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  • 12.10.2006, 15:03 Uhr
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  • Köln

Kolpingwerk in Sorge über Lücke auf dem Ausbildungsmarkt

Die Bundesagentur berichtet, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Industrie und Handel um 11700 auf 303300 (+ 4 Prozent) und im Handwerk um 2300 auf 143800 (+1,6 Prozent) gestiegen sei. Dennoch bemerken die Kolpingvertreter, dass die Zahl der nicht vermittelten Bewerber dennoch um 9000 auf 49500 und der noch unbesetzten Stellen um 2800 auf 15400 gestiegen ist und appelliert vor allem an die Betriebe, die bislang noch nicht ausbilden.

(ots) - "Für uns ist die Ausbildung in einem Unternehmen das beste Ausbildungssystem. Insoweit ist es erfreulich, dass die Unternehmen in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze als bisher zur Verfügung stellen." So kommentierten der Bundesleiter der Kolpingjugend, Peter Köhler, und der stellvertretende Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, Ottmar Dillenburg, die heute veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zum Beginn des Ausbildungsjahres. Die Bundesagentur hatte berichtet, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Industrie und Handel um 11700 auf 303300 (+ 4 Prozent) und im Handwerk um 2300 auf 143800 (+1,6 Prozent) gestiegen sei. Mit großer Sorge sehen die Kolpingvertreter, dass die Zahl der nicht vermittelten Bewerber dennoch um 9000 auf 49500 und der noch unbesetzten Stellen um 2800 auf 15400 gestiegen ist. "Trotz aller Bemühungen ist die Lücke auf dem Ausbildungsmarkt größer geworden." Weitere Anstrengungen seien, so das Kolpingwerk, daher erforderlich: "Jugendliche, die kein adäquates Angebot erhalten, trifft das Risiko häufiger oder lang andauernder Arbeitslosigkeit."

Das Kolpingwerk appelliert vor allem an die Betriebe, die bislang noch nicht ausbilden, sich aus "ihrer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung und im Blick auf die eigene Zukunftsvorsorge aktiv an der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zu beteiligen. "Hierzu müssen allerdings auch Anreize für Unternehmen geschaffen werden", erklärten Peter Köhler und Ottmar Dillenburg. Das Kolpingwerk schlägt vor, Betriebe, die ausbilden, in Höhe der tatsächlich entstehenden Kosten der Ausbildung steuerlich zu entlasten. Prüfungskosten sollen zukünftig bei der Erstausbildung aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, wie dies bei anderen Prüfungen auch der Fall ist. Vorschlägen zu einer so genannten Ausbildungsplatzabgabe erteilt der Verband weiter eine deutliche Absage: "Sie ist ein bürokratisches Monster und führt nicht zu zusätzlichen Ausbildungsplätzen. Regionale Bündnisse sind ein besserer Weg zum Erfolg."

Den Anstrengungen aller gesellschaftlichen Akteure müssten, so der katholische Verband, auch entsprechende Anstrengungen der Jugendlichen gegenüberstehen, die für die Integration in die Arbeitswelt erforderlichen Grundqualifikationen zu erwerben. Dies lasse sich nicht politisch verordnen. Hier seien besonders Familien und Schulen gefordert. "Auch Jugendverbände wie die Kolpingjugend können als Träger außerschulischer Bildungsarbeit einen Beitrag insbesondere zur Vermittlung sozialer Kompetenzen leisten", betonten Köhler und Dillenburg übereinstimmend.

Das Kolpingwerk vernetzt und unterstützt in seiner eigenen Aktion "Jugend und Beruf" Maßnahmen und Ideen auf den verschiedenen Ebenen des Verbandes zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Die Kolpingjugend hat auf ihrer Bundeskonferenz das "Thema Jugend und Arbeitswelt" als zentralen inhaltlichen Schwerpunkt festgelegt.

(k.olbrisch)


 


 

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