Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Lokale Wirtschaft Startups
Weitere Artikel
«Reinart´s»

Ungewöhnliches Konzept mit „anderen“ Öffnungszeiten

Existenzgründungen in der Gastronomie sind schwerlich und scheitern oft, weiß Karl Reiners, Bereichsleiter Existenzgründung/ -sicherung der IHK Bonn/Rhein-Sieg: „Dieser Bereich spielt bei den Gründungen eine große Rolle. Dementsprechend sind auch viele Ausfälle zu verzeichnen. Das spricht sich natürlich auch bei den Banken herum, so dass die Voraussetzungen für die Gastronomie generell schwierig sind“, so Reiners. Erfahrungen, die auch Christine und Sandra Reinart gemacht haben, Mutter und Tochter führen das Reinart´s in Rüngsdorf.

Es gingen schnell die Rolladen runter

„Unser Business-Plan war sehr stringent, wir haben uns Hilfe bei den IHK-Existenzgründungsberatern geholt, viel gerechnet und geschrieben, doch bei unseren Gesprächen mit den Finanzinstituten gingen sehr schnell die Rolladen herunter. Hilfe haben wir nirgendwo bekommen, die Gastronomie steht unter Branchen-Generalverdacht“, blickt Christine Reinart enttäuscht zurück. Ohne die eigene Überzeugung und den Glauben an sich und das eigene Konzept hätten die Gründerinnen ihren Traum nicht verwirklichen können. Für Reiners sind Konzept und Lage oft entscheidend: „Ein individuelles Konzept erlaubt sehr oft Ausnahmen von dieser unfairen Regel, wobei es zu bedenken gilt, dass die Entscheidungen bei vielen Banken oft zentral und nicht vor Ort fallen.“ Reiners rät Gründern deshalb, sehr viel Sorgfalt auf die Konzepterstellung zu legen.

Das Konzept von Mutter und Tochter Reinart ist nach eigenen Angaben ungewöhnlich, die Öffnungszeiten „anders“, da verschiedene Vorstellungen und Vorlieben vereint wurden: Bistro, Restaurant, Catering, Kochschule und geschlossene Gesellschaften für Familien- und Firmenfeiern. „Wir sind trotz oder wie wir glauben, gerade wegen unseres einzigartigen Konzepts erfolgreich“, sagt Mutter Christine. Von Dienstag bis Freitag gibt es Frühstück und Lunch, Freitags und Samstags wird ein gehobenens Vier-Gang Menü mit kleiner, daraus entspringender Abendkarte angeboten. „Wir bringen unsere Stärken ein“, so Tochter Sandra, die eigenwillige Künstlerin, die nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Mediengestalterin abgeschlossen hat. Sie hat ihre Ausbildung zur Köchin im Steigenberger auf dem Petersberg absolviert. Weitere Stationen waren Luxemburg (Sous Chefin bei Sterneköchin Lea Linster), die USA, Australien und Neuseeland. Ihre Mutter mit Erfahrung als Managerin in der Sternegastronomie: „Wir haben uns einfach gefragt: Was machen wir gerne? Was können wir gut?“ Und fertig war die Geschäftsidee.

Das sind für den IHK-Existenzgründungsberater gute Ausgangsbedingungen: „Branchenerfahrung ist wichtig, Personen mit leitender Position in der Gastronomie sind tendenziell erfolgreicher bei der Führung des eigenen Unternehmens.“ Schwierig war dagegen die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, so überbrückten die Reinarts diese Suche mit einem „Genussvermittlungsservice“ mit Mietkochen und Catering. Bis sie dann in der Rüngsdorfer Konstantinstraße fündig wurden. Größte Herausforderung für die beiden Gründerinnen ist nun in der Wachstumsphase das Finden von geeignetem Personal. Dazu Sandra Reinart: „Zwei Schultern reichen einfach nicht aus, wir brauchen und suchen händeringend verlässliche Mitarbeiter, die Spaß an der Arbeit haben. Obwohl wir bislang nur wenig in gezieltes Marketing investiert haben und eher durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Empfehlungen gewachsen sind, nehmen die Catering-Anfragen deutlich zu.“

Mit freundlicher Unterstützung von "Die Wirtschaft" - das Magazin der IHK Bonn/Rhein-Sieg

(Redaktion)


 


 

Reiners
Gründerinnen
Christine Reinart
Existenzgründungen
Rüngsdorf

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Reiners" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: