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  • 09.08.2010, 10:15 Uhr
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  • Köln/Baden-Baden/Essen
Karstadt-Poker

ver.di lehnt Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt strikt ab

(ddp-nrw). Im Karstadt-Poker hält die stellvertretende Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Margret Mönig-Raane, den Investor Nicolas Berggruen weiterhin für den besten Bieter.

Allerdings müsse jetzt schnell eine Einigung her, da die langen Verhandlungen insbesondere für die 25 000 Mitarbeiter unerträglich seien, sagte sie am Montag im Südwestrundfunk (SWR).

Die beiden anderen Kaufinteressenten schloss Mönig-Raane dagegen aus. In Bezug auf den Italiener Mauricio Borletti schrillten die Alarmglocken, sagte sie, weil dieser erst so spät in den Bieterwettbewerb eingetreten sei. Die Metro-Kette sei ungeeignet, da ein Verschmelzen der Metro-Tochter Kaufhof mit Karstadt zu massivem Arbeitsplatzverlust führen würde.

Dass sich die Entscheidung über den Karstadt-Insolvenzplan nun offenbar weiter hinzieht, bezeichnete Mönig-Raane als «ärgerlich». Sie erwartet jedoch, dass das Gericht einen erneuten Aufschub gewährt. «Ich wüsste keinen Grund, warum man, wenn vielleicht 80 Prozent oder mehr der Strecke erfolgreich zurückgelegt worden sind, bei den letzten 20 Prozent die Geduld verlieren sollte.»

Ein Sprecher des Karstadt-Insolvenzverwalters hatte am Sonntag gesagt, das Amtsgericht Essen wolle am Dienstag über eine erneute Fristverlängerung entscheiden, um dem Investor Berggruen und den Karstadt-Gläubigern mehr Zeit für ihre Verhandlungen zu geben. Ursprünglich sollte das Amtsgericht am 10. August über den Insolvenzplan entscheiden. Allerdings dürfte sich Berggruen vermutlich nicht rechtzeitig mit den Gläubigern abschließend über seinen Übernahmeplan für die Warenhauskette geeinigt haben, sagten Sprecher von Berggruens Beteiligungsgesellschaft sowie des Insolvenzverwalters. Die Frist lief am Sonntag um Mitternacht aus.

Berggruen hatte Anfang Juni einen Kaufvertrag für Karstadt unterzeichnet, als zusätzliche Bedingung aber weitere Zugeständnisse vom Vermieterkonsortium Highstreet gefordert. Der Verkaufsprozess war in den vergangenen Monaten bereits mehrfach verlängert worden. Zuerst hatte der Insolvenzverwalter Mühe, Bieter zu finden, zuletzt hatten Berggruen und die Gläubiger um Einzelheiten gefeilscht.

ddp/mwo/iha

(ddp)


 

 

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