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Wieder Streiks in den Kindertagesstätten in NRW

(ddp-nrw). Auch am Dienstag (19. Mai) sollen die Streiks in den kommunalen Kindergärten unvermindert weitergehen. Am Montag beteiligten sich rund 6500 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen an Arbeitsniederlegungen in 32 nordrhein-westfälischen Städten, wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mitteilte. Die Eltern seien vorab darüber informiert worden, wo der Kita-Betrieb streikbedingt ausfällt. Bundesweit wurden die Streiks am Montag ausgeweitet.

 Insgesamt bestreikten nach ver.di-Angaben mehr als 15 000 Beschäftigte im Sozial - und Erziehungsdienst am Montag zahlreiche Kitas in der Republik. Schwerpunkte des Arbeitskampfs waren neben NRW die Länder Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Zahlreiche Kindertagestätten, Jugendhilfeeinrichtungen und Sozialdienststellen blieben wegen des Streiks geschlossen. Allein in Köln streikten 2150 Kita-Mitarbeiter, in Düsseldorf traten 400 in den Ausstand. 

ver.di-Landeschefin Gabriele Schmidt wertete die hohe Streikbeteiligung als «Signal an die Arbeitgeber». Angesichts der breiten Teilnahme müssten sie sich bewegen, so Schmidt. 

«Noch immer haben die kommunalen Arbeitgeber keine Bereitschaft signalisiert, ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen, das die Gesundheit und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessern würde», sagte ver.di-Bundesvorstand Achim Meerkamp. Mit ihrer «Verzögerungstaktik» hätten die Arbeitgeber den Streik provoziert und viel Unverständnis und Unmut bei den Beschäftigten, aber auch bei den Eltern geerntet. 

ver.di fordert einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung für die bundesweit rund 220 000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. ver.di und die Lehrergewerkschaft GEW hatten die Verhandlungen über einen Gesundheitstarifvertrag Ende April für gescheitert erklärt. Die Arbeitgeber hätten sich nicht bewegt, hieß es. Der Verband der kommunalen Arbeitgeber (VKA) wies dies zurück. ver.di-Chef Frank Bsirske hatte den Arbeitgebern mit einem langen Streik gedroht. 

Erzieher in Vollzeit erhalten nach VKA-Angaben im Monat mindestens 2100 Euro Bruttolohn . Für höhere Löhne darf ver.di aber derzeit nicht streiken, da die Verträge für den Einkommenstarif noch gelten. Hier läuft die Friedenspflicht erst Ende 2009 ab.

Streiks der Erziehungs- und Sozialdienste sind laut ver.di am Dienstag in den folgenden Städten geplant: Aachen, Stolberg, Eschweiler, Bielefeld, Gütersloh, Bochum, Herne, Dortmund, Schwerte, Lünen, Castrop-Rauxel, Düsseldorf, Hilden, Duisburg, Marl, Gelsenkirchen, Arnsberg, Warstein, Köln, Mönchengladbach, Oberhausen, Mülheim, Ahlen, Remscheid, Solingen, Kreuztal, Siegen, Siegen-Wittgenstein, Hagen und Lüdenscheid. Bereits am vergangenen Freitag hatten Tausende Erzieher in NRW gestreikt.

(Quellen: ver.di auf Anfrage und in Mitteilung)
Von Sabine Meuter und Martin Teigeler

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von mmalbatros
18.05.09 20:56 Uhr
Infos an die Eltern

Das ist ja wohl ein Witz, dass die Eltern rechtzeitig informiert werden.
Da ich selbst betroffen bin, weiß ich das ich z. B. Heute nur durch Zufall erfuhr, dass eine Einrichtung, die bisher Notdienst hatte nun auch bestreikt wird. Auch das Freitag unsere Einrichtung bestreikt wurde, habe ich erst Donnerstag Nachmittag ( wenn ich von der Arbeit komme) erfahren. Wenn dann die Einrichtung nicht mal weiß, wer Notdienst hat, hat man wirklich wahnsinnig viel Zeit und Luft die Kinder weg zu organisieren. Denn was anders ist es dann nicht mehr.
Ich bin in der Probezeit und will nach langer Arbeitslosigkeit meinen Job nicht riskieren. Mein Mann ist geschäftlich unterwegs, Omas oder Opas haben wir leider nicht in der Nähe! Für mich wird diese Situation langsam unerträglich und mein Verständnis für die Erzieherinnen wie berechtigt ich es vielleicht zu Beginn fand, sinkt auf den Nullpunkt. Ganz abgesehen von der schlechten Organisation und vor allem Information. Für mich nur noch ein Ärgernis!!!!!!!!!!!

 

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