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  • 06.10.2006,
  • |
  • Bonn

Im Betrieb mitarbeitende Ehegatten und Kinder – Risiken sind vorhanden

Nicht selten fällt der Spruch, dass die Ehefrau steuerlich nicht absetzbar sei. Richtig gehandhabt können Ehegatten-Arbeitsverhältnisse aber durchaus vorteilhaft sein.

Im Steuerrecht können die für solche Arbeitsverhältnisse aufgewendeten Beträge die Gewerbesteuer reduzieren, weil die Kosten als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Beim Empfänger kommt der Werbungskostenpauschbetrag von 920,00 Euro zur Anwendung, so dass sich auch bei der Einkommensteuer ein Vorteil ergibt.

Gleichzeitig können derartige Gestaltungen preisgünstigen Versicherungsschutz im Rahmen der Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung mit sich bringen. Gerade hier ist aber Vorsicht geboten. In Zeiten knapper Kassen überprüfen die Sozialversicherungsträger verstärkt derartige familienmäßige Arbeitsverhältnisse und versagen unter Umständen im Falle der Arbeitslosigkeit die Unterstützung oder weigern sich, Krankheitskosten zu übernehmen. Dann kann es passieren, dass jahrelang gezahlte Beiträge nur noch für die letzten 4 Jahre zurückerstattet werden, davor liegende Beiträge verloren sind und in einer Krisensituation (Arbeitslosigkeit, Krankheit , Pflegefall, Renteneintritt) kein Versicherungsschutz besteht.

Was ist hier zu beachten?

Es kommt, wie es immer wieder heißt, auf die Gesamtumstände des Falles an. Dabei wird darauf abgestellt, ob der Familienangehörige nach Art eines Arbeitnehmers in den Betrieb eingegliedert ist und nur für seine Arbeitsleistung eine Vergütung erhält oder ob er dem Betrieb nur aufgrund der Familienzugehörigkeit bei freiem Unterhalt Mithilfe leistet. Ein wichtiges Kriterium ist der innere Betriebsvergleich, d. h. ob das zu beurteilende Arbeitsverhältnis von der Bezahlung, von der Arbeitszeit, von der Ausgestaltung mit anderen Arbeitsverhältnissen im Betrieb vergleichbar ist. Über den äußeren Betriebsvergleich lassen sich auch Verprobungen vornehmen. So sind bei den Arbeitsagenturen regelmäßig fiktive Arbeitsentgelte erfasst, die sich aufgrund von Tarifverträgen oder Eingruppierungen ergeben. Auf diese Vergleichsdaten können die Sozialversicherungsträger zurückgreifen.

Bevor man also jahrelang Beiträge zahlt, sollte man die zuvor genannten Überlegungen einmal kritisch anstellen. Verbleibende Restzweifel kann man mit einer Anfrage beim zuständigen Sozialversicherungsträger klären. Dazu gibt es einen besonderen Feststellungsbogen zur versicherungsrechtlichen Beurteilung eines Beschäftigungsverhältnisses zwischen Angehörigen (Ehegatten/ Lebenspartner). Eine solche Zusage ist dann bindend solange keine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eintritt.

Autor: Rainer Kuhsel ___________________________ Rainer Kuhsel Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht Aachener Str. 529 50933 Köln

Tel: 0221 / 499710 Fax: 0221 / 4997133

E-Mail: [email protected] Internet: www.kuhsel.de

(Rainer Kuhsel)


 


 

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