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Interview

9 Fragen zu 2009 an Jochen Kienbaum, Vorsitzender der Geschäftsführung der Managementberatung Kienbaum

business-on.de stellte prominenten Vertretern neun Fragen zur regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Jochen Kienbaum, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kienbaum Consultants International GmbH, blickt optimistisch in die Zukunft und sieht die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise als Chance.

business-on.de: Herr Kienbaum, welche Vorsätze haben Sie sich für 2009 gesetzt?

Jochen Kienbaum: Ich gehe davon aus, dass sich auch in Krisenzeiten für uns und auch für unsere Kunden Chancen ergeben werden. Diese Möglichkeiten müssen schnell erkannt und realisiert werden. Wir richten deshalb den Blick nach vorne und suchen mutig nach Chancen.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Branche?

Jochen Kienbaum: In unseren Geschäftsfeldern Personalsuche, Management Consulting und Kommunikationsberatung wird die wirtschaftliche Entwicklung unterschiedlich sein.

Wir gehen davon aus, dass im Sektor der „Personalsuche“ zumindest vorerst von den Unternehmen zurückhaltend investiert wird. In der zweiten Jahreshälfte rechne ich dann mit einer optimistischeren Einstellung, die zu den absolut notwendigen personellen Aufstockungen führen wird.

Im Sektor „Management Consulting“ herrscht noch Hochkonjunktur. Wir sind gefragt bei Restrukturierungsmaßnahmen, Systemoptimierungen und der Verbesserung der Human Resource-Potentiale.

Der Kommunikationsberatung eröffnen sich ebenfalls Chancen, weil der organisatorische Wandel in den Unternehmen sehr groß sein wird und dieser mit sehr guten Kommunikationsmaßnahmen nach innen und außen begleitet werden muss. Zudem müssen die Unternehmen mittelfristig weiter in ihr „Arbeitgeberimage“ investieren, damit sie bessere Chancen haben, die wirklich guten MitarbeiterInnen für sich zu gewinnen.

business-on.de: Spüren Sie bereits die Ausmaße der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise?

Jochen Kienbaum: Ende des Jahres 2008 haben wir die Folgen der Krise durch eine gewisse Zurückhaltung, vor allem in der Automobilbranche, gespürt. Viele der geplanten Personalinvestitionen wurden zurückgehalten und ins neue Jahr geschoben. Dagegen sind im Bereich Management Consulting unsere Auftragsbücher bis weit ins Jahr hinein gefüllt. Hier sorgt die die Finanzkrise dafür, dass immer mehr Unternehmen ihre Kostenstrukturen und Organisation optimieren.

business-on.de: Ihrer persönlichen Einschätzung nach, wie werden sich Auftragslage und Umsatz Ihres Unternehmens 2009 entwickeln?

Jochen Kienbaum: Wir rechnen mit einer insgesamt stabilen Auftragslage und einem vergleichbaren Umsatz wie 2008.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Ihr Unternehmen bringen? Und auf welche branchenbezogenen Trends stellen Sie sich für das Jahr 2009 ein?

Jochen Kienbaum: Große Chancen liegen in unserem hervorragenden Image, das durch Erfahrungsreichtum, Seriosität und hohe Kompetenz unserer MitarbeiterInnen verbunden mit dem kompromisslosen Einsatz für unsere Kunden gekennzeichnet ist. Die am Markt einzigartige Verknüpfung von Personalkompetenz mit tiefem Wissen in Strategie, Organisation und Kommunikation macht uns auch in Krisenzeiten für viele Unternehmen zu einem attraktiven Berater.

Unternehmen, die Beratung in Anspruch nehmen, wollen vor allem konkrete Ergebnisse sehen. Deshalb wird der Haupttrend in der Unternehmensberatung sein, die zügige Transformation von Erkenntnissen in reale Projekterfolge sicher zu stellen.

business-on.de: Die Kienbaum Unternehmensgruppe ist in 15 nationalen und insgesamt 17 internationalen Standorten erfolgreich präsent. Ihrem Hauptsitz Gummersbach bleiben Sie jedoch seit nun fast 65 Jahren treu. Welche Faktoren schätzen Sie besonders am Standort Gummersbach?

Jochen Kienbaum: Wir haben unsere Zentralbereiche am Standort Gummersbach konzentriert und schätzen hier besonders die Qualität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre ausgeprägte Dienstleistungsorientierung und Weltoffenheit. Die Infrastruktur ist optimal und wir sind in kürzester Zeit an allen Verkehrsknotenpunkten. Das konzentrierte Arbeiten an komplexen Projekten fällt in der oberbergischen Ruhe besonders leicht.

business-on.de:  Anders herum gefragt: In welchen Bereichen müsste seitens der Politiker definitiv noch mehr getan werden?

Jochen Kienbaum: Die Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft muss weiterhin dynamisch gefördert werden, damit wir unseren Innovationsvorsprung auch im globalen Wettbewerb aufrecht erhalten können.

business-on.de: In welcher Region planen Sie künftig intensiv zu investieren?

Jochen Kienbaum: Wir werden vor allem international investieren mit den Prioritäten West- und Osteuropa, aber auch Asien.

business-on.de: Wie sieht es mit der Unternehmerfreundlichkeit aus? Reichen Engagement und Förderung aus oder müsste auch hier noch einiges verbessert werden?

Jochen Kienbaum: Dieses Feld muss noch stark beackert werden. Ich sehe zurzeit in Teilen sogar eher Unternehmerfeindlichkeit, entstanden vor allem aus Neid und Unwissenheit. Hier müssen Unternehmen und Unternehmerverbände ansetzen und selbstkritisch an ihrem Image feilen. Aber auch die Politik könnte überregional wie auch regional aktiv werden, um die positiven Aspekte unternehmerischer Tätigkeit stärker heraus zu stellen. Das wäre übrigens ein wunderbarer Auftrag für unsere neue Kommunikationsberatung „Kienbaum Communications“, in der wir seit Beginn des Jahres die Kommunikationskompetenz der Kienbaum-Gruppe bündeln.

business-on.de: Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen für das laufende Geschäftsjahr viel Erfolg!

(Redaktion)


 


 

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