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Handwerk in Köln – Bonn boomt

Über das Handwerk und die Handwerker gibt es ja genügend Sprüche und Vorurteile. Ephraim Kishon hat sich in seinen Satiren gerne des Themas angenommen.

Glücklich kann sich schätzen, so der Klempner denn überhaupt kommt – wenn auch drei Stunden nach dem vereinbarten Termin. Gut bedient ist auch, wenn der Dachdecker sein Nichterscheinen telefonisch bekannt gibt. Schlecht ist der Fall, wenn man am vereinbarten Tag vom Mann im Blaumann weder was hört noch sieht. Kostet Nerven und einen Tag Urlaub. Na ja, und was die Betriebe für viel Geld teilweise leisten, machen private Fernsehanstalten in diversen Reportageformaten bei Reparaturversuchen von eingebauten Fehlern deutlich.

Aber, noch so ein Spruch: „Handwerk hat goldenen Boden.“ Zumindest in der Region Köln-Bonn liefert eine Umfrage der Handwerkskammer aktuelles Zahlenmaterial, das den Boden edel glänzen lässt. 43 Prozent der Handwerker bezeichnen ihre Geschäftslage als gut. Als schlecht beurteilen lediglich acht Prozent der Betriebe die Situation. Auf die goldene Mitte, also befriedigend, legten sich fast 50 Prozent der befragten 534 Unternehmen fest.

„Praktisch alle Handwerkszweige sind vom gegenwärtigen Wirtschaftshoch erfasst", so Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Kammer. Lokomotiven sind dabei die Bau- und Metallbranchen, die die Geschäftslage überwiegend mit gut kennzeichnen. Etwas anders sieht es beim „personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe“ aus. Hierzu zählen Friseure, Textilreiniger und Uhrmacher, sie sehen ihre Lage in der Regel befriedigend.

Die wieder aufgenommene rege Bautätigkeit kommt vor allem der so genannten Gruppe „Bauhauptgewerbe“ zu Gute. Schlecht sieht die Situation in dieser Gruppe niemand. 75 Prozent aller Dachdeckerbetriebe sieht positiv auf das Geschäft, und auch über die Hälfte aller Befragten aus den Gewerken Elektro und Maler/Lackierer freut sich über den Aufwärtstrend und kreuzt im Fragebogen die Bestnote an. Die positiven Signale schlagen sich auch auf die Zahl der Beschäftigten nieder. Von einem Anstieg von 2.000 bis 2.500 Arbeitsplätzen bis zum Jahresende spricht Weltrich.

Die Frage nach den Aussichten für das kommende Halbjahr wurde von den Handwerksbetrieben mit Zurückhaltung beantwortet. Fakt ist, dass in einigen Branchen die Auftragsbücher gut gefüllt sind, die Entwicklung insgesamt als stabil bezeichnet werden kann. Außerdem hat die Kammer Visionen, wie das Hoch lange anhält. Zum Beispiel durch die steuerliche Förderung von Sanierungsmaßnahmen. Und nicht durch die Ausweitung oder Verschärfung von Umweltzonen. Ach ja, die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Kölner Rheinuferstraße bewertet Dr. Ortwin Weltrich ebenfalls skeptisch. Da schließen wir uns an. Denn bei Tempo 70 – wie gehabt – wären die Herren Handwerker ja stets ein wenig früher am Ziel.

(FN)


 


 

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