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IAA

Der Weg des Elektroautos auf die Straße ist noch weit

(ddp.djn). Elektroautos stehen im Rampenlicht der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Doch auf der größten Automobilmesse der Welt wird zugleich deutlich, dass der Massentauglichkeit des Elektroautos noch zu große Probleme im Weg stehen. Es werden wohl noch viele Jahre vergehen, bis Elektroautos das Straßenbild in den Metropolen prägen. Daher liegt der Fokus der Autobauer vorerst weiter auf verbrauchsärmeren und umweltfreundlicheren Verbrennungsmotoren.


BMW-Chef Norbert Reithofer erklärte am Rande der IAA, der traditionelle Verbrennungsmotor werde wohl noch die nächsten 15 Jahre dominieren. Aus Sicht des weltgrößten Automobilzulieferers Bosch bleiben Otto- und Dieselmotoren sogar über die nächsten 20 Jahre der dominante Antrieb. Auch Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche nimmt den «Erbfolgenkrieg» zwar zur Kenntnis, geht aber davon aus, dass der «alte Regent das Zepter noch auf absehbare Zeit fest in der Hand hält».

Matthias Wissmann, Vorsitzender des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sieht mit Blick auf den Schadstoffausstoß der Motoren «noch erhebliches Reduktionspotenzial» und beziffert dieses auf 25 Prozent beim Benziner und beim Diesel sogar auf 30 Prozent. Die Unternehmensberatung Roland Berger hält im Zeitfenster bis 2020 sogar eine Senkung um bis zu 40 Prozent für möglich.

Im Fokus stehen dabei das sogenannte «Downsizing», die Turboaufladung, effiziente Einspritzsysteme und Leichtbau. Beim Downsizing werden Hubraum und häufig auch die Zylinderzahl eines Motors reduziert, dadurch sinken sowohl der Kraftstoffverbrauch als auch der Schadstoffausstoß. Dank Turboaufladung und neuer Direkteinspritzung ist dies ohne Einbußen bei der Motorleistung möglich.

Mit den Emissionsvorgaben der EU sind die deutschen Hersteller im Zugzwang. Laut einer Studie des Europäischen Verbandes für Verkehr und Umwelt, der Daten für 2008 ausgewertet hat, liegen die heimischen Unternehmen mit ihren Emissionswerten über dem EU-Durchschnitt. So lag laut der Studie der CO2-Ausstoß von in der EU verkauften Neuwagen im Mittel bei 153,5 Gramm pro Kilometer. BMW verbesserte die Emissionswerte zwar deutlich um zehn Prozent auf 154 Gramm je Kilometer, lag aber ebenso wie Volkswagen (154 Gramm pro Kilometer) und Daimler (175 Gramm je Kilometer) über dem EU-Durchschnitt.

Sowohl Daimler als auch BMW sehen sich aber auf gutem Weg: Die Münchener erklärten auf Anfrage, laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) liege die CO2-Emission flottenweit inzwischen bei etwa 152 Gramm pro Kilometer. Daimler kommt nach Unternehmensangaben ohne Berücksichtigung der Transporter in Europa bei 161 Gramm pro Kilometer. Bis 2012 sind 140 Gramm angestrebt. Damit läge der Konzern aber immer noch ein Stück von der EU-Vorgabe von 130 Gramm im Jahr 2015 entfernt.

Neben der Optimierung des Verbrennungsmotors investieren die Hersteller aber enorm, um auch alternative Antriebe voranzubringen. Doch noch gibt es viele ungelöste Probleme - etwa bei der Batterie-Technik, der Sicherheits- und der Kostenfrage. VDA-Präsident Wissmann bezifferte den Preis für eine Batterie auf bis zu 15 000 Euro. Bosch-Chef Franz Fehrenbach geht davon aus, dass selbst in einigen Jahren eine Batterie mit einer Mindestreichweite von 200 Kilometern noch bis zu 12 000 Euro kosten wird - soviel wie ein herkömmlicher Kleinwagen.

ddp.djn/jwu/mwo

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

(ddp)


 


 

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