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Holger Hegemann

Gründerfinanz unterstützt junge Unternehmen mit individuellen Versicherungslösungen

"Die Worte fair, transparent und unabhängig werden in der Versicherungsbranche sehr inflationär gebraucht"

business-on.de:  Was macht Ihr Beratungskonzept so fair und transparent, wie es auf Ihrer Webseite dargestellt wird? Was sind die konkreten Besonderheiten?

Holger Hegemann: Die Worte fair, transparent und unabhängig werden in der Versicherungsbranche sehr inflationär gebraucht. Dabei besteht ja gerade gegen die Versicherungsbranche oft auch zu Recht ein gewisses Misstrauen, weil manches gerade nicht wirklich transparent dargestellt wird. Und ja, ich benutze diese Worte auch und möchte, dass die GründerFinanz daran gemessen wird. Ich versuche z.B. Transparenz zu schaffen, indem ich in der Beratung auch darauf eingehe, was gerade nicht versichert werden kann. So vermeiden wir im Schadensfall böse Überraschungen.

Ich versuche dem Unternehmer klar aufzuzeigen, welche Risiken trotz Versicherung bei ihm bleiben und im Zweifel von der Firma getragen werden müssen. Und ich sage Ihm auch, welches Risiko er ggf. selber tragen kann, weil es nicht die Existenz der Firma bedroht. Nicht jede Versicherungslösung ist ein Muss und jeder Unternehmer hat ein anderes Risikobewusstsein. Somit steht das Aufzeigen von Lösungsansätzen an erster Stelle der Beratung. Unser Klient soll sich ein realistisches Bild vom Risiko und den Haftungsbedingungen machen können.

Es geht um die passende Lösung in der jeweiligen Phase des Unternehmens. Für einen Gründer ist z.B. die Gewerbe-Haftpflichtabsicherung seiner GmbH von Anfang an nötig und wichtig. Die Beratung der betrieblichen und / oder privaten Altersvorsorge des Gründers ist Anfangs sicher noch kein Schwerpunkt, aber eines Tages wird auch diese Beratung ein Thema sein. Es ist mein Ziel, mit meinen Kunden auch in 20 Jahren noch über ihre Absicherungen zu sprechen. Und dafür ist Vertrauen und Kompetenz wichtig.

business-on.de:  Warum soll ein Interessent Ihre Beratung, der eines anderen Anbieters vorziehen?

Holger Hegemann: Die Frage ist für einen selber schwer zu beantworten. Viele meiner Kunden sagen, dass Sie an mir schätzen, dass ich nicht wie der klassische Versicherungsmakler bin. Ich denke aber, dass da das Klischee des Versicherungsvermittlers eine große Rolle spielt. Trotzdem sehe ich es als Kompliment und freue mich natürlich darüber. Ich versuche einfach, ich zu sein, und sage mir immer wieder, dass ich meine Persönlichkeit in den Beruf einbringen will, aber der Beruf meine Persönlichkeit nicht bestimmen soll.

Gerade in einem Beruf, in dem das Vertrauen eine wichtige Rolle spielt, ist Authentizität der einzige Weg. Alles andere ist im Grunde gespieltes Vertrauen. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass das Verhältnis zu meinen Kunden nicht nur aufgrund von passenden Produkten entsteht. Genauso wichtig ist mir ein respektvolles und vertrauensvolles Miteinander. Kurz gesagt, man muss auch zusammen passen. So sehe ich es jedenfalls. Und wenn die Chemie auch mal nicht stimmt, dann ist es auch in Ordnung, wenn es zu keiner Geschäftsbeziehung kommt. Wie bereits erwähnt, möchte ich langfristige Kundenbeziehungen aufbauen und dazu gehört mehr als „nur“ das passende Produkt.

business-on.de:  Sehen wir uns die andere Seite aber auch noch einmal an. Welche Vorteile hat ein Interessent davon, sich für Ihr Angebot zu entscheiden?

Holger Hegemann: Ich habe mich auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert und sage Interessenten auch offen, wenn meine Leistungen nicht zu ihrem Unternehmen passen. Spreche ich zum Beispiel mit einem Interessenten, der für sein Bauunternehmen Maschinen und Haftpflichtrisiken versichern will, verweise ich ihn an andere Spezialisten, die ihm besser weiterhelfen können. Kommt aber ein Dienstleister vorbei, der seine Vermögensschadenhaftpflicht und Cyber-Risiken absichern oder ein betriebliches Altersvorsorgekonzept (bAV) mit Berufsunfähigkeitslösungen ohne Gesundheitsprüfungen implementieren will, kann ich ihm sehr wohl weiterhelfen.

Dabei kommt es gerade im Firmenkundengeschäft auf die enge Betreuung an. Ist beispielsweise ein bAV-Konzept einmal in die Firmenprozesse integriert, entlastet ein dauerhafter Beratungsprozess vor allem die Personalabteilung des Unternehmens. In vielen Firmen erlebe ich aber genau das Gegenteil. Hier erfolgt lediglich eine Erstberatung. Daran schließt sich weder eine Betreuung noch eine Weiterentwicklung bestehender Konzepte an.

Das war auch der Grund für mich, ein Beratungsunternehmen mit meiner eigenen Philosophie zu gründen. Es geht mir nicht um möglichst viele Neukunden, sondern um eine dauerhafte Geschäftsbeziehung mit bestehenden Kunden. Bei vielen großen Strukturvertrieben ist es aus meiner Sicht schwerer, diese Bindung zu erzeugen, weil die Fluktuation der Mitarbeiter größer ist. Das birgt wiederum die Gefahr, sich zu sehr auf den kurzfristigen Erfolg zu konzentrieren.

"Wir erleben in Deutschland gerade einen „Boom“ ums Gründen!"

business-on.de: Können Sie konkrete Erfahrungen aus Ihrer beruflichen Vergangenheit benennen, durch die Sie junge Gründer besser verstehen als Ihre Konkurrenz ?

Holger Hegemann: Wir erleben in Deutschland ja gerade einen „Boom“ ums Gründen! Es ist angesagt und wird sogar auf politische Ebene und in den Medien stark thematisiert. Das ist toll und motiviert junge Unternehmer. Aber eines sollte man dabei nicht vergessen. Die Hausaufgaben bleiben und dazu gehört nicht nur die Idee, sondern auch der evtl. etwas langweiligere Business Plan. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Start Ups, die Ihre Hausaufgaben von Anfang an erledigen, auch am Markt bestehen. Da kommt es nicht einmal so sehr auf die Idee an.

In der Beratung merke ich außerdem gelegentlich, dass sich Start Ups den Versicherungsschutz in Höhe von z.B. 100 € im Monat nicht leisten können. Obwohl dieser Schutz Ihre Existenz im Schadenfall sichert. Und ich verstehe, dass man lieber in die Idee investiert, als Versicherungen bezahlt. Aber wenn dieser Mindestbeitrag an Absicherung nicht im Budget eingerechnet ist, dann wurden die Hausaufgaben vor der Gründung nicht sorgfältig gemacht. Und oft sind es gerade diese Fehlplanungen, die eines Tages zur Insolvenz führen, obwohl die Unternehmensidee vielleicht sogar ganz gut war. Dabei hätte man Fördermittel oder Gründerkredite vielleicht nur etwas höher oder langfristiger auswählen müssen.

Deshalb empfehle ich dem Gründer vor der Gründung auch mal den Gang zum Rechtsanwalt, Steuerberater, Versicherungsmakler und zu Beratungsstellen der Stadt oder der IHK. Hier habe auch ich anfangs wertvolle Informationen bekommen und in die Gründung einfließen lassen. Um einen Gründer besser zu verstehen, ist es sicher von Vorteil, selbst gegründet zu haben und viel Kontakt zu Gründern zu haben. Einige Unternehmensideen meiner Kunden sind ähnlich, andere können sich super ergänzen. Hier geht es also auch darum, mitzudenken und zu vernetzen.

"Es ist nicht unbedingt die Idee, die den Erfolg ausmacht"

business-on.de:  Was macht Ihrer Meinung nach eine erfolgsversprechende Geschäftsidee aus?

Holger Hegemann: Es ist nicht unbedingt die Idee, die den Erfolg ausmacht, sondern der Gründer und sein Team. Wenn sich eine bestimmte Idee nämlich nicht durchsetzt, dann erkennt ein gutes Team diese Entwicklung und zieht daraus frühzeitig die entsprechenden Schlüsse. Ich habe oft erlebt, dass eine erfolgreiche Geschäftsidee aus einer gescheiterten entstanden ist. Und diese Geschäftsideen sind dann oftmals erfolgreich, weil sie aus der Praxis heraus entstanden sind. Dies zu erkennen und sich auch mal von einer erfolglosen Idee zu lösen, ist sicher nicht einfach, aber genau hier liegt die große Stärke eines guten Gründers. Er entwickelt sein Geschäftsmodell weiter.

Und ich glaube auch, dass kaum ein Gründer sein Modell zu 100% so durchgesetzt hat, wie es anfangs gedacht war. Neue Erfahrungen während der Gründung eröffnen neue Richtungen und Wege. Diese Flexibilität und diese Wachsamkeit sind für mich mit die wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen Gründers.

business-on.de: Welche Fehler beobachten Sie oft bei jungen Gründern und wie profitiert die Qualität Ihrer Beratungsleistung von Ihrem Wissen um diese typischen Fehler?

Holger Hegemann: Jungen Gründern fehlt Erfahrung. Dafür sind sie unbelastet und habe Visionen. Auch sind sie unabhängiger in Bezug auf ihre Verpflichtungen im privaten Leben. Deshalb kann es ein Vorteil sein, jung zu gründen. Fehler und ein Scheitern sind hier leichter zu verkraften. Aber deshalb rate ich auch gerade jungen Gründern, Ihre fehlende Erfahrung auszugleichen, indem sie sich einfach mehr informieren und austauschen.

Natürlich kenne ich solche Gespräche. Jeder Gründer ist interessiert daran, über seine Idee zu sprechen. Das finde ich super spannend und gebe neben der Versicherungsberatung auch gerne meine Meinung und Erfahrungen weiter. Ich habe auch Gründern von Ideen abgeraten und Zweifel geäußert. Wieder anderen empfehle ich, die Idee erstmal parallel zum bestehenden Beruf zu entwickeln und nicht gleich das Standbein des festen Einkommens aufzugeben. Die Gründung ist schließlich ein Auf und Ab und da ist Sicherheit in Gestalt eines finanziellen Polsters oder ein regelmäßiges Einkommen sehr wichtig.

business-on.de: Gibt es noch weitere typische Fehler?

Holger Hegemann: Ich beobachte auch oft, dass in der Gründungsphase sehr oft sehr viel angeschoben wird. Man sieht überall Chancen und startet unglaublich viele Projekte. Aber dadurch besteht die Gefahr, dass kein Projekt die volle Aufmerksamkeit bekommt und somit die Qualität leidet. Hier ist weniger oftmals mehr, auch wenn der große Reiz nachvollziehbar ist, den Chancen nachzugehen. Aber die wirklichen Chancen entstehen meist erst nach 3 - 4 Jahren, wenn man die ersten Projekte konzentriert und erfolgreich abgeschlossen hat. Dann wird man wahrgenommen und viele Dinge ergeben sich viel einfacher als in den ersten 1-2 Jahren. Es ist tatsächlich so, dass Wachstum eine gewisse Zeit braucht. Deshalb ist es wichtig, geduldig zu bleiben und seinen Fokus auf seine Stärken zu richten und nicht einem Projekt nach dem anderen hinterherzujagen. Nach ein paar Jahren wird man unterscheiden können, was eine Chance ist und was einem keine weitere Entwicklung bringt. Deshalb empfehle ich jedem Gründer, sich auch mit anderen Gründern auszutauschen, die evtl. schon 3 - 5 Jahre dabei sind.

Hier mache ich auch selber wieder neue Erfahrungen. Fehler macht schließlich jeder. Wichtig ist nur, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und dabei möchte ich natürlich jedem Gründer gerne helfen und Erfahrungen weitergeben. Deshalb halte ich die persönliche Beratung und den persönlichen Austausch für sehr wichtig. Und im Zuge der Digitalisierung der Versicherungsbranche möchte ich viele Schritte mitgehen, die z.B. die Verwaltung erleichtern und Kunden besseren Zugriff auf Ihre Daten ermöglichen, aber eines werde und möchte ich nicht ersetzen oder missen, den persönlichen Kontakt zu Gründern, Unternehmern und Mitarbeitern.

business-on.de: Vielen Dank für das Interview!

(Redaktion)


 


 

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