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Internet-Kriminalität nimmt rapide zu

(ddp.djn). Die Internet-Kriminalität in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Bundeskriminalamt am Mittwoch mitteilte, seien 50 254 Fälle registriert worden, ein Plus von einem Drittel gegenüber 2008. Erneut hätten dabei Fälle von Computerbetrug - darunter Online-Betrug in eCommerce-Portalen sowie das sogenannte Phishing im Zusammenhang mit Onlinebanking - den Hauptanteil ausgemacht. Insgesamt entstammten 46 Prozent der registrierten Vorfälle dieser Gruppe.

Zudem habe es deutlich mehr Fälle des Ausspähens und Abfangens von Daten, des Betrugs mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten sowie von Datenfälschung, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung und der Computersabotage gegeben.

Den Angaben zufolge wurden beim Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr über den Kriminalpolizeilichen Meldedienst 2923 Fälle des Phishings beim Onlinebanking gemeldet. Dies sei ein Anstieg um mehr als 64 Prozent gegenüber 2008. Die durchschnittliche Schadenssumme habe sich dabei auf 4000 Euro pro Fall belaufen. Insgesamt seien 6800 Fälle des sogenannten digitalen Identitätsdiebstahls festgestellt worden.

Zudem rechnen die Ermittler in diesem Deliktsbereich mit einer hohen Dunkelziffer. Viele Computernutzer bekämen etwa das Eindringen in den Rechner gar nicht mit. Ferner würden erkannte Straftaten vor allem von Unternehmen häufig nicht angezeigt, weil eine Rufschädigung befürchtet wird.

«Cyber-Angriffe haben eine neue Dimension der Gefährdung erreicht - und zwar in Quantität und Qualität», sagte der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit- und Informationstechnik, Michael Hange. Die Anzahl der Schadprogramme im Internet nehme rapide zu - etwa alle zwei Sekunden entstehe eine neue Variante. «Der typische Cyber-Kriminelle ist heute kein Einzeltäter mehr, sondern gehört zu einem arbeitsteilig organisierten Netzwerk mit einer Wertschöpfungskette , die von der Suche nach Schwachstellen über die Erstellung von Schadsoftware bis zum Handel mit gestohlenen Daten reicht», sagte er auf der Wirtschaftskonferenz «Cybercrime - eine globale Gefahr?» in Berlin.

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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