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Harter Stoff

Die Geschichte des d3o

Der Stoff von denen Superhelden träumen: Im Normalzustand ist „d3o“ ein leichter, biegsamer, orangenfarbener Kunststoff, der die Konsistenz von Knetgummi hat. Das besondere daran – die Masse setzt sich aus intelligenten Molekülen zusammen. Trifft ein Schlag auf das Material, verbinden sich die losen Moleküle innerhalb einer tausendstel Sekunde zu einer festen Struktur.

Damit lassen sich jede Menge nützliche und schützende Dinge basteln. Besonders Sportartikelhersteller sind begeistert. Die ersten Produkte kommen gerade auf den Markt. So stellt die Schweizer Firma „Ignite“ bereits Mützen her, in das das Material eingearbeitet ist. Die Kopfbedeckungen der Firma sind so leicht und angenehm zu tragen wie eine normale Mütze, beim Sturz aber verwandelt sich die Hightech Kappe in einen passablen Helm – für den Bruchteil einer Sekunde, in dem die Moleküle der kinetischen Energie des Aufpralls ausgesetzt sind, verfestigt sich das Material und wird so zu einem sicheren Kopfschutz und der Schlag wird absorbiert. Sekundenbruchteile nach dem Einschlag ist die Mütze wieder weich. Auch ein Fußball, Schienbeinschoner, Ski-Anzüge und Skate-Schuhe sind schon auf dem Markt.

Besonders spannend ist die Entwicklungsgeschichte des Materials. Der Erfinder Richard Palmer begann seine Karriere mit einem Studium der Ingenieurswissenschaften. Schnell merkte er aber, dass er mit dem linearen Denken, das in dieser Disziplin vorherrschte, nicht glücklich wurde. Der Querdenker fühlte, dass es seinen geistigen Horizont zu sehr einschränkte. So schrieb er sich an dem London‘s Royal College of Arts für ein Design-Studium ein, danach arbeitet er für den Chemiekonzern DuPont. In dieser Zeit hatte er die Idee zu d3o, doch niemand im Konzern wollte seine Idee mit Forschungsgeldern unterstützen. So gründete er eine eigene Design & Consulting-Firma um seine Forschungen zu finanzieren, aber Arbeit und Forschung ließen sich kaum miteinander vereinbaren. So setzte der Visionär alles auf eine Karte. Im Jahre 2000 verkaufte er sein Auto, gab seine Wohnung auf, versteigerte alle Möbel auf Ebay, zog in die Wohnung eines Freundes, nächtigte dort 18 Monate lang auf einer Couch und gründete das d3o-Lab In Hove, England. Dann kam der Durchbruch, aus seinem Traum wurde Realität.

Aber selbst nachdem das Material fertig zu Produktion war, brauchte es noch einige Zeit und viel Überzeugungsarbeit bis sich renommierte Hersteller für das Material zu interessieren begannen.

Jetzt aber kann sich sein Unternehmen kaum vor Anfragen retten. Hersteller wie Helly Hansen, Puma, Quicksilver, The North Face und zahlreiche andere sind buchstäblich wild darauf das Schock-absorbierende Material in ihre Produkte zu integrieren.

Kein Wunder also das Palmer im Jahre 2007 zum O2 X Entrepreneur des Jahre gekürt wurde und als Mitglied des UN Labour Relation Board berufen wurde.

Kommentar:
Die Geschichte des d3o zeigt es deutlich, auch mit der besten Idee gelangt man nicht sofort zum Erfolg. So bedarf es neben einer Vision immer auch eines enormen Durchsetzungsvermögens und jede Menge Mut um seine Ziele zu verfolgen. Und noch ein Tipp zum Schluss: noch lange hat d3o nicht sein Potential erschöpft, geht das Unternehmen einst an die Börse – schlagen sie zu. Und falls einer ihrer Mitarbeiter eine revolutionäre Idee äußert, hören sie besser zu.

Mehr aktuelle News im Mindsharing Blog.

(Björn Theis)


 


 

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