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Interview

Judith Dobner: Unternehmen trauen sich nicht mehr wirklich viel

Judith Dobner ist Geschäftsführerin der Counterpart Group GmbH in Köln. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Die Hysterie, die aktuell um Themen wie Content, Data und Digital gemacht wird, kann sie nicht ganz nachvollziehen. In ihren Augen entscheidet der kluge Gedanke am Anfang, ob relevanter Content entsteht oder nur nutzloser Spam verbreitet wird. Ganz klassisch „Denken“ also als Schlüssel zum Erfolg. Strategien entwickeln, am liebsten eine Woche lang, so wie früher. Als Gegenpol zum Heute, wo am nächsten Morgen Kreationen und Konzepte beim Kunden liegen müssen.

business-on.de: Stellen Sie Ihre Werbeagentur kurz vor.

Judith Dobner: Die Counterpart Group steht jetzt schon seit 25 Jahren für kreative Markenkommunikation und ist aus Köln nicht mehr wegzudenken. Als bewährter Sparringspartner für Kunden wie die Provinzial, Früh Kölsch, die AWB oder NetCologne bietet unsere Agenturgruppe Full-Service aus den Kommunikationsdisziplinen Brand, Digital, Content und PR. Im Jubiläumsjahr liegt der Fokus auf dem weiteren Ausbau des digitalen Geschäfts. Dabei ist zielgruppenrelevantes Content Marketing ein wesentlicher Baustein, mit dem wir schon sehr lange arbeiten – heute nur eben zunehmend digital ausgerichtet.

"Wir verstehen uns als Sparringspartner unserer Kunden"

business-on.de: Wie hebt sich ihre Arbeit von dem Angebot des Wettbewerbs ab?

Judith Dobner: Wir verstehen uns als Sparringspartner unserer Kunden. Weil wir eigenständig und inhabergeführt sind, haben wir die Freiheit, unsere Kunden wirklich neutral und medienunabhängig beraten zu können. Gleichzeitig leben wir schon seit 25 Jahren das Modell der viel zitierten „360 Grad Kommunikation“. Hier arbeiten BWLer, Journalisten, Strategen, PR-Berater, Online-Konzeptioner, Kreative und Social Media Experten gemeinsam immer an einer Sache: „Wie können wir unseren Kunden einen besseren Weg aufzeigen. Potentiale heben. Lösungen schaffen.“ Dies geschieht schnell, effizient und zielgerichtet, was sicherlich aufgrund der gewählten Strukturen ein Vorteil ist.

business-on.de: Wie schätzen Sie die Zukunft der Branche ein?

Judith Dobner: Es wird weitere Konsolidierungen geben und auch die Digitalisierung wird sich weiterentwickeln. Grundsätzlich lebt der Mensch von Informationen und Inhalten - Content also.
Ich finde diese Hysterie hinter den Wörtern Content, Data und Digital immer etwas zweifelhaft. Wir erarbeiten seit 25 Jahren mit der Counterpart Group relevanten Content für die Kunden unserer Kunden. Sei es in Form von Pressearbeit, Plakaten, Geschäftsberichten, Radiospots o.ä. – heute ist der Inhalt – also Content – nur konkreter und passgenauer zu steuern und auf die Kanäle anzupassen. Wir beschäftigen uns heute mit Blogger-Relations, Community Management, Tweets und Pre-Rolls auf YouTube... Letztlich zählt aber doch immer der kluge Gedanke am Anfang, der bestimmt, ob es relevanter Content wird oder eben nur Spam bleibt. Und dieser Bereich heißt auch heute noch ganz klassisch „Denken“.

business-on.de: Wo sehen Sie Ihre Agentur in zehn Jahren?

Judith Dobner: Am Standort Köln hoffentlich, aber genauso in der Cloud, in den Köpfen der Kunden und Zielgruppen und überall da, wo relevanter, spannender, kreativer und inspirierender Content gefordert ist.

business-on.de: Inwieweit haben sich die Kundenansprüche der vergangenen Jahre verändert und wie hat ihre Agentur auf die neue Herausforderung reagiert?

Judith Dobner: Früher hatten wir die Zeit mal eine Woche ernsthaft über strategische Fragen und kreative Routen nachzudenken. Auch Empfehlungen mussten nicht in der Sekunde ausgesprochen werden. Heute läuft alles per Mail oder Skype und muss sofort oder maximal über Nacht beantwortet werden. Das macht es nicht besser, ist aber nun einmal ein Merkmal unserer digitalen, schnelllebigen Welt. Sicherlich geht es Ärzten da nicht anders und die Diagnosen sollen inzwischen auch immer direkt über den Tisch.

"Insgesamt trauen sich die Unternehmen nicht mehr wirklich viel"

business-on.de: Wie beurteilen Sie das kreative Potenzial der Branche derzeit?

Judith Dobner: Insgesamt trauen sich die Unternehmen nicht mehr wirklich viel. Es wird immer der sichere, unstreitbare Weg gewählt, was auch viel mit der veränderten digitalen Öffentlichkeit zu tun hat. Das hat auch Implikationen auf die Arbeit der Kreativen. Aktuell würde ich das kreative Potential in Deutschland als gehemmt und basisdemokratisch eingelullt bezeichnen.

business-on.de: Lässt sich Kreativität erlernen oder hat man die Anforderungen einer Werbeagentur im „Blut“?

Judith Dobner: Kreative Denke und inspirierender Geist werden einem sicherlich ein Stück weit mit in die Wiege gelegt. Grundsätzlich ist aber fast alles erlernbar und es geht ja viel mehr darum die Abläufe und oftmals komplexen Prozesse hinter dem Kreativprozess im Griff zu behalten.

business-on.de: Welche Eigenschaft erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern?

Judith Dobner: Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Leidenschaft, Macher-Mentalität.

business-on.de: Was können sich deutsche Werbeagenturen vom Ausland abgucken? Welches Land sehen Sie dies bezüglich als Vorreiter und warum?

Judith Dobner: Sicherlich können wir nach England schauen, wo definitiv mutigere und damit auch humorvollere Werbung erlebbar ist!

(Redaktion)


 


 

Judith Dobner
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