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Konjunktur

Stimmung in der Wirtschaft verbessert sich weiter

(ddp). Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter verbessert. Das wichtigste Konjunkturbarometer, der Ifo-Geschäftsklimaindex, erhöhte sich im September zum sechsten Mal in Folge, wie das Münchener Institut am Donnerstag mitteilte.

München Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn warnte allerdings vor Euphorie. Die weitaus überwiegende Zahl der befragten Unternehmen schätze die Lage noch immer als schlecht ein. Auch andere Ökonomen äußerten sich zurückhaltend. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich unbeeindruckt und gab bis zum Mittag leicht nach.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex, für den monatlich rund 7000 Unternehmen befragt werden, stieg von 90,5 Punkten im August auf 91,3 Punkte im September, wie das Ifo-Institut mitteilte. Experten hatten allerdings einen stärkeren Anstieg auf 92,0 Punkte erwartet. Lage und Erwartungen hätten sich zwar verbessert. Die schlechten Lagebeurteilungen überwögen allerdings noch. Nur bei den Erwartungen für die weitere Entwicklung in den nächsten sechs Monaten gebe es mittlerweile fast einen Gleichstand zwischen Pessimisten und Optimisten. «Gemessen an der katastrophalen Entwicklung der vergangenen zwölf Monate sind dies gute Nachrichten», sagte Sinn.

«Es entspannt sich etwas, aber für Entwarnung ist es noch zu früh», erläuterte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger die jüngsten Zahlen. Die Situation sei «noch lange nicht gut». Von einem Aufschwung sei noch nicht zu sprechen, sondern «eher von einer Erholung». «Ein Aufschwung ist etwas, das sich mehr aus sich selbst heraus stabil entwickelt», sagte er. Im laufenden Jahr gingen die Münchener Wirtschaftsforscher davon aus, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft fortsetze. Es gebe aber weiter die Gefahr eines Rückschlags.

Bankvolkswirte vermieden nach dem erneuten Anstieg ebenfalls euphorische Kommentare. «Nachdem sich die Stimmungsindikatoren zunächst relativ schnell von ihren Tiefständen gelöst haben, ist nun der große Schwung erst einmal dahin», sagte Jörg Lüschow von der WestLB. So gingen die aktuellen Konjunkturprognosen auch nur von einer zögerlichen Konjunkturerholung aus, damit könnte es bald wieder zur Ernüchterung bei den Geschäftserwartungen kommen.

Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe verwies darauf, dass es der Konjunkturerholung an Substanz fehle; sie spiele sich auf «niedrigem Niveau» ab. «Die Unterauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten dürfte daher anhalten». Für 2010 stehe der konjunkturelle Härtetest noch bevor, zeigte sich Krüger skeptisch. Commerzbank-Volkswirt Simon Junker zeigte sich immerhin optimistisch mit Blick auf die nähere Zukunft: «Die Ergebnisse der Ifo-Umfrage stützen unsere Erwartung eines kräftigen zweiten Halbjahres».

Von Ralf Beunink

(ddp)


 


 

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