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Konjunktur

IW: Wirtschaftliche Erholung fällt 2010 moderat aus

(ddp.djn). Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet für das nächste Jahr eine konjunkturelle Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft. Es stehe aber «keine kräftige Erholung» bevor, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag bei der Vorstellung der IW-Konjunkturumfrage in Berlin.

Im laufenden Jahr werde das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um gut 4,5 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. 2010 werde weiter mit einem Wachstum um 1,5 Prozent gerechnet. Auch international zieht die Konjunktur an. Die Wirtschaft in den OECD-Staaten ist im dritten Quartal 2009 erstmals seit dem ersten Quartal 2008 wieder gewachsen.

Laut der IW-Umfrage unter rund 1800 Unternehmen rechnet etwa ein Drittel der Firmen damit, 2010 mehr zu produzieren. 21 Prozent erwarteten hingegen einen Rückgang. Am besten seien die Aussichten in der Vorleistungs- und Konsumgüterindustrie, während in der Bauwirtschaft die Skeptiker dominierten. Insbesondere im Auslandsgeschäft hätten sich die Aussichten verbessert. 27 Prozent der Unternehmen setzten auf einen Exportzuwachs. Nur noch 18 Prozent gingen davon aus, 2010 weniger auszuführen als 2009.

Die Beschäftigungssituation werde sich nicht so negativ entwickeln wie zunächst erwartet. 55 Prozent der Unternehmen beabsichtigten, ihre Mitarbeiterzahl 2010 nicht zu verändern. 17 Prozent wollten ihre Belegschaft sogar aufstocken.

Hüther forderte, nächstes Jahr dürfe noch kein Ausstieg aus den konjunkturstützenden Maßnahmen erfolgen. Die Unternehmen sehen laut Umfrage das «markante Konjunkturrisiko», dass ein schnelles Umschalten der Geldpolitik auf einen Restriktionskurs die Gefahr einer Kreditklemme erhöhe.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) sieht derzeit aber keine Anzeichen für eine Kreditklemme. «Wir haben in Deutschland bis dato keine allgemeine Kreditklemme», sagte Verbandspräsident Andreas Schmitz. Dennoch müssten Wege gesucht werden, damit die Kreditklemme nicht doch noch zuschnappe. Um in der Aufschwungphase Kredite vergeben zu können, ist nach Ansicht des Verbandes eine Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes unverzichtbar. Dabei dürfe es jedoch keine eine Rückkehr zu der Verbriefungspolitik mit blindem Vertrauen in die Ratingagenturen geben.

In den OECD-Staaten ist die Wirtschaft im dritten Quartal 2009 gewachsen. Wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,8 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das BIP stagniert. Das Wachstum in den sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) erhöhte sich zwischen Juli und September um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Wirtschaft des Euroraums expandierte um 0,4 Prozent nach einem vorangegangenen Minus von 0,2 Prozent.

(Weitere Quellen: Schmitz auf Pressekonferenz in Frankfurt am Main; OECD in Mitteilung)

Von Tatjana Schäfer und Jürgen Wutschke

(ddp)


 


 

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