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Hewitt-Studie

Milliardenverluste bei Übernahmen und Fusionen in Europa

Mehr als drei Viertel der im Rahmen einer Hewitt-Studie befragten Unternehmen in Europa geben an, dass ihre Ziele und Erwartungen der zuletzt durchgeführten Fusion oder Übernahme nicht erfüllt worden sind. In Summe haben die befragten Unternehmen bei ihren Fusionen und Übernahmen in den vergangenen zwei Jahren bis zu 12,5 Milliarden Euro verloren.

92 Prozent der Studienteilnehmer machen für dieses schlechte Ergebnis kulturelle Probleme während der Integrationsphase, den Verlust von Leistungsträgern, eine länger als geplante Realisierungszeit und die unzureichende Beachtung der Mitarbeiterbelange verantwortlich. „Es ist nicht verwunderlich, dass ein Großteil der befragten Unternehmen den HR-Bereich als kritischen Faktor bei einer Übernahme nennt. Sie nutzen auf der anderen Seite gerade einmal zehn Prozent der für die Due-Dilligence-Prüfung angedachten Zeit für den HR-Bereich. Sollen Ziele und Erwartungen vollständig erfüllt werden, muss deutlich mehr Zeit für die Bewertung von Positionen wie zum Beispiel das Humankapital, die Organistationsstruktur und die Führungskompetenz veranschlagt werden“, sagt Nelson Taapken, Leiter der HR-Beratung von Hewitt Associates. 

Personalbereich darf nicht vernachlässigt werden 

Die Ergebnisse der Hewitt-Studie zeigen, dass europäische Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen weltweit unterdurchschnittlich abschneiden, da sie dem HR-Bereich eine wesentlich geringere Bedeutung zuschreiben als Firmen in anderen Teilen der Erde. Nur sieben Prozent der europäischen Unternehmen beziehen den HR-Bereich im Rahmen einer Fusion mit ein, während dies weltweit bereits 35 Prozent der Unternehmen tun. Lediglich 24 Prozent der europäischen Unternehmen berücksichten HR im Übernahmeangebot (weltweit 43 Prozent) und nur 45 Prozent der Unternehmen in Europa beziehen den HR-Bereich in die Integrationsphase mit ein (weltweit 73 Prozent).

Das sind Ergebnisse der Studie „M&A Transactions and the Human Capital Key to Success“, die die Personalmanagement-Beratung Hewitt Associates veröffentlicht hat. Hierzu wurden Angaben von 96 Unternehmen aus den Regionen Asien, Europa, Süd- und Nordamerika ausgewertet, die in den vergangenen zwei Jahren ein kummuliertes Transaktionsvolumen von 568 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet haben.   

Steigerung des Marktanteils und Kostenreduzierung

Die Gründe für die Durchführung von Übernahmen und Fusionen unterscheiden sich hinsichtlich der Herkunft und damit des wirtschaftlichen Umfelds, in welchem die befragten Unternehmen agieren. Während 35 Prozent der in wachstumstarken Märkten tätigen Unternehmen angeben, gesteigerte Marktanteile und ein kontinuierliches Wachstum durch eine Übernahme oder Fusion generieren zu wollen, steht für 55 Prozent der in gesättigten Märkten tätigen Unternehmen vor allem die Einsparung von Kosten durch Fusionen und Übernahmen im Fokus. Unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld nennen jeweils 23 Prozent der befragten Unternehmen die Steigerung des Umsatzes als Anlass eine Übernahme oder Fusion zu planen und durchzuführen. 

Umsatz und Marktanteil ausschlaggebend  

93 Prozent aller befragten Unternehmen ziehen den synergetischen Umsatz als Messgröße zur Erfolgskontrolle der Fusion oder Übernahme heran. Weitere 86 Prozent beziehen Erfolg oder Misserfolg auf das Verhältnis zwischen altem und neuen Marktanteil. Hingegen berücksichtigen nur 61 Prozent der befragten Unternehmen die Bindung von Mitarbeitern und 54 Prozent die kulturelle Angleichung als Messgrößen bei der Erfolgskontrolle. „Unsere Untersuchung verdeutlicht, dass wesentlich mehr Augenmerk auf den HR-Bereich gelegt werden sollte. Trennt sich ein Unternehmen im Rahmen einer Transaktion von Spitzenleistungsträgern, so hat dies einen erheblichen finanziellen Einfluss. 47 Prozent der befragten Unternehmen haben zwischen 5,6 Prozent und 12,8 Prozent des gesamten Transaktionsvolumen durch den Verlust von Leistungsträgern eingebüßt“, sagt Taapken.

Das durch Fusionen und Übernahmen weltweit umgesetzte Transaktionsvolumen hat sich 2007 im Vergleich zu 1997 von 1,6 Milliarden US-Dollar auf 4,8 Milliarden US-Dollar verdreifacht. Noch Mitte 2008 erwarteten 59 Prozent der befragten Unternehmen eine weitere Zunahme an Fusionen und Übernahmen innerhalb der kommenden zwei Jahre. „Nachdem die Befragung abgeschlossen war, kam es jedoch zu drastischen und unerwarteten Veränderungen in der Weltwirtschaft, so dass bis Ende 2008 in Summe weniger Fusionen und Übernahmen stattfanden, als zunächst angenommen. Für das laufende Jahr erwarten wir einen weiteren Rückgang“, so Taapken weiter.  

(Redaktion)


 


 

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