensen CO2-Emissonen der Menschheit sehen viele in den boomenden Industrien der Schwellenländer Asiens oder Lateinamerikas, deren wachsende Industrie sie für die steigende Umweltbelastung verantwortlich machen. Sie klagen über mögliche Steuererhöhungen im eigenen Land, auch wenn diese Gelder dafür eingesetzt werden sollen, die eigene Industrie umweltfreundlicher zu gestalten. Dass manche dieser Schwellenländer schon heute in Sachen Umweltschutz weiter sind als wir, und dass der Umschwung notwendig und auch gewinnbringend sein kann, wird selten gesehen.

So bezieht beispielsweise Brasilien rund 44 Prozent seines Energiebedarfes aus erneuerbaren Quellen, in Europa sind es gerade mal 6,1 Prozent. Dass solche Investitionen nicht nur die Umwelt schonen, sondern sich auch lohnen, sollte bei einem Ölpreis von circa 100 US-Dollar pro Barrel leicht verständlich sein.

Auch lohnt sich das genauere Betrachten Chinas, welches in der Öffentlichkeit, neben den USA, oft als Buhmann von Bali bezeichnet wurde. Beide Länder wollten sich auf der Klimakonferenz zu keinen festen Abmachungen verpflichten. Bald schon wird die Volksrepublik, noch vor Amerika, der größte Emittent von Treibhausgasen sein – kein Wunder also, dass die unkonkreten Umweltschutzpläne aus dem Reich der Mitte Umweltschützer auf die Palme brachten. Aber schauen wir genauer hin: Schon lange vor Bali und der Olympiade hat China begonnen, sich intensiv mit Umweltproblematiken auseinanderzusetzen. In Peking fahren schon heute wahrscheinlich mehr Elektroautos als in jeder anderen Metropole. 2008 will das Land rund 10 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien investieren – nur Deutschland wendet noch mehr Gelder auf. So ist China schon heute eine der führenden Nationen in Sachen Sonnen- und Windenergie. Die Volksrepublik hat begriffen, dass der Umweltschutz keine Bremse für die Wirtschaft darstellt, sondern ganz im Gegenteil das Wachstum der Wirtschaft beschleunigt.

Dies sehen die Regierung der Bundesrepublik Deutschland sowie Forscher an der amerikanischen Universität Berkeley ähnlich: Die Wissenschaftler haben errechnet, dass, wenn die USA ihren Strombedarf zu 20 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen speisen würde, rund 300.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. In Deutschland kann man davon ausgehen, dass bis Ende des nächsten Jahrzehntes mehr Menschen in der Umwelttechnologie als in der Automobilindustrie arbeiten werden. Experten der vereinten Nationen schätzen, dass die Investitionen in emissionsfreie Energielieferanten im Jahr 2020 1,9 Billionen USDollar erreichen werden.

Setzt man jetzt auf Umwelttechnologie, könnte man in wenigen Jahrzehnten der globalen Erwärmung wirksam entgegenwirken und zugleich das Zeitalter einer umweltfreundlichen Weltwirtschaft einläuten. Ein Umschwung, der sich für die Umwelt wie die Ökonomie gleichermaßen lohnen würde.

Kommentar:
Das Umrüsten auf eine grüne Industrie bietet enorm viele zukunftssichere Geschäftsoptionen – Möglichkeiten, die Innovation und Wachstum beflügeln können. Gerade in Deutschland, dem führenden Land für Umwelttechnologie, sollte man daher nicht klagen, sondern sich diesen Vorsprung sichern. So muss die Industrie mit gutem Beispiel vorangehen und den Umschwung wagen. Gerade jetzt lohnt dieser – dank staatlicher Zuschüsse und hoher Energiepreise bieten Investitionen, beispielweise in Wärmedämmung, langfristig gute Renditen, im privaten wie im geschäftlichen Rahmen.

Mehr aktuelle News im Mindsharing Blog.

(Björn Theis)


 


 

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