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Innovationstag Mittelstand

Mit der Kraft des NEMO-Netzes: Zellpower „Made in Saxony“

Sie gelten als technologische Hoffnungsträger: Brennstoffzellen helfen Ressourcen sparen, bringen für die Umwelt größtmögliche Schonung. Im internationalen Wettlauf um technologisch ausgereifte, marktfähige Lösungen mischt ein vorwiegend sächsisches Netzwerk mittelständischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen aktiv mit: der vom Technologiezentrum des Landkreises Meißen koordinierte „Zulieferverbund PEM-Brennstoffzellen ZUBRA+“. Gemeinsames Ziel ist die Weiterentwicklung eines Heizgerätes zur stationären Energieversorgung. Konkret geht es darum, die Lebensdauer sowie die Zuverlässigkeit der Technik weiter zu verbessern und die Produktionskosten signifikant zu reduzieren – entscheidende Prämissen für den späteren Markterfolg.

Jüngstes Ergebnis der koordinierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten NEMO-Netzes ist das Brennstoffzellenheizgerät inhouse5000, das neben der üblichen Funktion als Wärmeerzeuger auch Strom produziert. Das auf dem Innovationstag Mittelstand am 1. Juli in Berlin ausgestellte Aggregat für Anwendungen sowohl in Privathäusern wie auch Hotels oder Gewerbebetrieben ist modular aufgebaut. Sein Herzstück ist eine Niedertemperatur-PEM-Brennstoffzelle, für deren elektrochemische Reaktion ein wasserstoffreiches Gas sowie Luftsauerstoff genutzt werden. Die freigesetzte Energie wandelt das System effizient in Strom und Wärme um. Als „Abfallprodukt“ entsteht zusätzlich Wasser. Ein sogenannter Reformer erzeugt den erforderlichen Wasserstoff mittels Dampfreformierung aus Erd- oder Biogas. Hierbei wird das im Gas enthaltene Methan mit Wasserdampf in ein Brenngas umgewandelt, das bis zu 75 Prozent Wasserstoff enthält.

Mit einer elektrischen Leistung von 5 kW eignet sich inhouse5000 für den Einsatz auch in Mehrfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden. Durch die Energieerzeugung direkt vor Ort werden Leitungsverluste vermieden und die Energieeffizienz gesteigert. Selbst bei Wasserstofferzeugung aus Erdgas lassen sich Primärenergieträger einsparen, der CO2-Ausstoß gegenüber konventioneller Energieversorgung um bis zu 30 Prozent senken. Zudem hat die Brennstoffzelle auch im Teillastbereich einen hohen elektrischen Wirkungsgrad, arbeitet effizienter als konventionelle Blockheizkraftwerke.

An der TU Bergakademie Freiberg wird der Reformer permanent weiterentwickelt, das DBI Freiberg beschäftigt sich mit der Brennertechnik und die Firma inhouse engineering Berlin zeichnet für Entwicklung und Fertigung von PEM-BZ-Stacks verantwortlich. Zur Produktion der inhouse-Heizgeräte wurde die Riesaer Brennstoffzellentechnik (RBZ) GmbH gegründet. Die RBZ GmbH und ihre Netzwerkpartner nehmen unter den Entwicklern europaweit inzwischen einen Spitzenplatz ein. Auf dem Zukunftsmarkt der effizienten Energietechniken wollen sie ab 2010 mit der Markteinführung der neuen Gerätegeneration inhouse5000 ein Wort mitreden. Ein erstes Feldtestgerät ist seit 2005 im Botanischen Garten Chemnitz installiert, hat dort bereits über 10.000 Betriebsstunden absolviert. Demnächst startet ein Feldtest mit insgesamt zwölf Anlagen der neuen Gerätegeneration an verschiedenen Standorten bundesweit.

Beim 16. Innovationstag Mittelstand des BMWi am 1. Juli werden in Berlin mehr als 150 Top-Lösungen präsentiert, mit denen Mittelständler ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und einen strategischen Beitrag für mehr Umsatz und Beschäftigung leisten.

Weitere Informationen: www.zim-bmwi.de, www.rbz-fc.de, Tel. 035265-51-0

(Redaktion)


 


 

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