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Gutes Personal kein Selbstläufer

Kontinuierliches Engagement in Bildung sehr gefragt

Die aktuelle Konjunkturerhebung der IHK Köln bringt es auf den Punkt: Mehr als 46 Prozent der über 670 befragten Unternehmen klagen über Probleme bei der Besetzung neuer Stellen, in allererster Linie wegen zu geringer Qualifikation der Bewerber. Es ist bei weitem nicht so, dass Unternehmen sich unter sehr vielen Bewerbern einfach immer den besten aussuchen können. Im Gegenteil rät die IHK Köln den Unternehmen, sich kontinuierlich bei der Qualifizierung des Nachwuchses zu engagieren, um für die kommenden Jahre gut gerüstet zu sein und neue Stellen mit Kräften besetzen zu können, die den hohen Anforderungen gerecht werden.

Die klassische betriebliche Ausbildung ist dabei nicht die einzige Möglichkeit für Unternehmen, sich auf den wachsenden Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte einzustellen. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen, die duale Studiengänge anbieten, kann die Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften mit Studienabschluss erleichtern, die für gut 40 Prozent der Unternehmen nach eigenen Angaben problematisch ist. Weil die zukünftigen Mitarbeiter schon während der Praxisphasen ihres Studiums eine Ausbildung oder Praktika absolvieren, droht ihnen nach dem akademischen Abschluss kein Praxisschock, sondern sie sind zum Zeitpunkt des vollen Berufseinstiegs bereits gut eingearbeitet, was zweifellos Kosten spart und das Risiko von Fehlbesetzungen mindert. Oft sind Absolventen dualer Studiengänge, die sich ganz bewusst für ein arbeitsintensives Studium ohne monatelange Semesterferien entschieden haben, zudem besonders zielstrebig und motiviert.

Im April 2007 beteiligten sich 24.126 Unternehmen deutschlandweit an dualen Studiengängen. Das sind über 2.000 oder 9,6 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor (Quelle: Ausbildung plus). Die Europäische Fachhochschule (EUFH) in Brühl bei Köln beispielsweise hat nur sechs Jahre nach ihrer Gründung 2001 bereits mehr als 400 Partner in der Wirtschaft. Die Kooperationsunternehmen der noch jungen Hochschule bieten derzeit etwa 750 Studierenden Ausbildungs- und Praktikumsplätze in den Wirtschaftsbereichen Handel, Industrie, Bauwirtschaft, Logistik sowie Finanz- und Anlagemanagement. Ab Herbst 2007 kommt Wirtschaftsinformatik hinzu – auch für diesen neuen dualen Studiengang gibt es bereits großes Interesse seitens der Unternehmen.

Die Kooperationspartner wissen die Vorteile des praxisnahen Studiums in Zusammenarbeit mit Hochschulen wie der EUFH zu schätzen. Sie finden leistungsorientierte Nachwuchskräfte, die oft durch hochschuleigene Aufnahmeverfahren vorausgewählt werden. Studienintegrierte Praxisprojekte oder unternehmensbezogene Bachelor-Arbeiten bringen einen unmittelbaren Nutzen. Die Studieninhalte sind ständig auf dem aktuellen Stand der betrieblichen Praxis, weil die Kooperationspartner an der Gestaltung mitwirken, im Fall der EUFH durch Teilnahme am Curriculumsausschuss und durch regelmäßige Gespräche. Das duale Studium ist für Unternehmen eine interessante Möglichkeit zum kontinuierlichen Engagement in Bildung und so auch zur Gewinnung von qualifizierten Nachwuchskräften.

(Redaktion)


 


 

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