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LANXESS: Gelungener Coup nach streng geheimer Mission

Nicht nur in Köln kam die Meldung vollkommen unvorbereitet: "LANXESS AG verlegt Konzernzentrale nach Köln". Das war am 13. August 2008. Der Leverkusener OB Ernst Küchler fiel aus allen Wolken, als er es in der Zeitung las. Der Kölner Stadtentwickler Bernd Streitberger hat sich höchstwahrscheinlich erstaunt und erfreut die Augen gerieben, als er es aus der Presse erfuhr.

 Allein Dr. Norbert Walter-Borjans (NOWABO) dürfte sich schon einen Tag zuvor ganz entspannt zurückgelehnt haben. Sein Coup war gelungen. Die Nachricht erreichte ihn in der alten Kaiserstadt Xi`an, wo er zusammen mit OB Fritz Schramma und einer Kölner Wirtschaftsdelegation in Sachen "China-Offensive" unterwegs war. Was ihn so zufrieden machte, war die Meldung, dass der Aufsichtsrat von LANXESS gerade grünes Licht gegeben hat für die Aufnahme von Verhandlungen mit der Stadt Köln. Eine Woche zuvor war die Entscheidung für den Standort Köln bereits per Vorstandsbeschluss besiegelt worden.

In streng geheimer Mission – diese Auflage war von LANXESS, eine Ausgliederung der Bayer AG, gemacht worden – hatte Walter-Borjans in den letzten Wochen zahlreiche Gespräche mit der Konzernspitze geführt und alle Assets von Köln in die Waagschale geworfen. Seine Kontakte zum Spezialchemie-Konzern bestehen seit Anfang 2005. Damals war er noch in Düsseldorf Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Aufgrund der guten Beziehungen, auch in den Jahren danach, hatte Walter-Borjans erfahren, dass die Konzernzentrale auf der Suche nach einem neuen, repräsentativen Standort ist. Die Rolle als Nr. 2 in Leverkusen wollte die weltweit erfolgreiche LANXESS nicht mehr hinnehmen. Von Abwerbung, so der Kölner Wirtschaftsdezernent, kann deswegen nicht die Rede sein.

Mit der jetzigen Entscheidung für Köln unterstreicht die LANXESS AG auch ihr Bekenntnis zu Nordrhein-Westfalen. Dazu passt auch, dass das Unternehmen seit Juni 2008 Namensgeber für die ehemalige Kölnarena ist, die seitdem LANXESS-Arena heißt. "Köln hat sich in den letzten Jahren auch als Wirtschaftszentrum eindrucksvoll entwickelt und verfügt über eine in NRW einzigartige Infrastruktur mit besten Verkehrsanbindungen. Vor allem dieser Aspekt war bei unserer Entscheidung ausschlaggebend", so der Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann. Dass die Konzernzentrale nun nach Köln kommen soll, geht eindeutig auf das Konto von Walter-Borjans. Mit seinen Argumenten konnte er die Leverkusener überzeugen – für seine treffsichere Argumentation ist er inzwischen in der Kölner Wirtschaft bekannt. Mit dem letzten Coup fühlt er sich in seiner Philosophie erneut bestätigt, dass im Rahmen der Globalisierung die Unternehmen bei der Standortfrage Wert auf Statussymbol und Qualitätsanmutung legen. "In dieser Liga müssen wir weiterhin mitspielen", so der Wirtschaftsdezernent. Neue Ansätze für die Arbeit in der Wirtschaftsförderung sieht er in dem Trend, dass ausgegliederte, rechtlich selbständige Unternehmen sich auch räumlich von ihren Wurzeln trennen wollen.

(Karin Bäck)


 


 

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