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Interview

Jan Webering: „Moderne Webprojekte sollten mit dem Return of Investment im Hinterkopf umgesetzt werden“

Der Kölner Unternehmer Jan Webering, CEO und Gründer von Sevenval Technologies, empfiehlt Berührungsängste mit den neuesten Webtechnologien abzubauen. Denn beste Technik und geeignete Anbieter findet man mit einer klassischen, kaufmännischen Herangehensweise.

Business-on.de: Welche Rolle spielt Responsive Design beim Relaunch? Ist das heute ein Muss für alle Unternehmen oder können kleinere Unternehmen auch darauf verzichten?

Jan Webering: Mobile ist Mainstream und Responsive Webdesign ist auf dem besten Weg dazu sich als neuer Standard zu etablieren – dies ist auch nicht weiter verwunderlich wenn man bedenkt, dass auf vielen Webportalen der mobile Traffic schon über 30 Prozent liegt. Der Kunde erwartet heutzutage höchstmögliche und gleichbleibende Usability auf allen Kanälen. Wer die Ladezeiten seiner mobilen Angebote optimiert und die volle Funktionalität auf allen Geräten gewährleistet, kann die Conversion Rate im E-Commerce um 20 Prozent erhöhen und die grundsätzliche Kundenbindung ebenfalls erheblich steigern. Kürzere Ladezeiten lassen sich also direkt in höhere Umsätze umrechnen.
Auch kleinere Unternehmen sollten nicht davor zurückschrecken, die Unternehmenswebseite responsiv umzusetzen.
Dabei bietet der One Web-Ansatz die meisten Vorteile. Bei dieser hochwertigen Form des responsiven Design, muss nur eine Webadresse gepflegt werden. Dabei gewährleistet ein spezieller Server (RESS), dass die Webseite für jegliche Endgeräte optimal dargestellt wird. Zudem gilt so eine Webadresse (URL) für alle Geräte, was die Nutzung von Lesezeichen auf verschiedenen Geräten ermöglicht und die Mundpropaganda zu Angeboten vereinfacht. Die URL wird so zur Marke.
Aufgrund zunehmender Fragmentierung der Endgerätelandschaft ist responsives Design ebenfalls notwendig, da mit separaten Kanälen für Desktop, Tablet und Mobile ein hoher Wartungsaufwand entsteht.

Business-on.de: Welche technischen Standards sollten heute prinzipiell alle Unternehmen erfüllen, wenn sie den Relaunch ihrer Website planen?

Jan Webering: Die Installation eines RESS-Servers (responsive design with server side components) wie sie von Unternehmen wie Sevenval angeboten werden, lohnt sich in jedem Fall und stellt den Motor für leistungsfähige, responsive Webprojekte dar. Die Performance-Steigerung sowie die Reduzierung des Wartungsaufwandes rechtfertigen die Investition in fast jedem Fall – sofern man mehr betreibt als einen simplen Blog o.ä.

Business-on.de: Wann ist der Zeitpunkt für einen Relaunch bzw. gibt es diesen überhaupt?

Jan Webering: Das hängt immer davon ab wie das Unternehmen im Web aufgestellt ist. Für diejenigen, die bis zum heutigen Zeitpunkt ausschließlich eine reine Desktop-Webseite vorweisen können, war der richtige Zeitpunkt für einen Relaunch in etwa vor zwei Jahren. Unternehmen, welche die Kanäle Desktop, Mobile und Tablet abdecken, können von sich behaupten, den Markt zeitgemäß zu bedienen. Aber auch hier sollte sich die IT-Abteilung mit den neuesten Tools zur Leistungssteigerung, zum Vermeiden von Bugs sowie zur automatischen Installation von neuen Features und Updates, vertraut machen. Vielen Verantwortlichen ist noch nicht bekannt, wie sie ihre Omni-Channel-Webpräsenz finanziell und technisch zukunftssicher gestalten können. Das Tempo, in dem neue Endgeräte in den Markt dringen, wird eher noch zunehmen und je früher man umstellt, desto besser ist man gewappnet.

Business-on.de: In welchen Zyklen muss dieser stattfinden?

Jan Webering: Wir empfehlen einen Bewusstseinswechsel hin zu: „Prepare for constant change“. Rolling Updates sind die Regel. Alle Geräte die online sind, werden laufend aktualisiert. Die eigene Webseite muss für diese Entwicklung entsprechend gerüstet sein. Die Tools hierzu existieren, man muss sich nur mit diesen Möglichkeiten beschäftigen. Langfristig geplante Relaunches machen nur noch inhaltlich Sinn, weniger technisch.

Business-on.de: Wann sollte man am besten mit der Planung beginnen?

Jan Webering: Bei Webseiten, die eine komplexere Architektur im Hintergrund aufweisen, können zwischen Konzeptions- und Umsetzungsphase durchaus sechs Monate liegen, je nachdem, welche Features die Seite beinhalten soll. Prinzipiell gilt, wenn bis dato noch keine responsive oder mobile Seite vorliegt – besser heute als morgen beginnen, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen.
Viele Unternehmen scheuen die Umstellung, weil ihr Backend fragmentiert oder veraltet ist. Das bedeutet, sie befürchten, dass ihre Inhalte und Prozesse nur sehr aufwändig auf das neue Frontend übertragen werden können. Auch hier empfehlen wir eine Beschäftigung mit den richtigen Tools – ein einfache Übernahme dieser Elemente für das neue Frontend ist nämlich möglich.

Business-on.de: Welche Unternehmensbereiche beschäftigen sich mit dem Relaunch und inwiefern sollten Bereiche miteinander arbeiten?

Jan Webering: Im Normalfall wirken bei einem Relaunch sowohl Leute aus dem Marketing als auch die IT-Abteilung mit – sollte das Unternehmen auch im Bereich E-Commerce tätig sein, wird die entsprechende Abteilung natürlich auch miteingebunden.
Wichtig ist vor allem die Kommunikation zwischen der Marketing- und IT-Abteilung, da erstere sich zu großen Teilen mit dem Frontend beschäftigt, während die IT für das Backend zuständig ist.
Die Sensibilität für die Betriebskosten einer modernen Webseite und der Bewusstseinswandel hin zu „Prepare for constant change“ sollte jedoch auch vom Controlling und der Geschäftsführung getragen werden.

Business-on.de: Welche Fehler sollte man beim Relaunch vermeiden?

Jan Webering: Wir sehen oft, dass Webseiten zwar schön umgesetzt werden, es jedoch an der Performance mangelt – hier müssen sehr viele Unternehmen nacharbeiten, vor allem dann, wenn über die Webseite direkt Umsatz generiert wird.

Bei der Umsetzung sollten immer die Gesamtkosten betrachtet werden, welche gerne verschwiegen werden. Wie viel kostet mich der Betrieb, die Wartung und vor allem auch die Anpassung an neue Endgeräteklassen? Die Fragen sollten beantwortet werden, bevor das Webprojekt in Auftrag gegeben wird.

Für Wilke Stroman , Gründer der Sparhandy GmbH, sind falsche Entscheidungen ebenso wichtig, wie die richtigen.

(Redaktion)


 


 

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