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Interview

„Wenn energielose und demotivierte Mitarbeiter neuen Schwung bekommen“

Möchten Sie in einem Unternehmen mit energiegeladenen und motivierten Kollegen und Mitarbeitern zusammenarbeiten? Dann sind Sie nicht allein. – Wie die Lebensenergie gesteigert werden kann und was Unternehmen für die Arbeitsmotivation tun können, erläutern Ihnen der Stress-Experte Markus Frey und der Konfliktmanagement-Experte Dr. Timo Müller (IKuF).

business-on.de: Herr Frey, Sie setzen sich für mehr Lebensenergie am Arbeitsplatz ein. Was heißt das konkret?

Markus Frey: Ich trenne gar nicht so sehr zwischen Lebensenergie am Arbeitsplatz und anderen Bereichen des Lebens. Es geht mir einfach darum, zu zeigen, was wir tun und lassen müssen, um stets genügend „Energie im Tank“ zu haben. Energie, die uns hilft, sowohl unsere Aufgaben am Arbeitsplatz gut zu meistern, als auch unser sonstiges Leben zu genießen. Manche Energiezuflüsse sind uns dabei klar, andere sind vielleicht auch etwas überraschend.

business-on.de: Was wäre denn ein eher überraschender Energiezufluss?

Markus Frey: Zum Beispiel die Arbeit selbst. Das wird oft vergessen, weil wir die Arbeit meistens als „Energiefresser“ wahrnehmen. Menschen aber, die mit dem Gefühl arbeiten, am für sie „richtigen“ Platz zu sein, kriegen von ihrer Arbeit häufig auch eine Menge an Energie zurück. Allerdings müssen dazu auch ein paar Bedingungen erfüllt sein.

business-on.de: Herr Dr. Müller, Sie werden in Ihrer Arbeit vermutlich häufig mit Bedingungen konfrontiert, wo dies gerade nicht der Fall ist und Mitarbeiter energielos und demotiviert sind. Nun gibt es sicher überall Konflikte. Wie muss mit Konflikten umgegangen werden, damit sich die Beteiligten an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen?

Dr. Timo Müller: Insbesondere in schwierigen Kommunikationssituationen am Arbeitsplatz, wie Konflikten und Feedback-Situationen, sollte richtig gehandelt werden. Sonst wirken sich diese kurzen Situationen langfristig negativ aus. – Ich erlebe in der Praxis immer wieder, dass z.B. in mittelständischen Unternehmen einerseits fachlich hoch kompetentes Personal tätig ist, ich sag mal auf Bundesliga- oder sogar Champions-League-Niveau; während gleichzeitig das Handeln in Konflikt- und Feedback-Situationen auf Kreis-Klasse-Niveau dahindümpelt, d.h. nicht professionell ist.

business-on.de: Sie sagen, dass das Niveau der Kommunikation bei Konflikten und beim Feedbackgeben schwach ausgeprägt ist. Und dies führt wiederum dazu, dass Personen sich am Arbeitsplatz nicht wohl fühlen?

Dr. Timo Müller: Ja, viele Führungskräfte haben nur Alltagswissen, wenn es darum geht, Mitarbeiterkonflikte oder Konflikte mit eigener Beteiligung zu regeln. Und dabei ist das Konflikte-Managen Führungsaufgabe. – Die fehlende Professionalität im Konflikte-Managen und Feedback-Geben belegen auch Studien. Wie z.B. eine IKuF-Studie aus dem Jahre 2012 zeigt, kann jede 3. Führungskraft nicht angemessen Feedback geben. Bedenken Sie: Es geht hier nicht um abstrakte „Wohlfühl-Gefühle“ von Mitarbeitern. Durch unprofessionelle Feedbacks und falsch ausgetragene Konflikte sinkt die Arbeitsmotivation. Folge: schwächere Leistungen des Personals als möglich, Fehlzeiten, Kündigungen. Das ist für das Unternehmen direkt wirtschaftlich bedeutsam. Es entstehen Kosten.

business-on.de: „Genügend Energie im Tank“ zu haben bzw. motivierte Mitarbeiter zu haben, ist also nicht nur gut für die einzelne Person, sondern auch finanziell für das Unternehmen. Herr Frey, was kann ich als Einzelperson tun, damit ich zu einem energiegeladenen Mitarbeiter werde? Und wie kann mich mein Unternehmen dabei unterstützen?

Markus Frey: Es gibt verschiedene Zuflüsse über die wir unsere Energie erhalten. Da sind natürlich einmal die körperlichen Aspekte zu beachten, ein gesunder Lebensstil, ebenso die Einbindung in ein soziales Netz. Der größte Energiefaktor ist aber der, der gleichzeitig am meisten unterschätzt wird: nämlich dass ich meine Werte klar habe. Damit meine ich an dieser Stelle nicht Tugenden wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit etc., so wichtig diese auch sein mögen, sondern alles , dem ich einen WERT gebe, also alles, was ich wirklich will. Erst auf dieser Basis werden dann auch Spitzenleistungen möglich. Dies kann vom Unternehmen dergestalt unterstützt werden, indem man mit dem einzelnen Mitarbeiter im Gespräch ist. Dabei soll es nicht nur um Zielvereinbarungen, das Erreichen von bestimmten Kennzahlen gehen, sondern auch um die Weiterentwicklung des einzelnen Mitarbeiters. Seine Werte und die Werte des Unternehmens sind eine wichtige Basis für solche Gespräche.

business-on.de: Herr Dr. Müller, solche Gespräche, wie sie Herr Frey hier vorschlägt, gehen ja doch ein Stück über die üblichen Zielvereinbarungsgespräche hinaus. Ist das nicht etwas viel verlangt?

Dr. Timo Müller: Mein Schwerpunkt beim Thema „Spitzenleistungen“ ist ein anderer. Ich engagiere mich dafür, dass Konflikte nicht eskalieren und produktiv ausgetragen werden. Das Ziel ist, Demotivationen zu verhindern und Bestleistungen möglich zu machen. - In diesem Zusammenhang plädiere ich für eine Erweiterung der üblichen Zielvereinbarungen; und zwar um das spezielle Leistungskritierum „Abbau von De-Motivationen durch erfolgreiches Konflikt-Management“. Viele Führungskräfte erkennen gar nicht, dass es bei ihrem Umgang mit schwierigen Kommunikationssituationen große Entwicklungspotentiale gibt.


(Redaktion)


 


 

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