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Konjunktur

Wirtschaft erholt sich nur langsam - ZEW-Konjunkturerwartungen sinken erneut

(ddp). Die deutsche Wirtschaft wird sich nach Ansicht von Experten weiterhin nur langsam erholen. Hoffnung auf eine schnelle konjunkturelle Wende machen sie nicht. «Eine Fortsetzung der Belebung hin zu einem selbsttragenden Aufschwung ist nicht in Sicht», erklärte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag in seiner neuesten Konjunkturprognose.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht die wirtschaftliche Lage «nach wie vor außergewöhnlich kritisch». Die Konjunkturerholung habe zuletzt «eine Pause gemacht», sagte er in Berlin zu Beginn der Haushaltsberatungen im Deutschen Bundestag. Grund dafür seien allerdings vor allem Sonderfaktoren wie der strenge Winter und das Ende der Abwrackprämie. Dies spreche dafür, dass es kein nachhaltiger Konjunktureinbruch sei.

Das IMK rechnet im Jahresdurchschnitt 2010 ungeachtet der eher schwachen Entwicklung in den Wintermonaten weiter mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,0 Prozent. Nach einer deutlichen Belebung im weiteren Verlauf der ersten Jahreshälfte 2010 werde die konjunkturelle Dynamik im Laufe der zweiten Jahreshälfte aber schon wieder nachlassen.

2011 werde die deutsche Wirtschaft dann deutlich langsamer, und zwar um lediglich 1,2 Prozent, zulegen. «Das Wachstum bleibt fragil, insbesondere, wenn in den nächsten Monaten der Stützeffekt der internationalen Konjunkturprogramme ausläuft», sagte IMK-Direktor Gustav Horn.

Der Export ist laut IMK der wichtigste Faktor für die wirtschaftliche Erholung im laufenden Jahr. Im Jahr 2010 erwarten die IMK-Forscher einen Anstieg der deutschen Exporte um 8,2 Prozent, im kommenden Jahr dürften die Ausfuhren um 6,4 Prozent steigen.

Das Wachstum ist nach IMK-Einschätzung sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr zu schwach, um den negativen Trend auf dem Arbeitsmarkt zu brechen. Vor diesem Hintergrund verwies das Institut auf die weiterhin große Bedeutung der aktuellen Kurzarbeiterregelung.

Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im März erneut eingetrübt. Allerdings fiel der Rückgang geringer aus, als von Experten erwartet. Der entsprechende Index sank von 45,1 Punkten im Vormonat auf 44,5 Punkte, wie das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 43,0 Punkte gerechnet. Es war der sechste Rückgang in Folge.

Laut ZEW rechnen die Finanzmarktexperten damit, dass sich die deutsche Konjunktur auch in den kommenden sechs Monaten langsam von der Wirtschaftskrise erholen wird. Bestärkt werden dürfte dieses Urteil durch die positiven Zahlen zur Industrieproduktion und zu den Auftragseingängen im Januar. Wachstumsimpulse sehen die Experten vor allem in den exportorientierten Branchen Maschinenbau, Chemie und Stahl.

Von Michael Wojtek

(ddp)


 


 

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