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Kienbaum-Studie: 30 Jahre Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung in Deutschland

Die teils erheblichen Zuwächse in der Vorstandsvergütung von deutschen Vorständen wie zuletzt bei Porsche sind mit Blick auf die vergangenen 30 Jahre fast ausschließlich auf die Top 100 Unternehmen (mehr als fünf Milliarden Euro Jahresumsatz) beschränkt. Hier stiegen die Bezüge von 1976 bis 2005 durchschnittlich auf das achtfache, von durchschnittlich 225.000 Euro auf 1,8 Millionen Euro.

Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von rund 7,45 Prozent. Betrachtet man die Vergütung der „anderen“ etwa 1.400 von Kienbaum erfassten Aktiengesellschaften in Deutschland, so stiegen die Vorstandsbezüge im Beobachtungszeitraum um durchschnittlich 4,25 Prozent pro Jahr von 132.000 Euro auf 440.000 Euro.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Einkommenssteigerungen der Vorstände über sämtliche Unternehmen hinweg durchaus in etwa im Gleichklang mit der allgemeinen Lohn - und Gehaltsentwicklung stattfand (durchschnittlich plus 4,15 Prozent pro Jahr). Während in den 80er Jahren und frühen 90er Jahren insbesondere die Gehälter des Mittelsmanagements leicht stärker wuchsen, so fiel diese Gruppe relativ gesehen in den vergangenen Jahren geringfügig zurück: durchschnittlich 4,0 Prozent über die letzten 30 Jahre. Dies sind Ergebnisse der Studie „30 Jahre Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung in Deutschland“, erstellt auf Basis der Vergütungsdaten der Kienbaum Management Consultants GmbH von 1976 bis heute.

„Die Debatte um zu hohe Vorstandsgehälter ist zu einem Gutteil zu emotional geprägt. Tatsächlich ist es so, dass lediglich die Vorstände der Top 100 Unternehmen überdurchschnittlich hinzugewonnen haben. Der Großteil der deutschen Vorstände aber befindet sich im Gleichschritt mit dem allgemeinen Lohn- und Gehaltsniveau. Ein Stück weit lässt sich die Abkoppelung in den Top 100 Unternehmen mit der gewachsenen Komplexität der Aufgaben sowie der Angleichung an internationale Standards erklären. Allerdings kommt in deutschen Konzernvorständen die Verbindung von Vergütung und langfristiger Wertentwicklung nach wie vor zu kurz“, sagt Alexander v. Preen, Geschäftsführer der Managementberatung Kienbaum.

Gehaltstreiber Globalisierung : Rasante Entwicklung ab den 90er-Jahren

Die Entwicklung der Vorstandsgehälter in den Top 100 Unternehmen verlief bis Mitte der 90er Jahre nur unwesentlich schneller als die Einkommensentwicklung der den anderen Unternehmensklassen und relativ parallel zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes. Erst seit Ende der 90er Jahre stiegen die Bezüge deutlich stärker. Betrug das Verhältnis zwischen Leitenden Angestellten der 1. Führungsebene zu ihren Vorständen in den Top 100 Unternehmen lange Jahre etwa das Verhältnis 6 zu 1, ist dieses heute bei 15 zu 1. Noch deutlicher verhält es sich beim Verhältnis zwischen Arbeitern/Angestellten und den Top 100 Vorständen. Verdienten Top – Manager zwischen 1976 und 1996 etwa das 15 bis zwanzigfache, so beträgt das Verhältnis heute etwa 43 zu 1.


 


 

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