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Streit um Einspeiseentgelte: Kabel Deutschland zieht Konsequenzen

Bereits im letzten Jahr hatten ARD und ZDF angekündigt, ab 2013 keine Einspeiseentgelte mehr an die Kabelnetzbetreiber bezahlen zu wollen. Nun hat Kabel Deutschland Konsequenzen gezogen und überträgt die Sender mit geringerer Bandbreite. Darüber hinaus gibt es Beschränkungen bei den Dritten.

ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut sagte damals zu der Entscheidung: “Die Einspeisegebühr ist historisch überholt. Es ist nicht mehr zu rechtfertigen, dass Gebühren an Unternehmen gezahlt werden, die mit der Vermarktung unserer Programme gutes Geld verdienen.” Schätzungen zufolge haben ARD, ZDF und weitere kleine Sender (z. B. Arte) Einspeisungsentgelte von rund 60 Millionen Euro pro Jahr gezahlt.

Geringere Bandbreite

Kabel Deutschland und Unitymedia sind mittlerweile gegen ARD und ZDF vor Gericht gezogen. Kabel Deutschland sendet nun vorerst die öffentlich-rechtlichen Programme in einer geringeren Bandbreite. Da ARD und ZDF bislang eine höhere Bandbreite als die Privatsender gebucht hatten, entspricht die Bandbreite nun dem üblichen Niveau, so die Angaben des Branchenmagazins dwdl.

Bei den dritten Programmen werden zwar weiterhin alle Sender eingespeist, jedoch nur noch in einer regionalen Variante pro Kabelnetz. Dies bedeutet hauptsächlich, dass während des halbstündigen Regionalfensters nicht mehr alle regionalen Sonderprogamme empfangbar sind, sondern lediglich ein einziges für alle Regionen.

Kabel Deutschland behält sich allerdings vor, weitere nicht gesetzlich vorgeschriebene Zusatzleistungen zu kürzen, sollte man mit ARD und ZDF zu keiner Einigung gelangen.

“Trotz unserer intensiven Bemühungen, eine Einigung mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu erzielen, haben sich unsere langjährigen Geschäftspartner bisher nicht zu einer einvernehmlichen Lösung durchringen können. Es ist unverständlich, dass ARD und ZDF für die Versorgung von knapp der Hälfte der Fernsehhaushalte keine Entgelte mehr entrichten wollen, obwohl sie für den Signaltransport an Satellit und DVB-T und für das IP-Streaming im Internet bezahlen. Wir bedauern diese Haltung, hoffen aber nach wie vor auf die Bereitschaft der Öffentlich-Rechtlichen, eine rasche Einigung mit uns zu erzielen”, so Manuel Cubero, Mitglied des KDG-Vorstands.

(Rafaela Wilde)


 


 

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