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Karstadt-Gläubigerausschuss

Karstadt-Betriebsräte haben sich noch nicht auf Käufer festgelegt

(ddp-nrw). Die Entscheidung des Karstadt-Gläubigerausschusses über einen Käufer der insolventen Warenhauskette ist weiter offen. Die Karstadt-Betriebsräte hatten sich bis Sonntagnachmittag noch nicht auf einen Käufer festgelegt.

Einem Zeitungsbericht zufolge sind von den ursprünglich vier Kaufinteressenten nur noch zwei - der Berliner Investor Nicolas Berggruen und das Immobilienkonsortium Highstreet - übriggeblieben. Laut «Bild am Sonntag» sind die bisherigen Mitbewerber, die Beteiligungsgesellschaft Triton und der russische Unternehmer Artur Pachomow, aus dem Rennen. Dessen Angebot war allerdings nicht vollständig.

Am Montag (7. Juni) wollten alle Gläubiger in Essen zusammenkommen und sich darauf verständigen, mit wem am Mittwoch der Vertrag unterzeichnet werden soll. Den Schlussstrich will dann am Donnerstag das Amtsgericht ziehen und den Insolvenzplan endgültig genehmigen.

Nach Angaben einer Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kamen die Karstadt-Betriebsräte am Sonntag erneut zusammen. Die Gewerkschaft stellt Bedingungen an den neuen Karstadt-Betreiber. ver.di-Vizechefin Margret Mönig-Raane sagte der «Bild am Sonntag»: «Die Beschäftigten haben ein Recht darauf, dass es für Karstadt ein nachhaltiges Unternehmenskonzept gibt. Das messen wir daran, wer Karstadt dauerhaft erhalten will, ob es für Karstadt langfristig marktübliche Mieten gibt und ob der Investor in der Lage ist, bei Bedarf unkompliziert Geld nachzuschießen.»

Für die Gewerkschaft ist der Ausgang der Entscheidung noch völlig offen. Mönig-Raane: «Wir rechnen fest damit, dass die Interessenten ihre Angebote bis zur letzten Minute am Montagmorgen noch überarbeiten. Insofern ist die Entscheidung weiterhin offen.»

ver.di hat im Gläubigerausschuss eine Stimme. Eine Stimme haben auch die Betriebsräte des Warenhauskonzerns. Weitere Stimmen entfallen auf die anderen Gläubiger, zu denen Lieferanten, Vermieter und Kreditunternehmen gehören.

Aus Sicht der Gewerkschaft hat Highstreet konzeptionell das detaillierteste Angebot vorgelegt und für alle Warenhausbereiche Partner benannt. Beim Finanzinvestor Triton seien die Forderungen nach höheren Verzichten der Arbeitnehmer ein Dorn im Auge, hatte die ver.di-Sprecherin am Freitag gesagt. Berggruen habe ein sehr gutes Konzept vorgelegt, sagte sie.

Der Handelskonzern Metro, der die Absicht geäußert hatte, Teile von Karstadt mit seiner Kaufhof-Kette zusammenlegen zu wollen, hat kein Angebot abgegeben.

Medienberichten zufolge bietet Highstreet 30 Millionen Euro für Karstadt. In den nächsten fünf Jahren wolle Highstreet Karstadt insgesamt 230 Millionen Euro Mietzahlungen erlassen. Investor Berggruen wolle Karstadt ebenfalls erhalten und einen Kaufpreis von 70 Millionen Euro zahlen sowie 240 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren investieren. Berggruen fordert Zugeständnisse der Vermieter. Die Warenhausgruppe beschäftigt rund 25 000 Menschen.

Von Michael Wojtek

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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