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Importe - Steigender Konkurrenzdruck

Qualitätsbezogene Importquote ermittelt internationelen Wettbewerbsdruck

Inwieweit einzelne Branchen hierzulande die Importkonkurrenz qualitativ wie mengenmäßig tatsächlich fürchten müssen, lässt sich mithilfe einer so genannten qualitätsbezogenen Importquote ermitteln. Dazu wird zunächst der durchschnittliche Wert der Importgüter – bezogen auf deren Gewicht in Kilogramm – für die unterschiedlichen Branchen ermittelt. Für die USA hat man bei solchen Berechnungen schon einmal festgestellt, dass ein aus Japan bezogenes Baumwollhemd den 30-fachen Wert eines ebensolchen Textils von den Philippinen hat. Messen lassen müssen sich die USHemdenschneider mit ihren vergleichsweise hohen Lohnkosten damit wohl eher an Güte und Preis des japanischen Produkts. Im nächsten Schritt wird der Durchschnittswert der Importe dem Durchschnittswert der vom jeweiligen inländischen Industriezweig produzierten Exportgüter gegenübergestellt. Dieses Verhältnis gibt den Qualitätsrückstand oder -vorsprung des Auslands an. Mit der so ermittelten Quote lässt sich der tatsächliche Importwert um die Qualitätsdifferenz zwischen heimischen und importierten Erzeugnissen bereinigen. Das heißt, je mäßiger die Qualität der Einfuhrwaren ist, desto stärker fällt der so genannte qualitätsbezogene Importwert gegenüber dem tatsächlichen ab. Dies bedeutet zugleich, dass der Druck durch Konkurrenz aus anderen Ländern geringer ist, als es der unbereinigte Importwert zunächst signalisiert.

 

Alles in allem zeigt sich, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt ist: In den meisten Industriebranchen ist der durchschnittliche Wert der eigenen Exporte deutlich höher als der Wert, der aus dem Ausland bezogenen Waren.

 

 

Besonders groß ist der Qualitätsvorsprung der hiesigen Hersteller im Maschinenbau und im sonstigen Fahrzeugbau. Die Ausnahme von der Regel bilden die Ernährungs- und Tabakwaren sowie die Gütergruppe Glas, Keramik, Steine und Erden, die made in Germany weniger hochwertig sind als die entsprechenden Importgüter. Somit gilt für die Importquote nicht von ungefähr : Im Verhältnis zur industriellen Wertschöpfung in Deutschland fielen die Industrieeinfuhren mit 82 Prozent im Jahr 2004 qualitätsbereinigt deutlich geringer aus als offiziell in der Außenhandelsstatistik angegeben. Dort lagen sie bei rund 100 Prozent. Zurücklehnen können sich die Unternehmen ob dieses schmeichelhaften Zeugnisses allerdings nicht, denn die ausländischen Anbieter haben im vergangenen Jahrzehnt in Sachen Qualität etwas aufgeholt und vor allem viel mehr Waren nach Deutschland verkauft: Noch 1996 betrug die qualitätsbezogene Importquote lediglich 56 Prozent. Der Konkurrenzdruck fällt jedoch von Branche zu Branche höchst unterschiedlich aus. Besonders dominant sind die Importe in der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie. Sie machten dort zuletzt selbst qualitätsbereinigt noch mehr als das Dreifache der heimischen Produktion aus. Relativ wenig zu beschicken haben auch die hiesigen Kokereien und Mineralölverarbeiter, die sonstigen Fahrzeugbauer, die Chemie und die Elektro- Industrie, wo jeweils mehr importiert als selbst erzeugt wird. Das beste Standing haben demgegenüber nach wie vor der Maschinenbau, die Holz-, Papier- und Druckindustrie sowie – trotz des Qualitätsrückstands – der Bereich Glas, Keramik, Steine und Erden. Doch auch in diesen Industriebranchen herrschte während der zurückliegenden Jahre keineswegs Stillstand. Die Mitbewerber jenseits der heimischen Grenzen müssen zunehmend stärker ins unternehmerische Kalkül einbezogen werden.

Quelle: IW Köln

(Redaktion)


 


 

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