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ITK-Wirtschaft

Mittelstand ist der Jobmotor der IT-Branche

Mittelständische Unternehmen stellen jeden zweiten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz in der Informationstechnik-Branche. Die meisten IT-Mittelständler finden sich in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Das geht aus dem ersten Mittelstandsbericht des Hightech-Verbands Bitkom hervor, der in Berlin vorgestellt wurde.

Mit 372.745 Beschäftigten stellten die mittelständischen IT-Unternehmen mehr als jeden zweiten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz (52 Prozent) in der Branche. Und dies, obwohl nur 9 Prozent aller IT-Unternehmen dem Mittelstand zuzurechnen seien (8.739 Unternehmen mit 10 bis 499 Mitarbeitern). Der Großteil habe weniger als 10 Mitarbeiter, nur wenige lägen bei 500 und mehr. „Im IT-Mittelstand sind überdurchschnittlich viele Menschen beschäftigt, er ist eine wichtige Stütze des deutschen Arbeitsmarkts“, sagte Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz am 14. Oktober 2014 bei der Vorstellung des erstmals vom Hightech-Verband veröffentlichten Mittelstandsberichts in Berlin. Der Bericht zeige unter anderem, dass mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der IT-Mittelständler in diesem Jahr zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wollen, nur 7 Prozent gehen von einem Stellenabbau aus, hieß es.

Dem Mittelstandsbericht zufolge stehen die Unternehmen wirtschaftlich solide da. 82 Prozent der Mittelständler rechnen im laufenden Jahr mit steigenden Umsätzen, die durchschnittliche Eigenkapitalquote liegt mit 35 Prozent deutlich über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von rund 25 Prozent im Mittelstand. „Für mögliche Konjunkturschwankungen ist der IT-Mittelstand gut gerüstet. Und eine hohe Eigenkapitalquote erleichtert den Zugang zu Krediten und ermöglicht damit Investitionen“, so Dietz. 6 von 10 mittelständischen Unternehmen (58 Prozent) erzielten auch im Ausland Umsätze und seien daher unabhängiger von der Binnenkonjunktur.

Teil des Mittelstandsberichts ist auch der Mittelstandsatlas, der die regionale Verteilung des IT-Mittelstands in Deutschland zeigt. Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, das Rhein-Main-Gebiet und das Ruhrgebiet weisen demzufolge die größte Dichte an IT-Mittelständlern auf. Aber auch in anderen Regionen, etwa um Karlsruhe, gebe es eine Clusterbildung. „Der IT-Mittelstand befindet sich überwiegend dort, wo seine Kunden sind“, so Dietz. Im Vergleich der Bundesländer liegt laut dem Bericht Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg und Bayern, wenn man die absolute Zahl der IT-Mittelständler betrachtet. Beobachtet man den Anteil der IT-Mittelständler an der Gesamtzahl aller IT-Unternehmen, so liegt Bremen mit rund 22 Prozent an der Spitze. Ähnlich stark ist der IT-Mittelstand in Hamburg und dem Saarland mit je 16 Prozent.

FRAUEN IM IT-MITTELSTAND
30 Prozent aller Beschäftigten in mittelständischen IT-Unternehmen sind Frauen. 19 Prozent weibliche Beschäftigte sind unter den Fachkräften mit IT-Hochschulstudium, IT-Fachhochschulstudium oder IT-spezifischer dualer Ausbildung. Weniger als 5 Prozent der Führungskräfte im mittleren Management und Top-Management sind weiblich. Bis 2020 wollen die Unternehmen diesen Anteil auf knapp 12 Prozent steigern. Quelle: Bitkom-Mittelstandbericht 2014

Großen Handlungsbedarf gibt es nach Ansicht des Branchenverbands beim Fachkräftemangel. 80 Prozent der offenen oder schwer zu besetzenden Stellen für IT-Spezialisten in der Branche befinden sich laut Bericht bei mittelständischen Unternehmen, das entspricht 13.000 Arbeitsplätzen. Dietz: „Wenn es einem Unternehmen nicht gelingt, qualifiziertes Personal zu rekrutieren, dann können Projekte ganz schnell in Schieflage geraten – oder sie werden gar nicht erst hierzulande angegangen, sondern im Ausland abgewickelt.“ Von ebenfalls großer Bedeutung für den Mittelstand sind für den Branchenverband die Themen Datensicherheit und Vertrauen, Breitbandausbau sowie der Bürokratieabbau. „Unnötige Auflagen ersticken das Unternehmertum, den Mut zum Risiko. Sie be- und verhindern Innovationen“, so Dietz. So fordere der Bitkom konkret eine steuerliche Forschungsförderung, wie es sie in anderen Ländern bereits seit langem gibt. Diese würde die Ausgaben für Forschung und Entwicklung besonders im Mittelstand deutlich erhöhen.

IT-MITTELSTANDSTRENDS 2014
Für mehr als die Hälfte der mittelständischen IT-Unternehmen steht IT-Security an der Spitze der Technologietrend des deutschen IT-Marktes im laufenden Jahr. Auch Mobile Apps und Mobile Websites (47 Prozent) sowie Cloud Computing (47 Prozent) sehen laut Bitkom viele als maßgebliche Hightech-Trends. Weitere Trend-Themen in den Unternehmen sind Big Data/Datability (39 Prozent) und IT-Outsourcing (27 Prozent), gefolgt von Enterprise Content Management und Business Process Management (je 25 Prozent), Bring Your Own Device (23 Prozent) sowie Social Media/Social Business und Collaboration/Enterprise 2.0 (je 22 Prozent). Quelle: Bitkom-Mittelstandbericht 2014

(Redaktion)


 


 

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