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Kölner Wirtschaft: neue Rekorde

Dezernentin Ute Berg mit positiver Bilanz beim Wirtschaftsclub

Mit dem in der Stadt verbreiteten Vorurteil, Köln stecke angesichts der vielen Pannen auch in einer wirtschaftlichen Krise räumte die zuständige Beigeordnete Ute Berg auf. Beim Neujahrsempfang des Wirtschaftclubs Köln zählte sie eine lange Positivliste der Köln Wirtschaft und ihres Dezernats auf. Business-on.de bringt die beeindruckende Rede der Wirtschaftsdezernentin leicht gekürzt.

Robuster Arbeitsmarkt

Der Kölner Arbeitsmarkt zeigte sich äußerst robust. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg bis Mitte 2015 auf gut 520 000. Ein neuer absoluter Höchstwert. Die Zahl der Gesamterwerbstätigen hat bereits 2013 die Marke von 700.000 überschritten. Im Gegenzug ist die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf 2015 deutlich zurückgegangen. Zum 1. Mal seit 2012 lag sie unter der Marke von 50.000.

Airport im Steigflug

Der Köln Bonn Airport meldet weiter steigende Passagier- und Frachtzahlen mit neuen Höchstständen. Eurowings wird mit seinem Low-Cost-Angebot auf der Langstrecke weiter für Wachstum sorgen. Wie gut, dass es uns 2012 gelungen ist, die Germanwings-Zentrale nach Köln zu holen. Dadurch konnten wir den Boden bereiten für ein positives Votum für Eurowings.
Natürlich trägt diese positive Entwicklung auch zur weiteren Erhöhung der Übernachtungszahlen in Köln bei. Bereits im Oktober 2015 wurde die Marke von 5 Millionen überschritten. Gegenüber dem Vorjahreswert ist das ein Plus von 5,5 %.

Hohe Nachfrage nach Büroflächen

In 2015 ebenfalls deutlich gestiegen ist der Büroflächenumsatz. Diese erfolgreiche Entwicklung geht weiter. Das „erste echte Pfund“ für ein erfolgreiches Jahr 2016 winkt bereits – die Zurich Versicherung. Sie will die beiden größten Direktionsstandorte Köln und Bonn mit gut 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem Gelände der MesseCity in Deutz zusammenziehen.

Hunderte Millionen für Deutz & Kalk

Aber natürlich sind noch weitere Investitionen am Standort Köln geplant: In unmittelbarer Nähe zur MesseCity Köln wird die Koelnmesse in den nächsten 15 Jahren rund 600 Millionen Euro investieren und sich damit zur modernsten Innenstadt-Messe Europas entwickeln.

Nicht weit entfernt investiert der Immobilienentwickler Aurelis fast 70 Millionen € auf dem Deutzer Feld: Bis Anfang Februar 2017 rd. 40 Millionen Euro in den dann größten Studienort der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (FHöV NRW). Und rund 30 Millionen in den Bau der neuen Zentrale der Malteser!

Industrie setzt weiter auf Köln

Zum Beispiel die Ford-Werke. Sie bleiben die einzige europäische Produktionsstätte für Europas meistverkauften Kleinwagen, den Fiesta. Und Ford baut den Standort weiter aus, insbesondere im Bereich der Motorenfertigung und -entwicklung.

Auch im Chempark Dormagen an der nördlichen Kölner Stadtgrenze ist die Investitionstätigkeit ungebrochen. Bereits in den Vorjahren sind hier – insbesondere durch Bayer - insgesamt 225 Millionen Euro investiert worden. Jetzt steckt Bayer Crop Science über 80 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktion von Pflanzenschutzmitteln, der Chemieparkbetreiber Currenta zieht nach mit 70 Millionen Euro u.a. in den Ausbau der Rohrnetze. Und Lanxess verstärkt seine Kapazitäten in der Agrochemie. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen rund 400 Millionen Euro in Wachstumsprojekte investieren.
Und da ich hier gerade so schön mit Millionenbeträgen um mich werfe: Für 26 Millionen Euro baut der Motorenhersteller Deutz am Standort Porz-Eil ein neues „Wellenzentrum“.

Bundeswehr plant hohe Investitionen

Von hoher Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Köln ist auch die Entwicklung in den Bereichen Verkehr und Logistik: Die DB investiert 115 Millionen Euro in den Ausbau des Güterbahnhofs in Gremberg, weitere 220 Millionen Euro in das Instandhaltungswerk Köln-Nippes.
Der Kölner Flughafen wird für rund 300 Millionen Euro in den nächsten 5 Jahren ausgebaut. U.a. wird eine luftseitige Verbindung der Terminals 1 und 2 konstruiert, der sogenannter T-Walk. In unmittelbarer Nähe steckt die Bundeswehr 157 Millionen Euro in den Luftwaffenstandort Wahn. Das Geld fließt in den nächsten 10 Jahren vor allem in Infrastruktur und Gebäude.

Motorworld Köln am Butz

Auf dem Gelände des ehemaligen Kölner Flughafens Butzweilerhof soll bis Anfang 2017 das Oldtimer- und Sportwagenzentrum ‘MOTORWORLD Köln Rheinland entstehen - eine Investition von rund 35 Millionen Euro. 250 Menschen werden hier einen Arbeitsplatz finden.

1,3 Milliarden für die Uni

Für die Modernisierung der Kölner Universität stehen im Rahmen des Masterplankonzepts rund 1,3 Milliarden Euro für Sanierungs- und Neubauzwecke zur Verfügung. Bereits jetzt sind viele Projekte abgeschlossen, 2025 wird der Prozess beendet sein.

Abschließend sagte Ute Berg: “ Mit unserem Markenprozess transportieren wir die Stärken Kölns in alle Welt und sorgen für entsprechende Aufmerksamkeit potentieller Investoren.
Dass uns derzeit auch andere Schlagzeilen zu trauriger Berühmtheit verhelfen, ist höchst bedauerlich und ganz sicher nicht förderlich für die Wirtschaft Kölns. Eine Herausforderung für uns alle. Die positiven Botschaften müssen wieder nach vorne rücken.

Dazu gehört auch, dass Unternehmen hier neben der innereuropäischen Lagegunst das finden, was sie am dringendsten benötigen: Qualifizierte Arbeitskräfte.

Dafür sorgt eine weit verzweigte Bildungslandschaft, allen voran das hochdifferenzierte Hochschulangebot. Ein weiterer Treiber: die Stadt Köln wächst rasant. Die Einwohnerzahl wird bis 2040 um 200 000 Menschen, also eine mittlere Großstadt, steigen, Gottseidank ist der Anteil jüngerer Menschen vergleichsweise groß.

Diese positiven Entwicklungen sind aber keine Selbstläufer. Die Attraktivität Kölns sorgt für entsprechenden Zulauf. Und an dieser Attraktivität haben viele in der Stadt mitgewirkt. Weitere Anstrengungen sind erforderlich, um im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung mit anderen Regionen in Deutschland, Europa und weltweit konkurrieren und bestehen zu können. Den Weg Kölns in eine positive Zukunft zu ebnen, ist sicher unser aller Anliegen. Ich lade Sie herzlich ein, die Stadt auf diesem Weg zu begleiten.“

Marc Kurtenbach, Präsident des Wirtschaftsclubs Köln, und Christian Kerner, geschäftsführender Vorstand, konnten etwa 120 Gäste zu dem Empfang im Dorint Hotel an Heumarkt begrüßen. Als Festredner sprach NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans, der vor Ute Berg Kölns Wirtschaftsdezernent war.

(Ulrich Gross)


 


 

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