Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
IW Köln

Importe - Steigender Konkurrenzdruck

(IW Köln)Die hiesige Industrie muss sich seit Mitte der neunziger Jahre verstärkt gegen die ausländische Konkurrenz behaupten. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt haben sich die Einfuhren gegenüber 1993 fast verdoppelt. Berücksichtigt man, dass die Qualität der Erzeugnisse aus dem Ausland meist geringer ausfällt als die der hiesigen Industriegüter, fällt der Befund zwar nicht mehr ganz so alarmierend aus. Beruhigt zurücklehnen können sich die deutschen Hersteller jedoch nicht.

Viele Autos sind made in France oder Japan, die T-Shirts kommen von den Philippinen und der Kaffee aus Kolumbien. Beileibe nicht alles, was in Deutschland zu kaufen ist, wurde auch auf hiesigem Boden produziert. Immer mehr Konsum- wie Investitionsgüter stammen aus dem Ausland. Eindrucksvoll ablesen lässt sich das an der Relation der Einfuhren zum deutschen Bruttoinlandsprodukt

 

Im vergangenen Jahr hatten die Waren- und Dienstleistungsimporte einen Wert von 40 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung – 1970 war es nicht einmal halb so viel.

 

 

Nachdem die Importquote bis Mitte der achtziger Jahre schon einmal auf 29 Prozent geklettert war, ging sie danach bis 1993 wiedervereinigungsbedingt auf etwa 22 Prozent zurück. Von da an wurden jedoch kontinuierlich mehr Güter nach Deutschland eingeführt. Jahresdurchschnittlich wuchs die Importquote seit 1995 um 1,5 Prozentpunkte – und damit deutlich kräftiger als im gesamten Vierteljahrhundert zuvor.

Starker Konkurrenzdruck kommt aus Niedriglohn-Staaten

Für die heimischen Hersteller bedeutet das Angebot aus dem Ausland einen zunehmenden Konkurrenzdruck. Vor allem arbeitsintensiv produzierende Branchen haben an den Einfuhren aus Niedriglohnländern zu knabbern. In der gesamten Industrie stieg der Anteil der Importe aus Staaten mit besonders geringen Lohnkosten an der Wertschöpfung zwischen 1996 und 2004 von 18 auf 32 Prozent. In der Automobilindustrie hat die Bedeutung der zu Niedriglöhnen gefertigten Zukäufe besonders zugenommen. Mitte der neunziger Jahre lag ihr Anteil lediglich bei 7 Prozent der Wertschöpfung, jüngst waren es 28 Prozent. Und in der Textil-, Bekleidungs- und Lederwirtschaft wurde zuletzt aus Billiglohnländern sogar mehr als das Zweieinhalbfache von dem eingeführt, was die hiesigen Unternehmen erzeugt haben. Wie groß die Gefahr ist, dass Anbieter aus Niedriglohnländern den deutschen Betrieben das Wasser abgraben, lässt sich dennoch nicht so pauschal sagen. Schließlich unterscheidet sich beispielsweise eine Uhr aus dem sächsischen Glashütte in der Qualität beträchtlich von den Erzeugnissen aus Fernost. Gegenüber den Schweizer Uhrmachern wiederum dürfte dieser Vorteil hinfällig sein – in diesem Fall gibt möglicherweise doch der Preisvergleich den Ausschlag beim Kauf.


 


 

Köln
Wirtschaft
IW Köln
Importe
Deutschland
BIP
Aufschwung
Konjunktur

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Köln" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: