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Kündigung von Kassiererin wegen unterschlagenen Pfandbons ungültig

(ddp.djn). Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat die Kündigung einer Kassiererin wegen der Unterschlagung von zwei Pfandbons verworfen. Die unter dem Spitznamen Emmely bekannt gewordene Berlinerin war nach 31 Dienstjahren fristlos gekündigt worden, weil sie Leergutbelege im Wert von 1,30 Euro unerlaubt für sich eingelöst hatte. Ihr Arbeitgeber, die Kaiser's Tengelmann GmbH, begründete den Schritt mit einem Vertrauensverlust.

Der Zweite Senat entschied am Donnerstag in Erfurt, dass das Vertrauen durch das einmalige Delikt nach der langen Betriebszugehörigkeit nicht vollkommen «aufgezehrt» worden sei. Zudem sei die Schädigung relativ niedrig gewesen.

Zuvor hatten sowohl das Arbeitsgericht als auch das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg dem Arbeitgeber Recht gegeben. Die 52-Jährige Kassiererin hatte die Unterschlagung stets bestritten.

Der Fall hatte seit der Kündigung im Februar 2008 bundesweit für Aufsehen und Empörung gesorgt. Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, ob eine fristlose Kündigung bei Bagatelldelikten noch verhältnismäßig ist. Über die Landesgrenzen hinweg gewann Emmely Untersützer.

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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