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Klaus Ernst und die Glückszahl «13» - Linke sieht ihre «Westerweiterung» mit NRW-Wahl geglückt

(ddp-nrw). «Jaaaaaaaaaaa», schrie Klaus Ernst aus voller Kehle und lief dabei ganz rot an - um 18 Uhr und 20 Sekunden, als der Prognosebalken der Linkspartei die Fünf-Prozent-Hürde nahm. «Jetzt haben wir uns im Westen etabliert», jubelte der redselige Bayer, der Oskar Lafontaine am kommenden Wochenende als Parteichef beerbt. Die Glückszahl der Linken war am Sonntag die «13».

Die bis zum Rand gefüllten Weingläser schon in der Hand, stießen Ernst und seine künftige Ko-Vorsitzende Gesine Lötzsch überschwänglich an auf die wohl endgültige Ankunft der Linken im Westen. In 13 Landesparlamenten ist die Linkspartei mit dem Einzug in den Düsseldorfer Landtag nun vertreten, drei Jahre nach der Fusion von PDS und WASG. «Gewissermaßen schließt sich heute der Kreis», sagt Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch. Denn die NRW-Wahl 2005, die zu vorzeitigen Neuwahlen führte, war die Initialzündung für den Zusammenschluss.

Dem quirligen PDS-Zugpferd Gregor Gysi hätten die Westdeutschen schon früher immer zugejubelt, blickte der Berliner Linke-Landeschef Klaus Lederer zurück. «Aber gewählt haben sie uns trotzdem nicht. Das ist jetzt anders.»

Und darauf war Gysi am Sonntag mächtig stolz. «Heute ist das Fünf-Parteien-System dauerhaft in Deutschland etabliert worden», war sich der Chef der Linksfraktion im Bundestag sicher. «Es kommt niemand mehr an uns vorbei.»

Dass die Linke für eine Koalition an der Ruhr wohl nicht gebraucht wird, schmälerte die Freude nicht allzu sehr. «Wir sind dicke drin», interpretierte Gysi die deutlich über fünf Prozent und sprach von einem «Denkzettel» für Schwarz-Gelb in Land und Bund. Die Linkspartei sei gewählt als «Störenfried gegen die Konsenssoße der anderen Parteien», die etwa in der Afghanistan-Politik oder bei «Hartz IV» weitgehend übereinstimmten.

Lötzsch beäugte unterdessen im Innenhof des Karl-Liebknecht-Hauses mit skeptischem, beinahe angewidertem Gesichtsausdruck die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft, die auf dem Großbildschirm die Wiederkehr der SPD ausrief. Die fortwährenden Distanzierungen Krafts und aller anderen NRW-Spitzenkandidaten von der Linken - von «nicht regierungsfähig» bis «linksextremistisch» - sind offenbart nicht vergessen. «Die einzige extremistische Partei im Parlament ist die FDP», wetterte Lötzsch.

Sie und Ernst sollen zwar erst am kommenden Samstag auf dem Bundesparteitag in Rostock an die Spitze gewählt werden, die Berliner Parteizentrale hatten die beiden im «Triumvirat» mit Gysi aber am Sonntag schon fest in Beschlag genommen. Der scheidende Linke-Chef Oskar Lafontaine verfolgte die Wahl in seinem Haus in Saarbrücken - möglicherweise weil der Urnengang mit dem Geburtstag seiner Gattin zusammenfiel. Der Noch-Ko-Vorsitzende Lothar Bisky weilte ebenfalls fernab in der Provinz.

Von Jan Staiger

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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